Allgemein

Allgemeines Wissen und dazugehörige Verfahren zu diversen Themen der Persönlichkeitsentwicklung.

Resilienz

Inhaltsverzeichnis

Die Ergebnisse dieses Lebensthemas laufen darauf hinaus, dass du Spannkraft, Durchhaltefähigkeit, Stress-Resistenz und spannungsvolle Ruhe, Zuversicht und Gelassenheit erwerben kannst. Ambiguitäts-Toleranz = die Fähigkeit, das nicht exakt und eindeutig Bestimmbare in der Schwebe zu halten = gehört mit dazu und ist zu Zeiten sich vieler widersprechender Informationen und Ereignisse, in denen dennoch keine Hau-Ruck-Entscheidungen gefällt werden sollten, also abwarten zu können, eine wichtige menschliche Fähigkeit.

Wir befassen uns bei diesem Thema mit Verstimmungen aus Veränderungen. Das Ergebnis nach Durchführung dieses Themas ist, dass der Betreffende widerstandsfähiger wird, also gegen Veränderungen und andere Umstände weniger wahrscheinlich verstimmt sein wird und sich von deren Wirkungen schnell bzw. schneller erholen kann.

Nicht alle Wandlungen müssen Verstimmungen nach sich ziehen, aber viele tun es. Grundlegend gesehen ist eine Verstimmung eine plötzliche, nachteilige Veränderung hinsichtlich des eigenen Macht- oder Verbundenheits-Niveaus (siehe: Fähigkeits-Quadrat), und in der Welt geschehen eine Menge Dinge, die dazu geeignet sind, solche Veränderungen zu bewirken. Es ist von großem Vorteil, die Fähigkeit zu besitzen, solche Veränderungen zu meistern bzw. sich ihnen energisch entgegenstemmen zu können, wenn es die Situation erfordert. Dazu gehört auch, dass man seine Finger von Situationen lässt, die man nicht ändern kann und sich somit in Distanz, Kritik, unangepasst = nicht einverstanden oder „I agree not to agree“ verhält oder nach Buddhas Diamantsutra (etwas sinnverändert!) „Events are happening and deeds are done, and thereby is no one who cares“ – „Ereignisse geschehen und Dinge werden getan und hierbei gibt es niemanden, der sich darum kümmert“ – verhält.

Hilfreicher Hinweis: Nichtbeachtung = Verweigerung von Aufmerksamkeit bringt das Störende letztendlich auch zum Verstummen bzw. Verschwinden.

Der Vorgang, die Fähigkeit zu erlangen, sich derart zu verhalten, ist das Thema sowohl der Verstimmungen als auch der Veränderungen, denen sich genauestens gewidmet wird. Hierbei werden die Beladenheiten dieser Themen reduziert, bis du keine großen Ansammlungen von unbehandelten Verstimmungen und Veränderungen mehr aufweist, bezogen auf die Vergangenheit. Wenn dies erreicht ist, bist du weniger in der Gefahr, auf nachteilige Veränderungsumstände, die nun mal im Leben geschehen, übermäßig zu reagieren. Du wirst dann in der Lage sein, Veränderungen und Verstimmungen bewirkende Ereignisse relativ gefasst zu behandeln.

1. Verfahren: Einstieg

Hinweis:

Damit du richtig schön und sicher im Hier und Jetzt bist, machst du folgendes, und zwar solange wiederholend, bis du dich so wohl und munter fühlst, dass du gerne zum nächsten Schritt greifen magst. Das kannst du vor jeder Selbst-Coaching-Sitzung (SCS) machen, wenn du es brauchst.

Übrigens gilt grundsätzlich: Ist dir da ein Verfahren so gar nicht nach deinem Geschmack, dann lass‘ es liegen und geh‘ zum nächsten.

Bitte ferner beachten: Nicht zu viel auf einmal bearbeiten. Du hast alle Zeit der Welt und solltest jedes Ergebnis auch genießen. Manchmal befindet sich das ganz persönliche Ergebnis erst in der „Nachgeburt“, womit ich nicht meine, dass danach Eintreten des EE’s noch gegrübelt werden oder so etwas wie ein Zwang dazu da sein sollte. Das wäre nämlich ein negatives Zeichen und deutet darauf, dass etwas nicht beachtet oder zu lange bearbeitet wurde. Im Letzten spürst du mal kurz nach, was es sein könnte und holst das EE herbei = Erkenntnis/Einsicht und Gefühl der Erleichterung. Und wenn du etwas nicht beachtet oder übergangen hast und du kommst nicht drauf, was es sein könnte, dann schlafe eine Nacht drüber. Entweder du hast am Morgen die Erkenntnis oder die Sache ist dir gleichgültig geworden. Dann braucht sie auch keine weitere Bearbeitung.

Es kann sein, dass du diese Verfahren, die eines nach dem anderen bearbeitet werden, gar nicht bis zum Ende durchziehen musst, weil sich bei irgendeinem Verfahren, mittendrin, das große „AHA“ einstellt. Da ist dann auf jeden Fall Schluss und feier was immer dir da aufgeht. Notiere dir deine Erkenntnis oder Einsicht und lass‘ Freunde und dir Nahestehende, denen du wirklich vertraust, daran teilhaben.

Viel Erfolg, Freude und Wachsen!

1. Tatsächliche Gegenstände

(Zwei-Teile-Reihenfolge)

a) Ich schaue mich in meinem Raum um und finde etwas, das ich gern um mich habe.
b) Ich gehe hin und berühre es.

Wenn du dich nun ruhig und im Hier und Jetzt fühlst, dann geh’ zum nächsten Schritt. Du kannst dir Aufzeichnungen machen, wenn du möchtest:

2. Erwünschte Veränderungen und Nicht-Veränderungen

Teil A: Zwei-Teile-Reihenfolge, alternierend zu behandeln: a), b), a), b)…..

a) Was möchte ich verändert haben?

b) Was möchte ich nicht verändert haben?

Teil B: Sechs-Teile-Reihenfolge, alternierend zu behandeln: a), b), c.), d), e), f), …

a) Was möchte ein anderer bei mir verändert haben?

b) Was möchte ein anderer bei mir nicht verändert haben?

c) Was möchte ich bei einem anderen verändert haben?

d) Was möchte ich bei einem anderen nicht verändert haben?

e) Was möchte ich bei mir selbst verändert haben?

f) Was möchte ich bei mir selbst nicht verändert haben?

3. Annehmen und zurückweisen

(Zwei-Teile-Reihenfolge)

Teil A:

a) Ich mache mir etwas klar von mir selbst, das ich akzeptieren kann.

b) Ich mache mir etwas klar von mir selbst, das ich zurückweisen kann.

Teil B:

a) Ich finde etwas in meinem Umfeld, das ich akzeptieren kann.

b) Ich finde etwas in meinem Umfeld, das ich zurückweisen kann.

Falls Du feststellst, dass Du Dinge erst akzeptieren kannst, wenn sie sich verändert haben, dann bringe dich dazu, solche Dinge zu finden, die du so annehmen kannst wie sie sind, ohne verändert werden zu müssen.

4. Sich an erfolgreiche Veränderungen erinnern

(Drei sich wiederholende Verfahren = a), a), a)… bis Erkenntnis und Erleichterung = Endergebnis = EE; dann: b), b), b)… etc. jeweils bis EE)

a) Ich erinnere mich an ein Ereignis, als jemand etwas mich Betreffendes / etwas von mir erfolgreich verändert hat.

b) Ich erinnere mich an ein Ereignis, als ich etwas jemand anderen Betreffendes / etwas von ihm erfolgreich verändert habe.

c) Ich erinnere mich an ein Ereignis, als ich etwas mich selbst Betreffendes / etwas von mir selbst erfolgreich verändert habe.

5. Vermiedene, angestrebte, misslungene Veränderungen

(Drei-Teile-Reihenfolge bis EE)

a) Ich erinnere mich an eine Veränderung, die ich vermieden habe.

b) Ich erinnere mich an eine Veränderung, die mir misslungen ist.

c) Ich erinnere mich an eine Veränderung, die ich angestrebt habe.

6. Was du gerne haben möchtest

a) Mache dir eine Liste von Dingen und Umständen, die du gerne haben möchtest.

b) Suche dir dann nach Neigung dasjenige heraus, das dir am liebsten zu bekommen/erreichen erscheint, dann das Zweitliebste etc.

c) Dann folgt die Anweisungsfrage auf jedes so ausgewähltes/n Ding/Umstand:

„Was muss ich mit Ding/Umstand tun, damit ich es haben kann?“

(Wiederholend bis Endpunkt)

7. Menschen verändern

(9-Teile-Reihenfolge)

a) Hat jemand versucht, etwas an mir zu verändern? (Wenn ja: Was?)

b) Habe ich versucht, etwas an jemandem zu verändern? (…)

e) Habe ich versucht, etwas an mir selbst zu verändern? (…)

f) Hat jemand an mir etwas nicht verändert? (…)

g) Habe ich an einem anderen etwas nicht verändert? (…)

h) Habe ich an mir selbst irgend etwas nicht verändert? (…)

i) Ist es jemandem nicht gelungen, an mir irgend etwas zu verändern? (…)

j) Ist es mir nicht gelungen, an einem anderen irgend etwas zu verändern? (…)

k) Ist es mir nicht gelungen, an mir selbst irgend etwas zu verändern? (…)

8. Verstimmungen

(Wird in jeweils zwei Teilen durchgeführt, bis EE)

a) Ich erinnere mich an eine Verstimmung:

a.a) Im Zusammenhang mit dieser Sache, wer hat mich verstimmt?

b.b) …….., wann habe ich verstimmt?

c.c) …….., inwiefern habe ich mich selbst verstimmt?

usw. bis du alle dir leicht erinnerlichen Verstimmungen gefunden und wie oben in drei Richtungen bearbeitet hast. Achte drauf, dass du nicht übersiehst, wenn du dein Endergebnis erreicht hast, also nicht länger oder gründlicher daran arbeitest und deine eigene Entlastung und/oder Einsicht/Erkenntnis an der eingetretenen Stelle nicht wahrnimmst. Das wäre sonst so etwas wie eine Selbstabwertung. Dieser Hinweis gilt für alle Verfahren.

An dieser Stelle solltest Du auf jeden Fall Verfahren 1. noch einmal machen, wenn du das Gefühl hast, dass du dich müde, oder gestresst, leer, ungeerdet oder verwirrt fühlst. Es kann auch sein, dass du meinst, an diesem Tag gar nichts geschafft zu haben. Dann hilft dir Verfahren 1., dieses Gefühl von Ungenügend-Sein zu überwinden. Du kannst aber auch einen Spaziergang machen und dabei alles, was dir besonders angenehm ist, genau anschauen bis Zufriedenheit oder Wohlsein wieder bei dir einkehren.

Du kannst aber auch die Blockade-Fragen hernehmen und die jeweilige Verstimmung unter a) abarbeiten, vor allem dann, wenn die von dir aufgefundene jeweilige Erinnerung vor allem dich selbst (1. Richtung) betrifft. Könnte mehr bringen. Du sollst dann aber keineswegs alle Blockade-Fragen bearbeiten, wenn das nicht nötig ist.

9. Unerwünschte Veränderungen

a) Hat mir jemand unerwünschte Veränderung in meinem Leben verursacht?

a.a) Welche? Wer? Wo? Wann? Gefühl? Gedacht? Welche Emotion hatte ich dabei? Welches Ergebnis, welche Folgen?

b) Habe ich unerwünschte Veränderung im Leben eines anderen verursacht?

b.b) Welche? Etc…

c) Habe ich mir unerwünschte Veränderung in meinem Leben selbst verursacht?

c.c) Welche? ….

10. Selbstbestimmte Veränderungen

a) Stelle dir eine Liste der selbstbestimmten Veränderungen zusammen, dein ganzes Leben betreffend.

a.a) Wähle von den Items auf der Liste gemäß deiner Einschätzung z.B. nach spontanem Interesse oder nach „wichtig/dringlich“ das erste Item aus.

b.b) Welche Verstimmung oder Verwirrung tauchte genau vor dieser Veränderung auf?

Notiere Dir genau die Formulierung, die in Dir aufsteigt bzw. spontan auftaucht. Mit dem erhaltenen Item führst Du die Blockade-Fragen durch, und zwar bis zu einem EE.

c.c) Nimm Dir die obige Veränderungen-Liste erneut vor und wähle das nächstwichtige Item aus und frage per b.b); notiere die Formulierung und mache Blockade-Fragen damit. Es kann sein, dass viele Blockade-Fragen bearbeitet werden müssen, es kann aber schon nach wenigen Fragen das EE auftauchen. Nicht länger dran arbeiten als nötig!

2. Verfahren: Erinnerungs-Version

Hinweis:

Dies Verfahren ist auch für ältere Kinder und Jugendliche geeignet.

Resilienz-Verfahren – Erinnerungs-Version

Ich erinnere mich, als …

1.

… ich mich gegen etwas Unvernünftiges durchgesetzt habe.

Welches Gefühl (Emotion, Empfindung, Schmerz, Einsicht, Erkenntnis) hatte ich dabei?)
Habe ich dieses Gefühl (…) schon ein anderes mal gehabt?
Habe ich dieses Gefühl noch früher gehabt?
Früher, früher etc. bis ich nichts mehr finden kann.

2.

… ich mich stark gefühlt habe.

3.

… ich mich unwiderstehlich gefühlt habe.

4.

… ich mehr erreicht habe, als man mir zugetraut habe.

5.

… ich von meiner Leistung erstaunt warst.

6.

… ich für eine Leistung gelobt wurde.

7.

… ich mehr geschafft habe als ich mir vorgestellt habe.

8.

… mich jemand bewundernd ansah.

9.

… ich verstanden habe, weshalb man gerade mir eine bestimmte Aufgabe übertrug.

10.

… eine Gruppe mich wertschätzte

11.

… ich jemanden in einer bestimmten guten Eigenschaft erkannte.

12.

… mich jemand für tüchtig (einfühlsam, fleißig, strebsam, sozial, voll Mitgefühl…) erklärte.

13.

… ich bei mir selbst eine Begabung festgestellt habe.

14.

… ich mich mit Erfolg dagegen gewehrt habe, etwas zu tun, das ein anderer von mir verlangt hat, das ich aber nicht wollte.

15.

… ich festgestellt habe, dass ich körperlich mehr leisten konnte als ich mir selbst zugetraut habe.

16.

… ich eingesehen habe, dass ich mich selbst nicht mehr in Stress/Anstrengung bringen sollte.

17.

… ich mit einer größeren Schwierigkeit (Schmerz, Problem, Aufgabe) fertig geworden bin.

18.

… etwas leichter zu erledigen war als ich dachte.

19.

… ich mir eine Verschnaufpause gegönnt habe.

20.

… mir jemand Anerkennung für eine Leistung aussprach.

21.

… ich es überwunden habe, eine erwartete Anerkennung nicht zu bekommen.

22.

… ich etwas feindliches bezwungen habe.

23.

… jemand durch mein Einwirken sich schnell wieder erholt hat.

24.

… ich mich gefreut habe, dass mein Lob positiv aufgenommen wurde.

25.

… ich mich als mutigen Menschen vorgestellt habe.

26.

… mich die innere Kraft eines anderen Menschen gefreut hat.

27.

… ich den Durchsetzungswillen in der Natur gespürt habe.

28.

… mir ein Gruppenerlebnis Kraft gab.

29.

… ich die Widerstandskraft eines anderen bewundert habe.

30.

… ich mich wie von einem guten Geist geleitet gefühlt habe.

31.

… ich mir eine Schwäche verziehen habe.

32.

… mich meine Nachsicht, die ich mit einer negativen Tat eines anderen hatte, tief befriedigt hat.