Allgemein

Allgemeines Wissen und dazugehörige Verfahren zu diversen Themen der Persönlichkeitsentwicklung.

Verfahren: Überheblichkeit

Die Anregung, dieses Verfahren zu konzipieren, verdanke ich den Infos und dem Appell von Federico Faggin (Buchtitel: Jenseits des Unsichtbaren – Wo Wissenschaft und Spiritualität zusammentreffen). Darin weist er auf eines der Grund-Übel auf unserer Welt hin: die Überheblichkeit.

Diesen Begriff haben meine Kollegen und ich zur Zeit der Erarbeitung der Konzepte, Verfahren und Methoden, die die Grundlage zu diesem Handbuch sind, nie verwendet; aber der Bedeutung und dem Inhalt nach geht es an vielen Stellen unserer Überlegungen und Erarbeitungen, wie wir unserem Mitmenschen helfen können, sie selbst mit allen ihren Fähigkeiten zu werden, genau um das: Wie können wir, wenn wir die uns eigenen Werte, die in der Versöhnlichkeit gipfeln, erreichen und verwirklichen? Wie können wir all diese Missverständnisse, die unserem Überlebens-feindlichen Handeln zu Grunde liegen, los werden, die uns daran hindern, uns zu ver-wirk-lichen (denn das heißt es doch: das ursprüngliche Wirken wieder zu erlangen)?

Aber zunächst sollten wir uns in aller Klarheit vor Augen führen, was in unserer Welt derzeit, vermutlich in allen unseren Kulturen, „abgeht“. Wir alle erfahren es jeden Tag in den Medien wie verhängnisvoll, wie verwirrend und ängstigend die Worte und Taten einiger Möchtegerne-Große uns Menschen insgesamt zusetzen.

Neulich sagte eine Nachbarin zu mir, als wir die politische Lage diskutierten: „Ich habe das Gefühl, die Hölle hat ihre Tore geöffnet und die Ungeheuer heraus gelassen, damit sie uns quälen“. Ich ergänzte: „Dann wird es allerhöchste Zeit zu begreifen, dass die Ungeheuer voller Angst sind, weil die Engel zu mächtig werden und ihnen ihren Spielraum beschneiden. Denn sie spüren genau, und das spätestens seit dem Fall der Mauer, dass die Welt zu friedlich zu werden droht und auf diese Weise ihre ‚Geschäfte‘ Schaden leiden.“

Daraus schließe ich: Was hindert uns daran, die „Engel“ kräftig zu unterstützen und uns unseren Spielraum, unsere Erde, zurück zu erobern? Aber wie geht das? Da sind alle die Störungen, Stresse, alle die Widerwärtigkeiten, die wir uns gegenseitig antun – und damit gleichzeitig uns selbst! Diese Behinderungen sind zweifelsfrei vorhanden und in diesem Handbuch beschrieben, ebenso, wie man ihnen beikommen kann, vor allem, wie wir unseren Missverständnissen, unserem Nicht-wahrhaben-wollen meistern können. Wenn wir, ein jeder von uns, der es begriffen hat, bei sich aufräumt, hat das Negative keinen Zugriff mehr auf unser Denken und Handeln erlangt und wenn uns die miesen „Informationen“ aus viele der social media anwidern und wir sie nicht mehr zur Kenntnis nehmen.

Da sind jetzt nur noch ein paar harte Brocken, die wir uns ganz genau anschauen müssen, um uns selbst wieder zurück zu erobern, um dadurch die Überlebens-freundlichen Ziele, die wir Menschen in der überwiegenden Mehrzahl verfolgen, zu verwirklichen.

Wir sind beileibe keine Ungeheuer, ganz gewiss nicht, aber wir haben alle schon mal, uns besser gedünkt als andere. Der ganze elende Wust bestehend aus Vorurteilen, Ideologien, Diskriminierungen, sektenhaftem „Besser-Sein“, „ein Recht zu haben auf…“, überzogenen Ansprüchen zum Schaden anderer etc. geht an keinem Menschen vorbei, mal mehr, mal weniger. Diese Last los zu werden, macht uns mehr und mehr zu dem Menschen, der wir von Anbeginn waren, wie wir geschaffen sind, wie sich der „Kern“ als „Kern“ (Carl R. Rogers) selbst wieder erkennen wird, wenn er sich Klarheit über sein wahres Wesen verschafft hat.

Die folgenden Verfahren sind in der Reihenfolge: a., b., a., b., … bis zum Endergebnis durch zu führen. Du beendest deine Sitzung immer mit dem positiven Teil jeder Richtung.

Wertschätzung / Gering-Schätzung

1. Richtung:

a. Finde ein Ereignis als dich ein anderer gering geschätzt hat.

b. Finde ein Ereignis als dich ein anderer wertgeschätzt hat.

2. Richtung:

a. Finde ein Ereignis als du einen anderen gering geschätzt hat.

b. Finde ein Ereignis als du einen anderen wertgeschätzt hast.

3. Richtung:

a. Finde ein Ereignis als du dich selbst gering geschätzt hast.

b. Finde ein Ereignis als du dich selbst wertgeschätzt hast.

Verteidigen / Im Stich lassen

1. Richtung:

a. …. als ein anderer dich im Stich gelassen hat.

b. …. als ein anderer dich verteidigt hat.

2. Richtung:

a. …. du einen anderen im Stich gelassen hast.

b. …. du einen anderen verteidigt hast.

3. Richtung:

a. …. du dich selbst im Stich gelassen hast.

b. …. du dich selbst verteidigt hast.

Tadeln / Loben

1. Richtung:

a. …. als du von einem anderen getadelt wurdest.

b. …. als du von einem anderen gelobt wurdest.

2. Richtung:

a. …. als du einen anderen getadelt hast.

b. …. als du einen anderen gelobt hast.

3. Richtung:

a. …. als du dich selbst getadelt hast.

b. …. als du dich selbst gelobt hast.

Lügen / Wahrheit

1. Richtung:

a. …… als ich von einem anderen belogen wurde.

b. …… als mir ein anderer die Wahrheit sagte.

2. Richtung:

a. …… als ich einen anderen belogen habe.

b. …… als ich einem anderen die Wahrheit sagte.

3. Richtung:

a. …… als ich mich selbst belog.

b. …… als ich mir selbst die Wahrheit eingestanden habe.

Verheimlichen / Gestehen

1. Richtung:

a. Ich bekomme die Vorstellung, dass mir jemand etwas verheimlicht.

b. Ich bekomme die Vorstellung, dass mir jemandem etwas gesteht.

2. Richtung:

a. Ich bekomme die Vorstellung, jemandem etwas zu verheimlichen.

b. Ich bekomme die Vorstellung, jemandem etwas zu gestehen.

3. Richtung:

a. Ich bekomme die Vorstellung, mir selbst etwas zu verheimlichen.

b. Ich bekomme die Vorstellung, mir etwas zu gestehen.

Tatsächliches Verheimlichen und Gestehen

1. Richtung:

a. Ich finde ein Ereignis als ich jemandem etwas verheimlicht habe, das er fast herausgefunden hatte.

b. ….. als ich jemandem etwas gestanden habe.

2. Richtung:

a. ….. als mir jemand etwas verheimlicht hat, das ich fast herausgefunden hatte.

b. ….. als mir jemand etwas gestanden hat.

3. Richtung:

a. ….. als ich mir selbst etwas verheimlicht habe, das ich eigentlich wusste oder hätte wissen müssen.

b. ….. als ich mir selbst etwas gestanden habe.