Grundwissen

Was sind eigentlich Emotionen? Für wen ist das Ganze geeignet – und für wen nicht? Hier erfährst du die Grundlagen und Voraussetzungen.

Emotionen

Inhaltsverzeichnis

Definition

Definition Emotion:

Emotion ist eine Bündelung von Eigenschaften, Gemütsbewegungen, Gestimmtheiten, Einstellungen und unterstützenden Strategien, die in einem gewissen Grade mit feststellbarem Erfolg oder Versagen in bestimmten Handlungen parallel verläuft. Emotionen können in akute, chronische und soziale eingeteilt werden.

Definition Gefühl:

Gefühl ist innere Regung, seelische Empfindung, Anmutung. Gefühle vermischen sich leicht, z.B. Abneigung – Liebe. Sie haben im Gegensatz zur Emotion etwas Flüchtiges, Ungefähres, verwehen und ändern sich leichter. Sie stehen sehr stark mit den menschlichen Sinnen im Zusammenhang und können außerordentlich undifferenziert oder differenziert sein. Es gibt keine „gefühllosen“ Menschen; sie haben ihre Gefühle höchstens weggesperrt oder sind ungeübt. (Erz.)

Einführung

„Studiere die Menschen, nicht um sie zu überlisten und auszubeuten, sondern um das Gute in ihnen aufzuwecken und in Bewegung zu setzen!“ – Gottfried Keller

Eines, lieber Leser, liebe Leserin, sollte als aller erstes aufgeklärt werden.

Wenn Sie nach dieser Lektüre auf Aussprüche folgender Art stoßen: „Das war jetzt aber sehr emotional“ oder: „Das Thema wurde viel zu emotional behandelt“ oder: „Verhalten Sie sich doch nicht so emotional!“, dann werden Sie sofort wissen, dass hier jemandem ausreichendes Wissen fehlt, was es mit den Emotionen auf sich hat. Sie sollten sich aber davor hüten, diesen Menschen als Ignoranten zu betrachten. Zum Thema der Emotionen sind zwar in den letzten Jahren sehr viele Veröffentlichungen auf den Buchmarkt gelangt. Aber ein richtig gutes Handbuch, das in den Emotionen eine Systematik erkennt und beschreibt, das z.B. Emotionen von Gefühlen und Empfindungen trennt und gesondert definiert, das Wertigkeiten und Qualitätsunterschiede der Emotionen darstellt, ist mir nicht bekannt.

Eine Emotion charakterisiert sich als eine individuelle, energetische Grundbefindlichkeit, die sich wie eine Zusammenballung von Gefühlen, Einstellungen, und Empfindungen bemerkbar macht. Diese ergibt mehr als die Summe ihrer Teile, d.h. es entsteht eine spürbar übergeordnete Stimmungs-Qualität, die von einem selbst und von anderen wahrgenommen werden kann.

Sie bestimmt unser Handeln, unsere Wertvorstellungen, unsere Entscheidungen, unsere Ethik und Moral u.v.a.m. viel stärker als wir das im allgemeinen wissen oder wahrhaben wollen. Sie wird als körpernah empfunden und manchmal mit Körperorganen in Verbindung gebracht, z.B. „da läuft mir doch die Galle über“ (Ärger), „mit hochrotem Kopf“ (Zorn), „da bekommt man kalte Füße“ (Angst). Eine Emotion lässt sich als einen See charakterisieren, der das Milieu für die Boote bildet, die wir Gefühle, Empfindungen und Einstellungen nennen können. Je nachdem wie sich das Wasser bewegt wackeln, dümpeln, schlingern die Boote oder bäumen sich auf. Wenn wir also in einer emotional gedrückten Verfassung sind, können wir auch keinerlei Glücksgefühle hervorbringen. Wenn wir hingegen in emotional bester Verfassung sind, dann riechen wir z.B. die schönsten Düfte, die uns andernfalls gar nicht auffallen. Dem emotional tiefstehenden Menschen ist die Welt fade; der emotional Hochstehende empfindet sie als einen großen Raum von guten Möglichkeiten. Schauen wir uns einen unglücklich und einen glücklich verliebten Menschen an, so sehen wir sogleich die Unterschiede ihrer emotionalen Welt-Erfahrungen. Ein Freund, ein Geigenspieler, drückte den Unterschied zwischen Emotion und Gefühl folgendermaßen aus: Die Emotion ist die Grund-Gestimmtheit der Geige, sozusagen ihr Timbre. Die Gefühle sind die Töne, die sie herzugeben vermag, wenn ich einen entsprechenden Einfluss auf sie ausübe, sie also spiele.

Die unterschiedlichen Emotionen, z.B. Teilnahmslosigkeit, Angst, Zwiespältigkeit, Frohsinn, sind Ausdruck einer verfügbaren Energie, die das Individuum mehr oder weniger bewusst zur Hand hat, um bestimmte Ziele zu erreichen. Die unterschiedlichen Emotionen sind neben den individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten daran beteiligt, ob man mit einem Projekt leicht, schwer, mittelschwer voran und zu einem erfolgreichen Abschluss kommt, oder ob man scheitert oder sich evtl. auf weniger aufwendige Ziele einstellt. So ist es sicher leicht vorstellbar, dass eine „apathische Emotions-Energie“ viel zu wenig Durchsetzungskraft besitzt, um zu einem Erfolg beisteuern zu können. Wir alle kennen aber andererseits den angenehmen „inneren Drall“, der uns beflügelt, wenn wir uns einer Sache zuwenden. Das sind der Frohsinn, die Begeisterung, die uns Flügel verleihen, was nichts anderes ist als ein ordentlicher Energieschub, der unsere Handlungen zu einer erwünschten Beendigung führt, wenn Kenntnisse und andere notwendige Modalitäten ebenfalls vorhanden sind.

Wir können zu keinem Moment in unserem Lebensverlauf nicht nicht-emotional sein, wie wir ebenso nicht in der Lage sind, nicht zu kommunizieren, wie Watzlawick das so treffend gekennzeichnet hat. Es liegt also auf der Hand zu sagen: Wenn wir kommunizieren, sind wir in irgendeiner Weise emotional, und auf welche Weise wir emotional sind, teilen wir jenen Menschen mit, die sich in unserem Umfeld befinden. Es wäre demnach vorteilhaft, wenn wir uns in allen Fällen, auch im Falle negativer Emotionen, ihres Vorhandenseins bewusst wären. Wir könnten unsere Kommunikationen dann nämlich wesentlich bewusster, kontrollierter und auswählender und damit zielführender gestalten.

Dieser Gedanke legt den Schluss nahe: Seinen Emotionen ist man nicht ausgeliefert, man hat sie, man ist sie nicht! Dies trifft bedingt zu, denn Hass, Wut oder Angst überwältigen uns und erzwingen, diese Emotionen zu sein. Aber im Zustand tiefer Freude und größter Heiterkeit ist der sensible Mensch – und sensibel ist man in diesen guten Emotions-Zuständen! – sofort in der Lage, seine gute Stimmung zu dämpfen und sich der tieferen Emotion eines anderen anzupassen, damit man sich mit ihm auf möglichst nahen Ebenen verständigen kann.

Für uns alle hilfreich und dem gegenseitigen Verständnis der Menschen sehr zuträglich wäre es also, wenn wir den jeweiligen emotionalen Ausdruck einer Kommunikation zutreffend beobachten könnten. Vor diese Aufgabe stellte sich vor etwa 35 Jahren eine Gruppe von Beratern und Trainern in Kalifornien, alle auf den Grundlagen Carl R. Rogers‘ arbeitend. Eine meiner Kolleginnen stammte aus einer sog. „Rogers-Familie“, d.h. sie, ihre Eltern und ihre Schwester waren Pädagogen und hatten bei Rogers studiert. Sie waren Freunde geworden, und an warmen Sommersonntagen versammelten sich Rogers mit Studenten und Freunden bei der Familie meiner Kollegin im Garten in einer Universitätsstadt im Norden der USA und man genoss das Zusammensein beim Grillen und guten Gesprächen. Rogers hatte immer wieder sprühende Ideen und regte damit zu interessanten Diskussionen an. Zum Glück gab es in der Runde stets einen Fleißigen, der mitschrieb; sonst hätte manches Konzept, das wir heute verwenden können, nicht zur Verfügung gestanden. So sinnierte Rogers an einem Sonntag, die Füße im Pool baumelnd, darüber, so berichtete meine Kollegin, dass es gerade für die Anfänger in der Einzelberatung nicht selbstverständlich und mit großen Mühen verbunden sei, dem Klienten jenen ruhigen, personen-zentrierten Raum zu bieten, dessen der Klient für seine Aufarbeitung bedurfte. Sie konnten sich nicht lange genug uneingeschränkt und ohne Ablenkung auf das konzentrieren, was der Klient zu berichten hatte, und folglich war das Kommunikationsverhalten der jungen Berater nicht so passend, wie man das von ihnen erwartet hatte. Rogers sprach im Weiteren über diese unverrückbare Konzentration asiatischer Zen-Ausgebildeter und wünschte, wir hätten eine zum westlichen Kulturbereich passende vergleichbare Methode, denn die würde ohne Zweifel das erfüllen, was sich ein Praktizierender der Rogers-Schule wünscht: uneingeschränkte Aufmerksamkeit für die Belange des Klienten. In der dann folgenden Diskussion wurden die Grundlagen für das kommunikative Verhalten des Einzelberaters vorbereitet, die dann später von der o. e. Gruppe bearbeitet und von Dr. Frank A. Gerbode in die Trainingsform gegossen wurde.

Auf ähnliche Weise entstanden die ersten Überlegungen zum Thema der Emotionen, die ja jene „Unterlegungen“ zur Kommunikation sind, ohne die diese blutleer bliebe. – Dazu ein kleines Experiment, das Sie mit einem Menschen durchführen können, mit dem Sie sich sehr vertraut fühlen, und umgekehrt sollte das auch der Fall sein: Sagen Sie diesem Menschen ohne jede emotionale Regung, dass Sie ihn sehr schätzen oder mögen oder lieben, eben so wie es passend ist. Aber bitte, verzerren Sie sich keinen Seelenmuskel dabei, wenn Ihnen dies nicht gelingen sollte. Sie sind bei dieser Übung in einer Emotion gelandet, die man „Gefühllosigkeit“ nennen könnte, was so ist, als wenn Sie emotional die Luft anhalten. Diese Emotion braucht man z.B. in einer schockierenden Situation wie eine Art Stillstellungs-Mechanismus. Eigentlich überdecken Sie bei diesem Experiment eine natürliche, zur Situation passende Emotion mit einer zweiten, die die erste lähmen soll. Nachdem Sie diese »gefühllose“ Zuneigungs-Erklärung geäußert haben, sagen Sie aber bitte Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin in der gewohnten Emotion, was Sie wirklich zum Ausdruck bringen wollten; sonst provozieren Sie ein „emotionales Verschnupft-sein“, was man auch eine Verstimmung nennen kann; und Sie selbst würden sich sonst auch nicht wohl fühlen. Lassen Sie sich dann vom Partner/der Partnerin erzählen, wie er/sie das von Ihnen Gesprochene empfunden hat.

Vergleichen Sie dann das Gehörte mit Ihrer eigenen Empfindung, als Sie emotional unecht / als Sie emotional echt kommunizierten. Vermutlich liegen Ihre Wahrnehmungen und die Ihres Gegenübers gar nicht so weit auseinander.

Der oben erwähnten Systematisierung der Emotionen, die sie sich als Stufenleiter vorstellen können, werden wir uns jetzt genauer zuwenden. Grundsätzlich gilt zu beachten, dass die Emotions-Niveaus in einer typologischen Form dargestellt sind und global zu beobachten sind. Wenn Sie den einzelnen Menschen betrachten, werden Sie je individuelle Besonderheiten feststellen, die ethnischer und/oder sozio-kultureller Natur sind. So ist z.B. das emotionale Herunterspielen der meisten Norddeutschen sprichwörtlich, insbesondere, wenn sie beim Witze-Reißen und Verschaukeln keine Miene verziehen. Außerdem sollte beachtet werden, dass diese Skalierung nur in 14 Segmenten unterteilt ist. Im täglichen Leben werden Sie etliche Zwischenstufen und Übergänge entdecken.

Emotionale Befindlichkeiten des Menschen in Kurzform

(von unten nach oben skaliert)

Teilnahmslosigkeit / Apathie:
Ein grundlegendes Gefühl von großer Hoffnungslosigkeit bestimmt diesen Menschen. Lebensantrieb, Motivation und Interesse an sich selbst und dem Umfeld fehlen gänzlich.
Der betreffende Mensch wirkt wie ohne Emotionen oder Gefühlsregungen.

Gram / Kummer:
Der betreffende Mensch steht unter starkem emotionalem Leiden, das durch unverarbeitete Verluste, Unglücke, Verletzungen aller möglichen Arten und anderer negativer Vorkommnisse entstanden ist. Er ist voller Sorgen, Belastungen, Bedauern und Selbstmitleid.

Angst / Besorgnis:
Qualvolles Unwohlsein und starke Sorgen, dass man zukünftig zum Opfer werden könnte, und Bedauern, es in der Vergangenheit gewesen zu sein, bestimmen das Grunderleben dieses Typs. Er ist von tiefer Besorgnis erfüllt, dass er selbst oder Nahestehende nicht überleben könnten, dass es keine Möglichkeit gibt, dem Verhängnis zu entgehen.

Hinterhältigkeit:
Vorgespielte Freundlichkeit mit destruktiven Absichten, Scheinheiligkeit, Verschlagenheit, Schlitzohrigkeit, Böswilligkeit bestimmen den emotionalen Charakter dieses Typs. Aus der Fehlvorstellung, das menschliche Umfeld bestünde nur aus Feinden, ist der Betroffene von tief verwurzelter, meist unerkannter Angst gepeinigt.

Groll / Unmut:
Der betreffende Emotionstyp ist von einem Grunderleben des
Übelnehmens, der Entrüstung und des Nachtragens bestimmt. Er fühlt sich leicht beleidigt, verletzt oder zurückgesetzt und beneidet häufig andere um ihrer Vorteile willen. Er möchte gerne offen opponieren, traut sich aber nicht, aus
Furcht vor Restriktionen.

Zorn / Wut:
Ein starkes Gefühl zerstörerischer Absichten und Ideen durchzieht einen Menschen dieses Typs und er zeigt seine Zerstörungsbereitschaft offen. Er droht und verletzt, was häufig den falschen Empfänger trifft. Der Wütende lehnt Kommunikation, die Meinungen und die Zuneigung anderer strikt ab. Er quittiert fast alles, was ihm begegnet, mit Unmut.
Antagonismus/Widersetzlichkeit:
Aktive Opposition ist das Lebensmotto dieses antagonistischen Menschen. Einschüchterungen werden angewendet, um andere im Griff zu haben. Er sieht das Leben im wesentlichen als anstrengende Herausforderung und er würde es nur schwer ertragen, Unterlegener zu sein.

Zwiespältigkeit:
Unentschiedenheit und Wankelmut bilden den Boden, auf dem sich die „gemischten Gefühle“ dieses Typs angesiedelt haben. Die Wahrscheinlichkeit, in einem Vorhaben erfolgreich zu sein, wird gleichwertig im Sinne der Zielerreichung oder des Scheiterns gesehen.

Zufriedenheit:
Gleichmütige Selbstzufriedenheit, passive Intoleranz mit den Meinungen anderer Menschen und minimale Absichten und Anstrengungen in Richtung auf Gemeinwohl-Optimierung bestimmen das Grunderleben des Zufriedenen.

Verbindlichkeit/Freundlichkeit:
Dieser freundliche Mensch hat ein entspanntes Vertrauen, seine Ziele zu
erreichen. Er ist konservativ-umsichtig und verhält sich vorsichtig bei
Veränderungen oder divergenten Ansichten anderer Menschen. Er neigt dazu, Institutionen, Methoden, Gewohnheiten u. ä. beizubehalten, wenn sie sich bewährt haben.

Frohsinn:
Dieser beherzte, voller Lebendigkeit und Freude anderen gerne zugewandter Mensch, hat an seinem Leben und dem der anderen ein sehr starkes Interesse und wirkt belebend.

Begeisterung:
Der Zustand dieses Menschen ist angeregt, voller Energie, Zuversicht und Durchschlagskraft, vor allem wenn es darum geht, wichtige Ziele zu erreichen. Er belebt und motiviert seine Mitmenschen, reißt sie mit.

Heiterkeit:
Er ist sehr belebt und belebend für andere, frohgemut, voller Humor und Gelassenheit. Seine zuversichtliche Rolle als Ruhepol wirkt wohltuend für andere. Seine Heiterkeit ist mit einem ausgeprägten Gespür für geistige Freiheit, Ausdehnungsfähigkeit und Flexibilität verbunden.

Freude / Glückseligkeit:
Tief und beglückend erlebte Lebendigkeit von allem, was da ist. Der Mensch ist sich der Tatsache inne, dass er aus seinem „makellosen Kern“ heraus wahrnimmt und erlebt. Im Hier und Jetzt und mit allem vertraut zu sein und entsprechend zu handeln, ist sein Streben. Zu lieben ist die Erfüllung seines Lebens.

Latente, soziale und situationsbedingte Emotionen

Wir werden sehr verwundert sein, wenn wir den sonst so gelassenen und zuversichtlichen Kollegen auf einmal traurig und mit hängendem Kopf antreffen. Wir werden zweimal hinschauen müssen und kaum begreifen, wie der sonst so strenge und zu Wutausbrüchen neigende Patriarch beim Zusammentreffen mit einer ihm hierarchisch übergeordneten Person zum liebenswürdigsten und einfühlsamsten Mitmenschen wird. Was geht da vor?

Im ersten Fall wird es sich um einen traurigen Vorfall, dem Tod einer nahestehenden Person, einem materiellen Verlust oder einer betrüblichen Nachricht handeln, und der sonst so optimistische und fröhliche Mitmensch – das ist seine latente emotionale Lage – verwandelt sich über kürzere oder längere Zeit in einen Trauernden. Im zweiten Fall erleben wir einen Menschen, der weiß, wie er sich vorteilhaft zu verhalten hat, wenn das eine bestimmte soziale Situation erfordert. Eigentlich, latent, gehört er in den aggressiven Bereich der Emotionen. Was wir als „nach oben buckeln und nach unten treten“ kennen, zeigt sich als sozial gezeigte Emotion, die immer eine unwahre, eine
nicht identische ist.

Die latente Emotion oder latente emotionale Bandbreite ist die uns tatsächlich zugehörige. Die haben wir uns als beste Strategie, das Leben so gut als möglich zu gestalten, erschaffen; sie ist maßgebend für unser Verhalten, unsere Lebenseinstellungen, für die Umsetzung unserer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie ist die Grundenergie, mit der wir den Herausforderungen des Lebens begegnen. – Nach David Hawkins ist diese Emotion Grundlage für unseren Lebens-Genuss. Ja, man mag es nicht glauben: auch der Mensch, der sein Leben mit schädigenden Handlungen füllt, erlebt Genuss in seinen unwürdigen Handlungen, und zwar aus dem Bewusstseins-Niveau, das mit dieser bestimmten Emotion verbunden ist. – Die latente emotionale Lage entscheidet letzten Endes darüber, wieweit unsere Ziele gesteckt, ob und wie sie erfüllt werden. Latente tiefe emotionale Befindlichkeiten rühren auch daher, dass der Betreffende mit viel negativem Stress und mindestens einigen schweren traumatischen Geschehnissen belastet ist.

Eine soziale Emotion kennzeichnet die Vorstellung des betreffenden Menschen, wie er sich in bestimmten sozialen Situationen zu verhalten genötigt oder veranlasst sieht. Die latente Emotion wird hierbei weitgehend verborgen, weil beispielsweise der „der gute Ton“ oder „mit den Wölfen zu heulen“ oder sonst irgendwelche Rücksichtnahmen oder Berechnungen dies nahe legen.

Die situationsbedingte Emotion bestimmt sich nach Einflüssen, denen der Betreffende ausgesetzt ist. Ein negatives oder ein freudiges Ereignis heben oder senken die emotionalen Äußerungen des Betreffenden. Je tiefer der betreffende Mensch auf der Skala der Emotionen rangiert, desto länger braucht er, um sich von einem abträglichen Einfluss zu erholen. Ein frohes Ereignis hält aber auch nicht lange vor, um seine Stimmung zu heben. Der emotional Hochstehende erholt sich schnell von betrüblichen Ereignissen und schwingt sich sehr bald in seine latente Emotion ein. Freudigen Einflüssen schenkt er lang andauernd Aufmerksamkeit und kann sie immer wieder in seinem Gedächtnis reproduzieren oder zum Besten geben. Insbesondere durch die latenten Emotionen von Menschen in unserer Umgebung werden unsere situationsbezogenen Emotionen beeinflusst, weshalb der Mensch, der sich sein gutes Lebensgefühl nicht verderben lassen will, die Gemeinschaft mit Personen niederer Emotionen meidet und solche höherer Emotionen sucht.

Je höher die Emotion eines Menschen ist, umso leichter und schneller kann er sich über die gesamte Klaviatur der Emotionen bewegen, d.h. er reagiert emotional angepasst auf die sich ihm bietenden Situationen. Dieser Vorgang darf nicht als billige Angleichung missverstanden werden. Es handelt sich bei solchen Anpassungsprozessen um sozial-kompetentes Verhalten. Allerdings: Nur in den oberen Emotionen bewegen sich die authentischen Persönlichkeiten.
Dies wird weiter unten genauer ausgeführt.

 

Unsere Emotionen im täglichen Leben

Zur sinnfälligen Darstellung dieser einzelnen Emotionen, und zwar wie sie sich in ihrer der Person zugrundeliegender Form manifestiert, stelle ich Ihnen z.T. selbst erlebte Emotionstypen vor. Es handelt sich hierbei um die latenten Emotionstypen.

Apathie:
Mein Nachbar, ein frühpensionierter Mann, der in der Garage des Hauses, in dem ich wohne, einen Stellplatz für sein Auto gemietet hat, läutete neulich bei mir und wollte in die Garage eingelassen werden, denn er hatte sein Schlüsselbund im Auto stecken lassen. Ich wohne im Erdgeschoss und so war es logisch, dass er bei mir läutete, da ich den kürzesten Weg zur Garage habe. Er stand da wie ein begossener Pudel, gottergeben und widerstandslos und erklärte mir umständlich und wiederholt, es sei halt so eine Hast gewesen, habe er den Schlüsselbund im Auto vergessen. Langsam und viel schwerer als sein Körpergewicht dies erwarten ließ, das Gesicht schlaff hängend, trottete er hinter mir her zur Garage. Als ich ihn fragte, was er denn gemacht hätte, wenn ich nicht daheim gewesen wäre, meinte er „Je nun, weiß nicht, da hätte ich wohl zu Hause bleiben müssen.“ Er ist ein ganz intelligenter Mann, aber er kam nicht mal auf die Idee, bei anderen Nachbarn in diesem Hause um Einlass und Hilfe zu bitten. Wenn ich ihm auf der Straße begegne, fällt mir als erstes sein langsamer, völlig unelastischer Schritt auf, sein Körper ist vorgebeugt und er schaut immer trübselig und träge drein. Man kann der Eindruck gewinnen, dass er ganz in sich zurückgezogen existiert und sich quasi mühselig herbeiruft, um dann vorhanden zu sein und Leute zu begrüßen. Seine Frau erzählte mir von seinem Herzleiden, sagte aber auch, dass er schon immer, schon vor der Erkrankung, ein wenig träge und lustlos gewesen sei. Nach dem überraschenden Tod seines Sohnes sei er so in sich zusammen gesunken.

Da ich weiß, dass kein Mensch von Natur aus und so beständig teilnahmslos gestimmt ist, kann ich nur rückschließen, dass mein Nachbar noch mehr Stresssituationen und Traumata erlebt hat, die sich Schicht auf Schicht auf seinem Gemüt gestapelt haben und er wird unverarbeiteten
unter dem Gewicht seiner Belastungen seelisch gebeugt seine Lebenstage beschließen,
denn an seinem Zustand ändern kann er nichts mehr, dazu fehlt ihm jeder Antrieb. Seine Restenergie reicht ja gerade noch dazu, das Allernötigste für seine Lebensaufrechterhaltung zu tun. Seine emsige Frau ist wirklich seine bessere Hälfte, die dafür sorgt, dass es ihm sonst an nichts fehlt.

Gram/Kummer:
Wir befinden uns in der frühen Nachkriegszeit. Ich bin ein kleines Mädchen und erlebt in meiner Nachbarschaft, wie Vertriebene aus einem der ehemaligen deutschen Ostgebiete, Verwandte unserer langjährigen Nachbarn, im Haus einziehen. In den folgenden Monaten interessiert mich besonders eine alte Dame, die bei Sonnenschein im Garten sitzt. Ich geselle mich gelegentlich zu ihr und sie erzählt mir dann immer wieder von ihrem großen schönen Haus und dem Spielzeugladen, den sie in Schlesien verlassen musste. Mit tiefem Bedauern und feuchten Augen jammert sie dann: „Mei schiens, schiens Haisla, olles weg“, (Mein schönes, schönes Haus, alles weg) und schluchzt dann meistens auf. Wenn ich das Grab meines verstorbenen Bruders auf dem nahegelegenen Friedhof besuche, sitzt die alte Dame dort häufig auf einer der Bänke, hat die Hände gefaltet, betet offensichtlich und schaut kummervoll vor sich hin.

Umso erstaunlicher verhält sich ihre Schwester. Ich sehe sie den ganzen Tag mit den Kindern der Nachbarin herum-wuseln. Sie werkelt zusammen mit ihrer Tochter im Garten, putzt Gemüse, klopft die Teppiche aus, hängt Wäsche auf und ruft ihre Enkel zum Essen. Wenn meine Mutter und ich zum Einkaufen gehen, sehe ich sie in den langen Schlangen vor den Läden warten. Manchmal ruft sie meine Mutter zu sich und bedeutet den anderen Wartenden, dass sie für die junge Frau, meine Mutter, in der Schlange Platz gehalten habe, weil diese ,zwei alte, kranke Eltern zu umsorgen habe und nicht so viel Zeit wie andere zum Schlange-Stehen habe‘. Dabei zwinkert sie meiner Mutter zu, denn das stimmt ja alles nicht. Meine beiden Großelternpaare leben recht munter und nicht einmal besonders weit von uns entfernt. Die beiden Frauen, die junge und die alte, mögen sich einfach, helfen sich gern gegenseitig, und sind irgendwie eines Geistes.

Inzwischen bin ich schon ein großes Kind, eigentlich schon fast eine Halbwüchsige, die man damals so sagte, wohne nicht mehr in jener Stadt, in der ich damals gelebt habe, und besuche meine ehemaligen Nachbarn, d.h. eigentlich meine Freundinnen, die Kinder jener Nachbarn. Die beiden alten Damen, Großmutter und Großtante, leben noch, hochbetagt. Die „Grämende“ jammert noch immer ihrer alten Heimat nach, so in sich hinein, dass ich mir die Frage stelle: meint sie mich eigentlich, wenn sie mir davon erzählt? Die Muntere wuselt und plaudert noch fast so wie vor Jahren, den Blick auf uns gerichtet, wirklich zugewandt, voll im Leben, wie man so schön sagt.

Wenn ich heute über die beiden nachdenke, drängt sich mir die Erinnerung an jenes entwicklungspsychologische Experiment auf, von dem ich vor vielen Jahren las: Neugeborene wurden gleich nach der Geburt auf eine Art Schüttel-Rost gelegt, gut gepolstert selbstverständlich, und der Untergrund bewegte sie etwa so wie Kartoffeln auf einem Rost geschüttelt werden, um die kleinen von den großen Knollen zu trennen. Etwa 50 % der so gerüttelten Babys lagen spannungslos und gottergeben da und ließen die Prozedur über sich ergehen; die anderen etwa 50 % verhielten sich angespannt, quasi mit geballten Fäusten, und taten ihren Protest so lauthals kund, wie dies Neugeborene eben tun können.

Genauso unterschiedlich standen die beiden alten Damen im Leben. Die eine verstand sich als „Opfer“ des Schicksals und hatte sich in der Vergangenheit geparkt, die andere konzentrierte sich auf das Hier und Jetzt und war eine resilient Tätige ihres Daseins.

Angst/Besorgnis:
Vor einigen Jahren brach vor meinen Augen an der Käsetheke eines Supermarktes eine Frau etwa meines Alters zusammen. Ich kümmerte mich um sie, damit sie wieder auf die Beine kam. Ich führte sie nach Hause und erfuhr von ihr, dass sie Mitglied einer Psycho-Sekte sei und nun völlig verschuldet wäre. Sie hatte nicht mehr genügend Geld, um sich richtig zu ernähren und war wohl auch deshalb zusammengebrochen. Ich lud sie zu Gesprächen ein. Ich nannte diese Zusammenkünfte anfangs weder „Sitzung“ noch „Beratung“, damit sie sich wegen eines möglichen Honorars keine Sorgen machen musste. Nach einiger Aufklärung meinerseits über die Wirkungsweise solcher Sekten, verstand sie, dass sie ein weiteres Mal, wie schon so oft zuvor in ihrem Leben, gutgläubig Hilfe erhofft hatte und betrogen wurde. Sie erklärte ihren Austritt aus dieser Sekte.

Über Einzelheiten aus dem Leben dieser Frau darf ich aus Klienten-Schutzgründen nichts berichten. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass diese Frau so ziemlich alle Arten von Traumata, Stressen, Ängsten, Verstimmungen, Problemen und Konflikten erlebt hat, und diese in einer Vielzahl. Davon hat sie so viele abbekommen, dass drei Personen damit mehr als genug zu tragen gehabt hätten. Eine innere Kraft, ihr höchst selbst kreierter Überlebenswille, hatte sie immer wieder dazu gebracht, sich selbst das Versprechen zu geben, nicht aufzugeben, sich irgendwann einmal von allen ihren mentalen und sozialen Dilemmas und Blockaden zu befreien. So sank sie trotz der vielen Belastungsschichten, die sich über ihr auftürmten, nicht bis zur Teilnahmslosigkeit herunter, sondern „grub“ sich sozusagen bei den Emotionen Angst / Furcht / Besorgnis ein. Diese hielten sie einigermaßen wachsam, so dass sie sich viele Male traumatisierenden Übergriffen entziehen konnte. Sie fühlte sich mit der Zeit wie Fleisch gewordene Angst. Das war ihre latente Emotion, in der ich sie längere Zeit vorfand.

In Gefahrensituationen neigen Menschen und Tiere dazu, entweder zu fliehen oder anzugreifen. Das letztere hatte sie nicht gelernt und somit auch aus guten Gründen nie gewagt. Mit dem nach und nach stattfindenden Abbau der Belastungen in Trauma-Sitzungen fand sie sich eines Tages im „Groll“ wieder und fing an, die traumatisierenden Personen ihrer Vergangenheit anzuklagen.
Das ging eine ganze Zeit so weiter und machte sich in ihrem täglichen Leben ziemlich störend bemerkbar, weil sie diese Emotion ständig mit sich herum trug und andere Menschen spüren ließ, bis sie auch diese Emotion abgebaut hatte und hinter sich lassen konnte. Heute ist sie weitestgehend versöhnlich zu ihrer Vergangenheit gestimmt, lacht, zeigt Humor und betrachtet ihr ganzes bisheriges Leben als ein langes Überlebensabenteuer.

Hinterhältigkeit:
Vor etwa 9 Jahren häuften sich die Meldungen in der Tagespresse einer süddeutschen Großstadt, dass Selbstmörder sich von S-Bahnen überfahren ließen. Aus diesen Berichten wurde die Einsicht immer deutlicher erkennbar, dass die in Mitleidenschaft gezogenen Opfer dieser Vorfälle die Triebzeug-Führer waren, die also dringend der Hilfe bedurften. Da mir bekannt war, dass es viel zu wenige, auch häufig nicht zureichend ausgebildete Trauma-Praktizierende in Deutschland gibt, erschien es mir dringend nötig, dem Personal-Verantwortlichen für diese Triebzeug-Führer meine Hilfe anzubieten, zumal ich wusste, welcher Segen von meinen beiden Kollegen aus England ausging, die sämtliche entsprechende Vorfälle im gesamte U-Bahnnetz in London mit Trauma-Bereinigung und anderen Kriseninterventionen bearbeiteten.

Der für den gesamten Ausbildungsbereich der Triebzeug-Führer zuständige Manager empfing mich zu einer Besprechung in einem großen Raum, in dem in der Mitte Tische zu einer Art Rondell aufgestellt waren. Ich setzte mich an einen Platz, von dem aus ich den ganzen Raum überschauen konnte. Der Manager trat ein und setzte sich, zwischen uns drei Stühle. Aha, dachte ich bei mir, der Mann hat Angst, lass‘ dich von seinem Manager-Rollenverhalten nicht beeinflussen, das steht auf wackeligen Füßen. Es stellte sich dann heraus, dass er mich aus ganz anderen Gründen als den von mir avisierten zu einem Gespräch gebeten hatte. Er vertrat den Standpunkt, dass Triebzeug-Führer von solcher Robustheit sein müssten, dass sie mit ihren Triebwerken ohne besondere Bedenken über die Selbstmörder hinweg führen. Leider gäbe es dann immer wieder solche Mitarbeiter, die zu lange Fehlzeiten nach einem solchen Vorfall hätten. Außerdem koste so ein Selbstmord auch aus den Gründen des Zeitverlustes und der Umorganisation sehr viel, da für die Triebzeug-Führer leider die Rechtsnorm bestünde, nach einem solchen Vorfall anzuhalten und sich zu vergewissern, was da geschehen sei. Überdies gäbe es dann noch solche „laschen Typen“ unter den Mitarbeitern, die zusammenbrächen, nicht mehr in ihrem Beruf oder überhaupt nicht mehr arbeiten konnten, also Krankenkassenkosten, Umschulungen oder viel zu frühe Berentung kosten würden. Seinen Triebzeug-Führern sollte ich, möglichst an einem Wochenende, beibringen, nach der Formel „d., d. ,w.“ („dran, drüber, weiter fahren“) zu handeln! Das sagte er so leicht dahin wie: ,Morgen früh geht die Sonne wieder auf.‘

Was meine Selbstbeobachtung zur Zeit dieses Gespräches anbetraf, stellte ich zu meiner Verblüffung fest, und zwar nachdem etwa eine Stunde verstrichen war – und ich bin normalerweise nicht langsam im Denken – was dieser Mensch mir abverlangen wollte, wie er mich gleichzeitig auf unmerkliche Weise in meiner Trauma-Arbeit zu demotivieren versuchte. Da sollte ich den Triebzeug-Führern beibringen, sich über Mitmenschlichkeit, Rechtsnormen und mögliche eigene seelische Belastungen hinweg zu setzen! Gleichzeitig sollte ich das selbstverständlich auch mit mir selbst veranstalten! Sie und ich, so die Absicht dieses Managers, sollten kriminell handeln! Dieser Mann wusste selbstverständlich ganz genau, dass ich den Kürzeren zöge, wenn ich sein kriminelles Ansinnen der Staatsanwaltschaft mitteilen würde. Ich hatte keinen Zeugen.

Diese Hinterhältigkeits-Typen, von denen der vorliegende Manager ein sehr gutes Beispiel abgibt, sind zum einen von tiefer Angst durchdrungen, nämlich der, andere könnten ihre wahren Absichten erkennen, vielleicht sogar Kenntnis von ihren verheimlichten Verfehlungen erhalten. In ihrer latenten Angst finden sie solche „Psycho-Tanten“ wie mich äußerst gefährlich, denn diese könnten ja dahinter kommen, welch Ungeistes Kinder sie sind. Zum anderen verstehen sie es auf für mich bisher immer noch nicht ganz geklärte Weise Dinge nicht-wahrnehmbar zu machen; das ist, als wenn man einen Schleier übers Gesicht gezogen bekommt und nicht mehr richtig sehen, hören und fühlen kann. Insofern kann man Scheinheilige, Hinterhältige und Heimlichtuer ohne weiteres als mentale Nebelbomben bezeichnen.

Näher an der Angstemotion, aber zum Hinterhältigkeits-Bereich gehörig, finden wir einen ganz bestimmten Scheinheiligkeits-Typ. In gruppendynamischen Situationen lässt sich immer wieder beobachten, ausgelöst durch die auf den ersten Blick überzeugend wirkenden Einwürfe moralischer, freundlich und ach so nett erscheinender Bedenklichkeiten gegen gradlinige, Energie-volle und zielführende Ideen und Personen, dass Power und hohe Emotionen und damit wichtige Veränderungen und Kreationen zunichte gemacht werden. Man kann in einer Gruppe ganz schnell und exakt herausfinden, wes Geistes Kind da am Werke ist. Diejenigen, die den Energie-vollen, kompetenten und führenden Gruppenteilnehmern zuarbeiten und ausreichende Kommunikation mit ihnen pflegen, gehören ganz sicher nicht zu den Scheinheiligen. Diejenigen aber, die sich von den Energie-vollen und Hochemotionalen streng oder harsch behandelt fühlen – obwohl das selten und dann begründet oder gar nicht der Fall gewesen sein muss – werden von hinten herum angeschwärzt, und zwar bei solchen Personen, von denen sie annehmen, sie seien ihnen emotionsmäßig gleich oder ebenbürtig. Dazu verwenden diese Scheinheiligen vor allem Stereotype, Vorurteile und Verallgemeinerungen, wie z.B. „Männer, die keine Kinder haben, können sich nie in Väter hineinversetzen“ oder „immer lassen sie die Musik so laut spielen“ – Fakt war: einmal kam das vor und dann nie wieder – „wer unsere Arbeit nicht kennt, kann sich gar nie vorstellen, wie schwer wir es haben und darf deshalb niemals kritisieren“. Wenn man diese minderwertigen Äußerungen genau untersucht und die Fakten und das wirklich Vorgefallene klar legt, dann ziehen diese Scheinheiligen die Köpfe ein und warten auf die nächste Gelegenheit, aus Unterstellungen oder einer Nichtigkeit eine Staatsaffäre machen zu lassen – denn sie schieben ja stets andere vor, weil sie für eine offene, selbst geführte Auseinandersetzung zu feige und zu schwach sind, wobei sie mit moralischen Konzepten hervorragend zu ihren Gunsten zu hantieren verstehen.

Wenn dieser Emotionstyp spürt, dass jemand daher kommt, Gutes im Sinn hat und eine wirklich substantielle Hilfe, gar eine effektive Lösung anbietet, d.h. wenn er fürchten muss, dass durch den Unterschied zu ihm die Niveaulosigkeit seiner Ideen und Taten sichtbar werden könnte, dann zieht er sich feige zurück und strengt sich aus dem Hintergrunde mächtig an, dem positiv gestimmten Helfenden in die Parade zu fahren, selbstverständlich ohne dass jemand sein Wirken erkennen kann. Er würde niemals mit offenem Visier kämpfen. Er ist der eigentliche Mobber im Hintergrund, von dem sich die schwächeren Typen in seinem Umfeld zum Mobbing vor Ort verführen lassen. Er ist von Neid zerfressen, wenn ihm ein fähiger Mensch begegnet. Der neidische Hinterhältige kann mitunter nicht einmal richtig erkennen, was diesen Menschen zu einem aus der Masse heraus gehobenen Menschen macht; aber er fühlt, dass der etwas hat, was er selbst gerne haben möchte, spürt aber zugleich seine Unfähigkeit, dass er da nicht heran reichen kann. Deshalb bemüht er sich im Hintergrund, den Fähigen herunter zu ziehen, nach dem Motto: ,Ich mache alles so platt wie ich selbst bin, dann merkt man nicht, dass ich mich „nach unten“ abhebe‘. Er ist mit Lebensenergie nur schwach ausgestattet und er weiß es. Deshalb stiehlt er anderen von deren Energien (z.B. „verschwinden“ Dinge, und der Betroffene muss Zeit und Aufmerksamkeit aufwenden, um sie wieder zu finden. Werkzeuge sind zerstört und man kann mit der Arbeit nicht fortfahren; der Kunde wartet auf das Werkstück, sucht sich vielleicht einen anderen Handwerker… Schaden, Verluste, Sabotage, Rätseln, Verwirrung…) so viel und so heimlich wie er kann, vergleichbar dem Rumpelstilzchen, der sich ins Fäustchen lacht, weil er glaubt, erpressen zu können.

Wenn wieder mal irgendwo ein Skandal ruchbar wird, Betrüger am Werke sind, wenn sich Menschen oder Nationen in die Haare kriegen, dann ist es an der Zeit, das oder die jeweilige „Rumpelstilzchen“ ausfindig zu machen und sie bei ihren Namen zu nennen. Es verbietet sich selbstredend, mit diesen Wichten Mitgefühl zu haben, wenn spürbar wird, dass sie von tiefer Angst durchdrungen sind oder wenn sie sich auf die eine oder andere Weise Rumpelstilzchen-mäßig „zweiteilen“. In Anlehnung an den bekannten Rumpelstilzchen-Spruch lässt sich folglich reimen:

„Heute sabotier‘ ich,
morgen manipulier‘ ich,
übermorgen flüstre ich was falsches ein.
Ach, wie gut, dass niemand weiß,
dass ich mir aus tiefer Angst
immer wieder in die Hosen sch…!“

Wer sie erkannt hat und mit ihrem schlimmen Wirken Bekanntschaft machen musste, wünscht sich einen sicheren Ort für diese Typen, von wo aus sie niemandem mehr schaden können.

Groll/Unmut:
Dieser Typ ist das, was man landläufig einen Griesgram oder Misanthropen nennt. Er hadert mit seinem Schicksal und ist außerstande, seinen gerechten Verantwortungs-Anteil an seinen Missgeschicken zu übernehmen. Er leidet mehr als normal an körperlichen Schmerzen und bedarf der Schonung, wo Andere sich ins Zeug legen und die Sache, nicht den eigenen Zustand, in den Vordergrund rücken. Er neigt also dazu, ein Hypochonder zu sein.

Die hier beschriebene Frau wurde in ihrer Kindheit als lern-faul und als Träumerin bezeichnet. Sie schwänzte die Schule häufig und trieb sich bei gutem Wetter lieber in freier Natur umher. Sie fand es sehr ungerecht, dass die Lehrer ihr nicht mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt schenkten, da sie doch die ersten Jahre ihrer Kindheit in einem Heim verbracht hatte und dadurch ihr Potential sich nicht ausreichend entwickeln konnte. Quasi mit dem Fuß aufstampfend brachte sie so zum Ausdruck, dass ihr dieser besondere Zuspruch zugestanden hätte. Denn dann wäre sie nach guten Schulabschlüssen in der Lage gewesen, einen viel besseren Berufsweg nehmen zu können und wäre nicht ihr ganzes Leben lang der primitiven Enge jener Schicht ausgeliefert gewesen, in der sie aufwuchs. – Wir bemerken: Sie lebte im Konditional. – Sie wollte was Besseres sein. Als jemand aufgrund dieser emotionalen Haltung, die sie fortwährend zum Ausdruck brachte, sie mit „Prinzessin“ titulierte und sie den Spott verstand, war sie tief und lang-dauernd verschnupft.

Als sie verheiratet war, stellte sich heraus, dass sie eigentlich unter zweifelhaftem Vorzeichen geheiratet und mit dem Mann keine besonders glückliche Hand gezeigt hatte. Sie erwartete besondere Zuwendung und Lob von ihm, der selbst nur von unzulänglicher Persönlichkeits-Entwicklung war, verrichtete aber keinen guten Hausfrauenjob und verweigerte die sexuelle Gemeinschaft so oft es nur ging. Sie wusste, dass sie diesen Mann nicht liebte, rechtfertigte aber die Heirat für sich mit dem Vorsatz, dass sie ihn schon werde lieben lernen. Im Grunde wollte sie versorgt sein und stellte sich im Gegenzug als durchaus bereit dar, ihren Anteil an Arbeit und Zuneigung in die Ehe mit einzubringen. Sie wollte, tat es aber in Wirklichkeit nicht. Willensbekundungen ohne entsprechend folgende Aktionen sind unverbindlich und dienen lediglich der sozialen „Gut-Stellung“. Schließlich kam es zur Scheidung. Etwa 10 Jahre nach der Ehescheidung hatte sie sich in den Kopf gesetzt, dass ihr Mann für sie Unterhalt zahlen müsse – ihr gemeinsames, bei der Mutter lebendes Kind war inzwischen 12 Jahre alt und in einem Hort bestens versorgt, wenn die Mutter ihrer Erwerbstätigkeit nachging. Es bestand überhaupt keine rechtliche Grundlage, so etwas zu verlangen. Ethisch war ihr Ansinnen sowieso nicht, denn Ethik lebt u.a. vom materiellen oder immateriellen Austausch, und diese Frau bot ihrem geschiedenen Manne nichts, sie verlangte bloß. Sie hatte nämlich überhaupt keine Lust, zur Arbeit zu gehen und sich den dort bestehenden Konflikten auszusetzen, die sich im Wesentlichen aus ihrem grollenden Verhalten ergaben.

Sie hatte häufig allerlei Zipperlein, ließ sich krankschreiben und kurierte sich mit Sorgfalt aus, jammerte etwas unterdrückt über ihre Wehs und Achs, so dass diese umso deutlicher nach außen drangen und gleichzeitig der Eindruck einer sich mühenden und tapferen Frau entstand. Sie hatte wirklich nicht sehr viel Lebensenergie zur Verfügung, wie dies ihrer latenten emotionalen Stufe auch entsprach. Als ihr die häufigen psychosomatischen Körperstörungen zu viel wurden und ein Arzt ihr empfahl, sich einmal in psychologische Beratung zu begeben, tat sie dies schließlich. Ihre psychosomatischen Ausfälle, ihre körperlichen Schmerzen, ihre immer häufiger auftauchenden zermürbenden Depressionen, ihre nachlassende Leistungsfähigkeit, die vielen Konflikte und Probleme aus ihrem sozialen Umfeld machten ihr schließlich so zu schaffen, dass sie sich aufraffte, um ihr Leben in den Griff zu nehmen. Sie konnte sich nach ziemlich langer Zeit mit kompetenter und geduldiger Hilfe aus ihrem latenten Groll heraus entwickeln. Es stellte sich auch bei dieser Frau wieder einmal heraus, dass die Aufarbeitung von früheren Traumata und Distressen, also Ereignissen, in denen sich ihre latente Groll-Emotion wie in einem Kokon verfangen hatte, die Lösung war. Sie befand sich nach dieser Überwindung in einem zufriedenen Gemütszustand und hatte genügend Energie verfügbar, ihr Leben weitgehend selbständig und selbstbestimmt zu gestalten.

Zorn / Wut:
Der hier beschriebene Emotionstyp war ein gar nicht so unüblicher Mann seiner Generation: Er schlug seine Kinder bereits ab dem Kindergartenalter, sehr oft, heftig und mit stahlharten Händen oder einem sog. „Siebensträhligen“ (ein kräftiges Lederstück, etwa 40 cm lang, auf die Länge von 30 cm in 7 Streifen geschnitten und an einen Ende rund um einen etwa 50 cm langen Holzknüppel genagelt und mit einem Lederriemen fest umwickelt. Ein kräftiges Schlagwerkzeug, sehr haltbar, auch bei häufigem Gebrauch), einem Holzscheit oder was ihm gerade passendes in die Hände fiel; er schnauzte seine Frau an, in der Militärkaserne wies er die Rekruten brüllend zurecht u.v.a.m. Es brauchte nur sehr wenig Reiz aus seiner Umgebung und niemand wusste, was es sein könnte, und dieser Mann ging reflexartig hoch wie eine Rakete. Jeder klare Sinn, jedes anerzogene Wohlverhalten waren verschwunden; er war in solchen Momenten nichts als blanke, erbarmungslose, nicht steuerbare Wut. Nach solchen Jähzorns-Anfällen, vor allem wenn sie sich in der Familie ereigneten, war er völlig erschöpft, zog sich in sein Bett zurück mit einem letzten Blick an die „Delinquenten“, der beschuldigend sagte: ,Jetzt habt ihr mich wieder so weit gebracht!‘ womit er nicht nur meinte, dass die Familienangehörigen ihn auf die Palme gebracht hätten, sondern sie waren auch dafür verantwortlich, dass er jetzt ganz entkräftet war und sich niederlegen musste.

Da die auslösenden Stimuli im vorliegenden Fall geringfügig sind oder gar nicht wirklich existieren, dürfen wir davon ausgehen, dass dieser Mann latent wie in wütenden Schuhen lief, die ihn jeder Zeit, nicht voraussehbar, aus der Bahn werfen konnten.

Sein Alltag war häufig von Überlegungen bestimmt, wie er es dem einen oder dem anderen „heimzahlen“ könne. Mal hatte ihn jemand schief angeschaut, mal ihm den gebührenden Respekt nicht gezollt, mal hatte man ihm widersprochen und seine Meinung nicht Sklaven-gleich übernommen. Er selbst war außerstande, seine Kritik in einer gemäßigten Form zu äußern. Besonders schlimm aber war für ihn, wenn er Kritik von Vorgesetzten entgegennehmen musste. Da der Zornige zu feige war, „nach oben“ seine Aggressivität los zu werden, bekamen die „Unteren“ den Sermon ab, vor allem die Familienmitglieder. Ein ganz mutiger Bekannter der Familie wagte es einmal, ihn „Mimose mit Vorschlaghammer“ zu nennen und hatte damit die Anwesenden als Lacher auf seiner Seite. Der Name dieses mutigen Menschen durfte danach in seiner Gegenwart nie mehr erwähnt werden.

Er war mächtig eingenommen von seinen eigenen Leistungen. Die Menschen, die ihm unterstellt oder von ihm abhängig waren, taten gut daran, ihn über die Maßen dafür zu loben, selbst wenn die Dinge, die er tat, nicht so besonders wichtig oder großartig waren. Er tat sie ja um der Anerkennung, der Selbsterhöhung, nicht der Sache willen, und jeder, der ein gesundes Gespür hatte, bemerkte das. Oft führte er Vorhaben gar nicht zu Ende und andere mussten sich damit plagen, und er wendete sich, wenn es irgend möglich war, nur solchen Verrichtungen und Arbeiten zu, an denen er Spaß hatte. Die Pflicht und die Sache standen für ihn nie aus eigenem Antrieb im Vordergrund. Um die Erledigung bestimmter häuslicher Pflichten, an denen auch der autoritärste Patriarch nicht vorbeikommt, mussten die Angehörigen lange betteln bis sie erledigt wurden.

Wenn seine Frau aufmüpfig oder kritisch ihm gegenüber zu werden drohte, dann ließ er die Bemerkung fallen, dass es ihr wohl zu gut gehe, und schnell hatte er wieder irgend einen Grund gefunden, ihre gute Laune zu drücken. Aus der Tatsache, dass er dann alles daran setzte, um sie schwanger zu machen, denn dann hatte er sie wieder voll im „mentalen Schwitzkasten“, aus dem Umstand, dass er Nachbarn, von denen er sich geschmälert wähnte, heimlich Schrauben am Fahrrad lockerte und die eisernen Wäschepfähle umknickte und noch andere verstohlene Taten verübte, lässt sich eine interessante Erkenntnis ziehen: Eigentlich war er dem Mental-Typ nach ein „Hinterhältiger“. Die günstige Situation, in einer Zeit und einer Kultur zu leben, die dem Manne umfangreiche hierarchisch bedingte Vorteile und Privilegien verschaffte („3. Reich“), gestattete ihm, emotionsmäßig „aufzusteigen“, also besser „drauf zu sein“, als er es eigentlich war. In seiner Kindheit und Jugend, als er sich noch vor Lehrern, Lehrherren und älteren männlichen Familienmitgliedern ducken musste, hatte er sich einige verschlagene, böswillige Taten geleistet, die er später ohne schlechtes Gewissen ausplauderte, als wären es Heldentaten. Damals war er noch ein klassischer Hinterhältiger. In seinem erwachsenen Alter wurde er dann durch für ihn günstige Kulturumstände zum latent Jähzornigen.

Wir sehen also: Es gibt durchaus innere oder äußere Umstände, die einen Menschen grundlegend verändern können; denn eine latent-emotionale Veränderung ist eine große Veränderung, so wie wir sie häufig an einem alten Menschen beobachten können, der krank, leidend und in seiner Bewegung eingeschränkt den „guten alten Zeiten“ nach-jammert, was eigentlich heißt: Damals habe ich mich wesentlich besser gefühlt, konnte viel mehr
unternehmen und mich meines Lebens viel häufiger erfreuen. Ich war einst in besserer emotionaler Verfassung.

Als die Kinder jenes oben geschilderten Mannes aus dem Haus gegangen waren und seine Frau ihn später verließ, hatte er niemanden mehr, auf den er seinen Jähzorn entladen konnte. Er fraß die ,Ungerechtigkeit und Böswilligkeit‘, dass ihm niemand mehr zum Energie-Abzapfen zur Verfügung stand, in sich hinein, entwickelte einen Krebs und starb jämmerlich. Er hatte sich wie ein Rumpelstilzchen auf seine eigene Weise erledigt.

Antagonismus/Widersetzlichkeit:
Als eine Frau mittleren Alters in einer bayerischen Großstadt einen etwa älteren männlichen Passanten nach dem Weg fragte, bekam sie zur Antwort:
„Wie, das wissen Sie nicht!? Sie schau’n doch ganz g’scheit drein. Das ist doch eine ganz bekannte Straße.“ Sie darauf: „Gell, da stauen Sie, obwohl ich so gescheit drein schaue, weiß ich das nicht!“ Das war die richtige Antwort für ihn. Er lachte und gab ihr die erwünschte Auskunft. Wenn man solche „widerständigen“ Bayern zu nehmen weiß, kommt man gut mit ihnen aus.

Einem Antagonisten muss man mit voller Breitseite auffahren, dann hat man seine Beachtung, gar seinen Respekt. Er liebt den offenen Kampf, muss aber um jeden Preis siegen oder Recht haben. Es gehört zu seinem guten Daseinsgefühl, dass seine Kontrahenten vor ihm weichen oder gegen ihn verlieren. Da er aber bereits zur positiveren Seite der Emotionen gehört, in ihm also schon eine ordentliche Portion Energie zu finden ist, die auf Zielerreichung drängt, ängstigt er sich vor der Energie eines anderen nicht mehr, wie dies der Hinterhältige und der Jähzornige tun. Er kauft anderen den Schneid ab, wenn sie einen haben. Er kann seine feindlichen Gefühle offen zum Ausdruck bringen, droht allerdings auch und reißt damit leider so manches gutes Verhältnis wieder ein, d.h. schonend geht er nicht mit seinen Mitmenschen um, weshalb er für sein Umfeld recht anstrengend sein kann. Er weiß jedem was am Zeuge zu flicken und glaubt ein selbstverständliches Recht darauf zu haben. Der antagonistische Mensch liebt es, andere Menschen in Streitgespräche zu verwickeln und er flucht gerne und ausführlich; Streitkultur hingegen würde er als Blödsinn abtun. Das wäre ihm eine zu seichte Angelegenheit.

Als Beispiele für diesen Emotionstyp können wir eine ganze Reihe von Politikern heranziehen, vor allem die älteren Schlages. Diese sind der Bevölkerung meistens lieber als die emotionsmäßig Ausdruckslosen unter ihnen, die nicht so recht zu greifen sind, wohingegen sie, die antagonistischen Politiker und Verbandsfunktionäre, ihren Einsatz Energie-voll sichtbar machen.
Dabei sind diejenigen unter den politisch Tätigen, die ihre Energie in Arbeit und weniger in streitiges Reden, Reibereien und Diskussionsrunden einsetzen, meistens die, die den Bürgern am meisten dienen.

In meinem Umfeld gab es einmal einen solchen häufig polternden Menschen, den wir als Kinder aber nie fürchteten, aber möglichst mieden. Er war anstrengend, machte viel zu viel Krach und wirkte sehr anspruchsvoll. Merkwürdigerweise wurde er zum nettesten Helfer, wenn seine Frau jammerte und Hilfe erbat. Er war eben doch schon auf der positiveren Seite der Emotionen.

Zwiespalt:
Der zwiespältige Mensch lebt mit gemischten Gefühlen. Er möchte es allen recht machen, auf keinen Fall anstoßen, um sich und anderen kein Unbehagen zu verursachen. Sein Harmoniebedürfnis ist ausgeprägt und er verwendet viel Sorgfalt darauf, unterschiedliche Gesichtspunkte in sich selbst und mit anderen abzuwägen. In ihm schlummert eine gewisse Besorgnis, man könnte ihm Vorwürfe machen, wenn er nicht alles ganz perfekt hinbekommt. Sein Streben nach Perfektion nimmt viel Zeit in Anspruch und damit macht er jene Menschen in seinem Umfeld ungeduldig, die sich schneller entscheiden können.

Das ist der springende Punkt: Er kann sich nur schwer entscheiden, weil bei einer Entscheidung sich immer auch gegen etwas gewendet wird, um ein anderes bevorzugen zu können. Am liebsten würde der zaudernde Zwiespältige den Kuchen aufessen und ihn gleichzeitig behalten; am liebsten würde er mit beiden Frauen, zu denen er sich hingezogen fühlt, zusammen leben. Er ist der Typ, den man immer wieder sagen hört: „Es ist aber nicht so einfach..“ – als wenn irgendwo verbrieft wäre, dass das Leben einfach sei! – Wie gerne verwendet er die Wörter „vielleicht“, „ein wenig“, „ein bisschen“, und vor allem: „versuchen“. Und er liebt die konditionale Ausdrucksform. Mit ihrer Verwendung kann er sich nie in die Nesseln setzen, meint er. So hören wir z.B. im Fernsehen, im Radio, bei Vorträgen, ach, allerorten diese unsitten-artig verwendeten Wörter: „Wir sollten die Steuern vielleicht ein wenig senken“, „wir könnten vielleicht versuchen, Kinder ein bisschen besser zu behüten“, „Wenn der Arzt ein bisschen mehr praktiziert hätte, wäre die Operation vielleicht gelungen“. „Wir können ja mal versuchen, eine Ehe zu führen“, sagt ein Gefährt zum anderen. Na, das wird was werden! – Fügen Sie bitte in Gedanken hinzu, was Ihnen zu dieser Wörterverwendung in der letzten Zeit begegnet ist. Letztlich lässt sich ironischerweise dazu nur noch sagen: „Versucht doch mal, eure Leben zu leben! – Aber wundert euch nicht, wenn es in die Hose geht!“

Man stelle sich eine „gute Hausfrau“ etwa in der Zeit der 30er, 40er und 50er Jahre vor, als Hausfrau, Mutter und Ehefrau zu sein noch uneingeschränkt und für ein ganzes Leben als voller Lebensinhalt für eine Frau galten: Sie zerbrach sich inständig den Kopf darüber, ob das, was sie kochen wollte, auch von allen Familienmitgliedern gern gegessen wurde. Sie legte das Bettzeug jeden Morgen an die frische Luft und ordnete es auf den Betten nach gebührender Zeit der Frischlufteinwirkung faltenlos. Die Kissen auf dem Sofa bekamen ihren Knuff, ganz genau in der Mitte. Die Kleidung der Familie duftete so rein wie damaliges Waschpulver dies bewerkstelligen konnte, sie war so faltenfrei wie langes, sorgsames Bügeln mit schweren Bügeleisen dies vermochte. Von den Fußböden, sofern es sich nicht um Teppiche handelte, konnte man buchstäblich essen, ohne allzu viele Mikroben dabei zu verschlingen. Sie konnte sorgfältig stopfen, häkeln, stricken, Kissen, Tischtücher u.v.a. in den verschiedensten Arten und Mustern besticken. Ihre Aussteuer war selbstverständlich von ihr selbst mit ihren Initialen bestickt.
Hergestellt. Selbstredend konnte sie auf der Maschine nähen, und so sah man sie immer wieder mit höchster Konzentration Kleidungsstücke für die Familienmitglieder schneidern. Bei Jahres- und Familienfesten lief sie zur Höchstform auf, manchmal einem Herzanfall nahe, aber immer unermüdlich und unverdrossen. Diese Hausfrau zeigte mit unterdrücktem Stolz die Produkte ihrer Sorgfalt, ihres Könnens, ihrer Anstrengungen und rot gearbeiteten Wangen her. – Sie wäre sich sehr schlampig vorgekommen, wenn sie einmal, beispielsweise aus Zeitnot oder wegen Unpässlichkeiten, hätte „pfuschen“ müssen, d.h. wenn sie ein wenig schneller und weniger sorgsam ihre tägliche Arbeit verrichtet hätte. Sie tat dies alles vorbildlich, so erzogen, dass sie keinen Dank oder besondere Anerkennung zu erwarten hatte.

Sie machte es allen recht, schlichtete die an sich notwendigen Auseinandersetzung in der Familie mit immerwährender Ruhe und Geduld nieder, hielt sich fern von allem, was nicht in ihre Befugnis fiel – und war eigentlich immerzu erschöpft, fraß insgeheim den Undank der Familie in sich hinein, die selbst keine Tugend mehr in aufwändigem Haushalten fanden, entwickelte psychosomatische Erkrankungen und wurde jedes Jahr einmal als aufopfernde, all-liebende Mutter an Muttertagen geehrt.

Auf ihren Grabstein hätte stehen sollen: „Hier liegt eine Hausfrau begraben, die nie ,nein‘ sagen konnte, die es allen recht machen wollte, die Harmonie als Gott anbetete, die sich nie auflehnte, nie anderen ein Leid zufügte – sich selbst aber mit allen ihren Tugenden so sehr geschadet hat, dass sie tief innen an ihrem dadurch entwickelten Groll gegen den Undank ihrer Umwelt zugrunde ging. Sie hat sich gegen das Liebesgebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst vergangen.

Über weite Strecken finden wir in Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“ einen solchen Mental-Typen im Protagonisten.

Zufriedenheit:
„Eben schließt in sanfter Ruh‘
Lämpel seine Kirche zu;
Und mit Buch und Notenheften,
Nach besorgten Amtsgeschäften,
Lenkt er freudig seine Schritte
Zu der heimatlichen Hütte,
Und voll Dankbarkeit sodann,
Zündet er sein Pfeifchen an.
„Ach“ – spricht er – „die größte Freud‘
Ist doch die Zufriedenheit!!“ –

Mit dieser Darstellung aus dem vierten Streich von Wilhelm Busch‘ „Max und Moritz“ ist der latent Zufriedene bestens gekennzeichnet. Über seinem Ruhe-Sofa hängt ein gestickter Hausspruch: „Hauptsache gemütliche Behaglichkeit!“ Er ruht in sich, kümmert sich aber nicht so sehr um die Belange anderer Menschen. Moralisches Wohlverhalten – vor allem damit er seinen Frieden hat und man ihm nichts nachsagen kann – veranlasst ihn aber durchaus, sich karitativ zu betätigen. „Biedermann“ heißt der übergeordnete Familienname dieses Emotionstyps und schließt man die Augen und versetzt sich in alte Zeiten, dann sieht man ihn fast noch im braun-samtenen Hausmantel als wohlgefälligen Hausvater gar wohlwollend seinen Familienmitgliedern zuschauend. Er weiß geruhsame Pausen zu schätzen, er liebt sich selbst und gesteht sich deshalb allerlei Gutes zu. Mit anderen Menschen ist er tolerant; aber mehr in einem passiven Sinne duldet er die Ansichten und Motivationen anderer Menschen. So wie er nicht überfordert werden will, verlangt er auch von anderen Menschen keine außergewöhnlichen Anstrengungen, die er stets korrekt, aber auch unverbindlich behandelt. Deshalb gilt er in seiner Umgebung als umgänglicher, ja mitunter liebenswerter Mensch, da er gerne bereit ist, zuzuhören und sein Interesse zu zeigen. Aus tiefem Herzen widmet er sich anderen Menschen aber nicht – das wäre wieder zu unbequem – es sei denn, es erwartet ihn eine saftige Belohnung, die sein Wohlbehagen streichelt.

Der Zufriedene kann durchaus ein fleißiger Mensch sein, aber er würde dabei niemals ein anderes Tempo als sein eigenes tolerieren. Er ist ein wenig bequem und manchmal nicht leicht anzuschieben. Der Typ des Beamten, wie wir ihn vor allem in der Vergangenheit erlebten, steht exemplarisch für diese Emotionsstufe. Beschaulichkeit, Idylle, Konventionen und Gewohnheiten – weil sie keinerlei Überraschungen enthalten – sind ihm sehr genehm. Der Maler Spitzweg war in seinem Alter von dieser Gemütsverfassung.

Der Zufriedene distanziert sich, wenn er in ein Risiko geraten könnte. Er ergreift keine Partei, wenn ein Streit ansteht, dazu ist er zu indifferent. Er würde in einer politischen Auseinandersetzung niemals auf die Barrikaden steigen, vielleicht im Hintergrund für die Revolutionäre Bier zapfen und Butterbrote streichen, aber schön in Sicherheit und mit einer freundlichen Ausrede für die möglicherweise siegenden Reaktionäre, wenn die ihn wegen der Hilfe für die Revolutionäre zur Rede stellen sollten. Dennoch: Man mag ihn, denn er macht keine Scherereien und er nervt nicht.

Verbindlichkeit/Freundlichkeit:
Er ist der freundliche, nette Mensch, zu dem wir fast zu jeder Zeit kommen können, uns etwas auszuborgen oder um einen Rat zu fragen. Er ist umsichtig, aufmerksam und achtet sehr darauf, niemandem im Wege zu stehen, zu stören oder wehzutun. Er liebt Veränderungen nicht so sehr und wägt genau ab, was bei einem Wandel dafür oder dagegen sprechen könnten. Er befragt Andere, bis er sich eine eigene Meinung gebildet hat. Er mag nicht allein dastehen oder gar als Einzelkämpfer gelten; so sicher fühlt er sich nun auch wieder nicht. Folglich ist er eher konservativ in seinem Verhalten, hat eine Zuneigung zum Rückblick und den feucht-äugigen Schilderungen guter alter Zeiten. Wir bemerken: er ist ein wenig sentimental und kann sich manchmal nur schwer damit abfinden, dass sich die Dinge ändern, fügt sich dann aber schließlich gerne darein, denn andere, die er mag, wollen es ja so haben. Und dann ist es gut so.

Der verbindliche Mensch schaut darauf, dass er in geordneten, allgemein anerkannten Umständen lebt und arbeitet. Er braucht Stabilität und Sicherheit für sich und seine Familie. Er hat verlässliche Freunde und er braucht sie, um sich abstützen zu können, wenn es die Situation erfordert. Er ist selbst ein angenehmer und hilfreicher Freund. Sein Gefühl für Ausgewogenheit ist ausgeprägt. So würde er einem anderen Menschen nie etwas schuldig bleiben. Niemals würde man ihn sagen hören „Auge um Auge“ (denn das ist der Leitsatz für aggressive Typen), aber ganz unbedingt würde er die Idee unterstreichen: „Freundlichkeit um Freundlichkeit“, „Entgegenkommen um Entgegenkommen“.

Wenn wir davon ausgehen, dass Extraversion eine Fähigkeit ist, die sich beim Menschen in stabiler Form dann einstellt, wenn seine eigenen Bedürfnisse weitgehend abgedeckt sind, dann ist der verbindliche Mensch damit schon recht deutlich gesegnet. Das erkennen wir an seiner ausgeprägten Neigung, sich für die Belange von Vereinen, insbesondere solche karitativer Art, einzusetzen.

Ihm können wir vertrauen; er steht zu seinem Wort, ist loyal und pflichtbewusst und sein Verantwortungsgefühl ist ausgeprägt, umso mehr, wenn er sich in einer sicheren Umgebung bewegt, in der sich nicht alle Nase lang was unverständig verändert. Geben wir ihm klare Richtlinien, Ordnungen und Gesetze und er ist ein unermüdlicher, treuer Gefährte. Das bleibt er auch, wenn besondere Herausforderungen anstehen. Allerdings tut er sich schwerer damit, begrüßt sie nicht unbedingt und kratzt sich wohl mehrfach am Kopf, bevor er sich in ein neues Abenteuer stürzt, selbstverständlich am liebsten, wenn er rechts und links Flankenschutz hat.

Wenn Sie z.B. in Hausgemeinschaften leben, in denen diese Emotion vorherrscht, dann schätzen Sie sich glücklich. Wenn Sie einen Menschen dieser Wesensart zum Kollegen oder zur Kollegin haben, dann hegen Sie ihn/sie wie ihren Garten. Er ist ihre Stütze, solange Sie es ihm sind.

Wenn Sie eine ruhige, verlässliche, nicht so sehr aufregende und von Überraschungen geplagte eheliche Gemeinschaft wünschen, dann haben Sie hier einen Hinweis, wie Ihr Gefährte / Ihre Gefährtin ausschauen sollte.

Frohsinn:
Wenn Ihnen jemand mit großem, offenem Blick begegnet, stark interessiert ist an dem, was Sie ihm zu sagen haben, wenn seine Augen durch warmes Glimmen zeigen, dass er sich als wissbegierig erweist und Freude zeigt, an allen möglichen Gelegenheiten teilzuhaben, dann haben Sie einen Frohsinns-Typen vor sich. Er verbreitet Optimismus, er ist offen für Ideen, die andere ihm übermitteln, aber nicht unkritisch und undifferenziert, er macht sehr gern mit, wenn sich lustige Anlässe auftun, er lacht gern und bringt andere zum Schmunzeln und Lachen. Wenn sich andere in Tiefsinn und Klein-Krämerei vergraben haben, kommt er daher, einen Scherz auf den Lippen und mischt diese Leute wieder auf, er bläst ihnen quasi Motivations-Frischluft zu. Man könnte ihn, wenn man nicht genau hinschaut, als Luftikus bezeichnen; aber das ist er nicht, denn er weiß, welche seine Verantwortungen sind und er ist sehr beschäftigt, weil er stets viele Projekte und Unternehmungen „am Kochen“ hat. Er ist gewissenhaft und tatkräftig. Er verbeißt sich nicht sinnlos in eine Sache, denn er kann sich von einem Projekt lösen, wenn es keinen Erfolg verspricht, und seine Energien anderswo besser einsetzen.

Man stelle sich eine Gruppe von Pädagogen auf Korsika vor. Sie sind Teilnehmer an einem
Segelkurs und nehmen die theoretischen Unterrichtsinhalte sehr, sehr bis bitter ernst und stellen sich dabei linkischer an als man das von Lehrenden erwarten würde. Wenn es zur Sache gehen wird, nämlich mit den Booten auf dem Meer, dann darf auch überhaupt nichts passieren, was das Material oder die Menschen beeinträchtigen oder gar schädigen könnte; so tönt das erbsen-zählerisch aus der Gruppe als Tenor heraus. Der Segellehrer ist da ganz anders. Er bringt seinen Segelschülern in lockerem, zuversichtlichen Ton, exakt und geduldig die verschiedenen Knoten bei, er erläutert anhand Bildmaterial und selbst Aufgezeichnetem immer wieder, wie die verschiedenen Manöver ausschauen, welche Verkehrsregeln zu beachten sind etc. Und zwischendrin, wenn sich die Minen seiner Schüler immer mehr verfinstern und verengen, wenn immer häufiger tüpfelige Fragen an ihn gestellt werden, so dass man meinen muss: jetzt haben sich die Denkzellen im Gehirn wie Motorkolben festgefressen, hebt er die Stimme und verkündet frohgemut: „Ach, das müsst ihr alles nicht so verkniffen sehen!“ Bald geht es dann raus in die Boote und aufs Meer. In der Gruppe der Pädagogen befinden sich zwei Teilnehmerinnen, die etwa seines Schlages sind. Die eine sitzt an der Pinne, ihre Co-Seglerin vorn an der Fock. Der Segellehrer flitzt im Motorboot zwischen den Segelbooten umher, schaut hier, korrigiert dort, muntert auf und kommt schließlich zu den beiden lustigen jungen Frauen. Die Pinnen-Halterin hat im 90°-Winkel zur Pinne zu sitzen, tut sie aber nicht, hat es sich ärschlings bequemer gemacht. Der Segellehrer ruft mit seinem Lautsprecher hinüber: „X. (Vorname), wie sitzt du da denn schon wieder!?“ Vorn von der Fock zischt pfiffig die eine Schülerin zur anderen: „Gibt’s ihm!“. Die klemmt die Pinne zwischen die Oberschenkel, formt ihre Hände auch zu einem Lautsprecher-Imitat und ruft hinüber: „Deine Frage ist falsch. Du willst doch bestimmt wissen, worauf ich sitze. Meine Antwort: auf meinem Allerwertesten!“ Sie ist nämlich recht gut gebaut und er liebt es, sie wohlgefällig zu betrachten, er, der ältere Herr, die junge Frau, und die beiden Frauen lächeln darüber, so für sich und verständnisvoll. Mit diesen Worten provoziert sie, bewusst, will wissen, wes Geistes Kind (genauer: von welcher Emotion) er wirklich ist. Er lacht und ruft zurück: „Du freche Göre, du willst ihn wohl verdroschen haben?!“ Ab der Zeit hatte er bei ihr einen Stein im Brett, denn er zeigt den Humor, den sie für eine gute Beziehung/Freundschaft voraussetzt. – Ein Mann mit einer tiefer skalierenden Emotion wäre vielleicht nachtragend oder ärgerlich geworden, und sie hätte sich niemals für ihn interessiert.

Damit sind wir bei der Provokation und dem unvermittelten Einbruch in die Aufmerksamkeit eines anderen, einem sehr effektiven Mittel, die tatsächliche latente emotionale Beschaffenheit von Menschen festzustellen.

Machen Sie mal folgende Übung: Gehen Sie auf einen Menschen zu, draußen auf der Straße, und bitten Sie ihn in ganz normalem Ton, Ihnen seine Armbanduhr zu zeigen, damit Sie dort die Uhrzeit ablesen können. – Sie würden wohl lieber einfach nach der Uhrzeit fragen wollen, aber diese konventionelle Form gilt hier nicht, denn Sie sollen vom Passanten etwas Ungewohntes bzw. Überraschendes erbitten. Man kann diese Frage-Art als die „one-shot-discovery-Methode“ bezeichnen. Sie werden folgende Reaktionen erhalten: Zurückweichen mit erschrockenem oder zusammengekniffenem Augenausdruck und: „Warum wollen Sie denn meine Uhr sehen?“, oder einfach einen Bogen um Sie machen und schnell davon gehen. Oder mit spitzem, verbiestertem Gesicht: „Das würden Sie wohl gern, aber nicht mit mir!“ und lässt Sie kalt stehen. Oder freundlich: „Tja, dann wollen wir mal schauen“ und zeigt sie Ihnen her oder sagt Ihnen die Uhrzeit. Oder ein mürrisches: „Ich habe keine Armbanduhr.“ Oder mitleidig lächelnd: „Ja, haben Sie denn Ihre Uhr vergessen, Sie Arme/r? Dann sag‘ ich Ihnen mal die Zeit.“ Oder aufgebracht fauchend: „Sie sind der 10, Depp, der mir heute begegnet. Jetzt reicht’s!“ und stiebt davon. U.v.a.m. – Na, haben Sie die entsprechenden Emotionen entdeckt? Wenn Ihnen solche Sozial-Spiele Freude machen und Sie mehr wissen wollen und wenn Sie auch den dazu nötigen Mut besitzen, dann denken Sie sich Fragen aus, mit denen Sie agieren können. Manchmal empfiehlt es sich, einleitende Worte zu sagen, wie: „Entschuldigen Sie…“, oder „Darf ich Sie etwas fragen?“ oder „Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Ihnen die Frage stelle…“ etc.

Begeisterung:
Wenn Sie müde sind, nicht so ganz auf dem Damm oder aus irgendeinem Grund sowieso nicht in bester emotionaler Verfassung, dann sollten Sie einem begeisterten Menschen, der sich gerade auf dem Pfad des Tatendranges bewegt, besser aus dem Wege gehen. Denn der hat Sie sonst im Nu energiemäßig überrollt. So ist er eben: Er fühlt sich in seinem Element, wenn seine Ideen sprudeln, wenn es „rund“ geht und die erdachten Dinge schnell und gründlich erledigt sind. Er ist nicht ungeduldig oder umtriebig, wenn Fehler auftreten, aber er hält sich ungern mit Fehlerkorrekturen auf, ausgenommen den eigenen, denn sein Verantwortungsniveau ist sehr hoch. Wenn er gelernt hat zu delegieren, besonders darauf zu achten, dass alle Menschen in seinem Umfeld ihre ihnen eigenen Verantwortungen tragen, dann ist er als Führungskraft sehr effizient, vor allem weil er seine Mannschaft zu motivieren, zu bestätigen, kompetent anzuleiten, wert zu schätzen und zu loben versteht. Er durchdringt Sachlagen schnell und zielsicher, man kann sich also auf sein Urteil verlassen und so erwartet er das auch, denn seine Selbstwertschätzung ist seiner Leistung äquivalent.

Da er es eilig hat, da seine Ideen der realen Umsetzung immer weit vorauslaufen, da er sich von Unwichtigem und irgend welchen Ablenkungen nicht beeinflussen lässt, wird er für Menschen, die emotional tief oder tiefer skalieren zur Qual oder zum Ärgernis, denn er widmet sich ihnen nicht, geht nicht auf ihre kläglichen oder nicht durchdachten Kleinigkeiten ein. Für diese wirkt er rücksichtslos, und dabei ist er alles andere als das. Er geht davon aus, dass Zeitverschwender, „trübe Tassen“ und Nörgler in seinem Umfeld eigentlich nichts zu suchen haben, nicht weil sie so sind wie sie sind und so wenig auf die Beine stellen, sondern weil sie ihn in seinem Ideenreichtum reduzieren, sein Tempo abbremsen und seine positive Wirksamkeit zunichte machen können. Er sieht über die üblichen engen Horizonte hinweg, hat Verantwortungsbereiche, die die emotional tiefer Rangierenden gar nicht einschätzen können. Somit unterliegt er immer wieder der Tendenz, sich selbst zu vereinsamen, was ihn aber eigentlich nicht stört, wenn er an seinen Projekten arbeitet. Doch ist er andererseits auch ein ausgesprochen sozialer Mensch und liebt gute, anregende Gemeinschaft und ist handverlesenen, für ihn wichtigen, möglichst nahe seiner Emotionsstufe befindlichen Menschen ein besonders treuer und aufmerksamer Freund. Der Begeisterte weiß eben wie viel Energie, Zeit und Herzblut er selbst eingesetzt hat, um in einer solch guten Verfassung zu sein, und er lässt sich dieses Gut nicht beschneiden. Und er möchte auch genießen können, was er sich selbst erschaffen hat. Er ist somit ein sehr schlechter „Sozialist“, also nicht einer von der Sorte, der meint, dass die Gleichverteilung der materiellen und immateriellen Güter ein Zugewinn an Gemeinwohl erbrächte. Der Begeisterte weiß um die Ungleichheit der Menschen, macht sich dahingehend nichts vor und lässt sich nicht für entsprechende Glaubenssätze vereinnahmen. Er lächelt über den Typ des „begeisterten“ Sozialarbeiters, denn er ist in der Lage zu wissen, dass dessen Emotion nicht die latente, sondern die nach außen gezeigte, sich selbst abverlangte soziale ist, die beste Voraussetzung, in absehbarer Zeit in Ausgebranntsein (burnout) und Mitgefühlsermüdung (compassion fatigue) zu stranden.

Wenn der Begeisterte sich aber für eine soziale Aufgabe entschieden und z.B. gelernt hat, empathische Kommunikation am entsprechenden Ort zu verwenden, dann ist er auch hier viel erfolgreicher als emotional tiefer Stehende. Wenn ein latent Begeisterter mit Menschen zu tun hat, die seiner Hilfe als Arzt, Sozialarbeiter, Psychologe oder Pädagoge bedürfen, dann erhalten sie so oft es nur angebracht ist wirkliche Hilfe zur Selbsthilfe. Er wird sich hüten, einem Hilfesuchenden die Hände unter die Füße zu legen, wenn das nicht unbedingt notwendig und von möglichst kurzer Dauer ist, denn er weiß, dass er den Betreffenden mit ständiger Unterstützung schwächen würde. Lieber jemandem etwas zu viel abverlangen und wenn er sich irrt nach-bessern als von vornherein einem anderen zu viel abnehmen, das ist der Leitsatz des Begeisterten. Wenn Sie ihm den bekannten Grundsatz von Rogers vorlegen, dass „der Mensch im Kerne makellos“ ist, dann wird er bedingungslos zustimmen und wissen, weshalb er sich und andere wertschätzt, und ihm ist auch klar, weshalb er so konsequent einfordert, dass jeder an seinem Platz das Außerste leisten muss: weil er es ja auch „im Grunde kann“.

Damit keine Verwechslungen, Missdeutungen oder Verwirrungen entstehen: Diese herumtanzenden Jubelmenschen und aus dem Häuschen Geratenen, die Adepten jener marktschreierischen „Motivations-Trainer“ und Coaches, von denen die Regenbogenpresse immer mal wieder berichtet, sind keine begeisterten Menschen, schon eher von allen guten Geistern Verlassene, so etwa wie nicht sie selbst. Sie sind in Euphorie, die wir emotional unterhalb der Stufe „Apathie“ einordnen müssen, denn ihre Hochstimmung, ihr vermeintliches Wohlbefinden beruht auf einer Art Rausch, einem Schwall von Glück-spendenden Hormonen, ausgelöst durch das „charismatische“ Aufputschen von Sektierern oder sog. Motivations-Trainern. Wenn die Hochstimmung abgeschwollen ist, finden sich euphorisierte Menschen als deprimierte Desillusionierte wieder. Im Wahrig-Wörterbuch steht zu lesen, dass manche Sterbende in einem euphorischen Zustand anzutreffen sind!

Ein ansteckendes Beispiel an ehrlicher Begeisterung hatte ich drei Jahre lang im Kunstunterricht in der Oberstufe des Gymnasiums. Diese Lehrerin brachte es fertig, uns Schülerinnen anhand der kräftig-bunten, drallen Farben der Blumenbilder Emil Noldes eine regelrechte Mal-Freude zu vermitteln. Fast alle Schülerinnen verbesserten ihre Kunstnoten. Zwei meiner Klassen-Kameradinnen wählten das Kunststudium und wurden ausgezeichnete Kunst-Pädagoginnen. Im letzten Schuljahr entschieden wir uns gemeinsam für eine Klassenreise nach Schleswig-Holstein, vor allem um das Haus, den noch vorhandenen Blumengarten Noldes und den tief hängenden Himmel im Norden erleben zu können, den der Künstler so oft verewigt hatte. Noch heute hängen einige der Mal-Produkte aus jener Schulzeit an meinen Wänden, nicht einmal weil sie gelungen sind oder weil ich besonders stolz auf sie wäre, sondern um jene Freude, jenes Hochgefühl beim Malen immer wieder vor Augen zu haben.

Unser Deutschlehrer und Klassenleiter, war ein begeisterter Hobby-Astronom und brachte uns sein Steckenpferd in mehreren für den Deutschunterricht vorgesehenen Stunden auf eine Weise nahe, dass wir schließlich in tiefsten Lebensphilosophien landeten und wirklich bereichernde Stunden erlebt haben. Das war keine dem Lehrplan entzogene Deutschunterrichtszeit. Unsere gemeinsame Begeisterung ließ uns schneller und gründlicher lernen. Auf einer anderen Klassenreise besuchten wir die Sternwarte der Universität Göttingen und verblüfften den Astronom durch unsere klugen und nachdenklichen Fragen. Nach Monaten erreichte uns seine tief erfreute Antwort auf unseren Dankesbrief an ihn mit der Entschuldigung, uns nicht eher geschrieben zu haben. Er hatte unseren Brief verlegt, erinnerte sich aber lebhaft an die aufgeweckte Mädchengruppe und unseren Dank um seine Führung und dankte uns seinerseits herzlich für unser großes Interesse an seinem Fach.

Begeisterung ist ansteckend für jene Menschen, die wenigstens einigermaßen gut drauf sind. Für alle anderen ist diese Emotion zu anstrengend oder überhaupt nicht mehr greifbar. Von diesen werden Begeisterte oft als „Spinner“ abgetan.

Heiterkeit:
Was der Heitere auch immer beabsichtigt, er entscheidet sich nach dem größten Wohl für die größte Anzahl der Beteiligten und ordnet sich selbst diesem Prinzip unter. Selbstbezogenheit und Egoismus sind Fremdwörter für ihn. Er erlebt andere mit der gleichen Intensität wie sich selbst; er ist der Typ, der sich sofort den Zustand von anderen vergegenwärtigen kann, um sie besser zu verstehen. Seine Erfahrungswelt ist weit und manchmal sogar wie ohne Grenzen. Sein großes Interesse an seiner Umwelt macht ihn häufig zum Allgemeingebildeten. Er ist der empathische Mitmensch, auf den andere felsenfest bauen können; er ist ausdauernd, für andere der ruhende Pol, wenn die Wellen hochschlagen. Auf eine ganz natürliche Art ist er in der Lage, sich absichtsvoll auf unteren Emotionen wie auf einer Klaviatur zu bewegen, wenn dies anderen gut tut oder wenn es die strategische Lage verlangt, insbesondere wenn er sich anschickt, höhere Ziele durchzusetzen. Wir tun also gut daran, sein soziales von seiner latenten Emotions-Niveau zu unterscheiden; denn ein „wütender“ Heiterer hat eine unglaubliche Durchschlagskraft bei der Anwendung eben dieser unteren Emotion! Er ist dann von heiligem Zorn erfüllt, weiß dies und verwendet diese Emotion wie Schauspieler die Gemütsregungen auf der Bühne; aber eine positive Wirkung erzeugt er nur, wenn er ein echtes, positives Ziel mit seiner Handlung erreichen will. Er weiß das aber, kennt sich selbst, seine Motive, er weiß, wie er sich als Mittler am besten für das einsetzt, was seine Ziele und die anderer Menschen voran bringt. Im Prozess der Zielerreichung ist er äußerst beweglich, unermüdlich und von felsenfester Zuversicht. Er fällt auf keine falschen Versprechungen herein, denn er durchschaut die Motive anderer Menschen exakt und erscheint diesen deshalb häufig unheimlich.

Die ausgeglichene, erfüllte, gelassene und manchmal weise Lebensart des Heiteren lässt so ziemlich alles, was auf ihn zukommt, zu einer segensreichen Erfahrung werden. Sein Leitmotiv lautet: Setzt mir jemand einen Kothaufen in den Garten – oder ich mir auch selber – ich lasse Rosen drauf wachsen. Der Heitere liebt das Leben eher unauffällig, aber sehr intensiv. Er reißt andere weniger mit wie der Begeisterte; stattdessen stützt er, erklärt geduldig, gibt den lahmenden Eseln zu fressen und zu saufen, damit sie ihre Karren ziehen können. Ungeduld treibt ihn nicht, er hat Zeit und die unverbrüchliche Sicherheit zu erreichen, was erreicht werden muss. Materiellen Mangel kann er lange ertragen, ohne einen solchen Zustand als Mangel zu deklarieren; geistig aber stellt er hohe Ansprüche, vor allem an sich selbst. Ein wenig scheint dieser Heitere nicht von dieser Welt; doch auch diese Welt und diese Zeit sind in der Lage, einen solchen Emotionstyp zu haben und zu benötigen. Manchmal beten wir ihn schier an und heben ihn damit aus der Normalität unseres Lebens hinaus – anbeten ist ja sehr erleichternd, denn dadurch erspart man sich, einem solch abgehobenen „Vorbild“ nachzueifern! – doch er gehört ganz hierher, allein schon um uns zu zeigen, dass wir uns hinsichtlich unserer menschlichen Entwicklung einiges vornehmen können und sehr reicher Lohn auf uns wartet, wenn wir uns auf diese Arbeit einlassen: das was wir in einem religiösen Sinne „Seelenheil“ oder „Erlösung“, in einem säkularen Sinnen „Abgeklärtheit“ oder „Weisheit“ nennen können.

Unter Wissenschaftlern, Künstlern und Personen im geistig/geistlichen Umkreis finden wir diesen Emotionstyp am ehesten und sichtbarsten. Manch anderer, eher durchschnittlich erscheinender Mitmensch, erwirbt sich diesen Zustand, wenn er älter oder alt geworden ist, wenn er in seinem Leben seinen Fähigkeiten und Zielvorstellungen entsprechend leben und arbeiten konnte, wenn er sich z.B. an Kants Kategorischen Imperativ oder an die Lehren von weisen Menschen gehalten hat und sich kein Gramm von seinem liebenden Herzen, mit dem er ja von Grund auf auch ausgestattet ist (siehe Definition Rogers = der „makellose Mensch“ ist ein liebender Mensch) wegschneiden ließ. Der eine oder andere entwickelt sich in diesen Zustand hinein, nachdem er großes Leid überwunden und begriffen hat, wozu es ihm zugeteilt worden ist oder dass er es sich selbst zuzuschreiben und somit selbst zu verantworten hat.

Aber aufgepasst! Mancher abgeklärt und gelassen erscheinende Mitmensch entpuppt sich beim genauen Hinschauen als teilnahmslos und apathisch. Um auf die musikalische Weise verständlich zu machen, wie man einem solchen Irrtum auflaufen kann, nehmen wir das Beispiel eines Oktaven-Sprungs: Apathie verkörpert die untere Oktave, Heiterkeit eine darüber. Man kann dabei ein ähnliches Klangerlebnis wahrnehmen, aber der Unterschied ist doch augenscheinlich. Auch hier gilt, wenn Sie die Unterschiede erkennen wollen: An den Früchten dieser Menschen werden Sie sie wahrnehmen.

Freude/Glückseligkeit:
Heutzutage einen Menschen zu finden, der sich latent in der nun zu beschreibenden Emotion befindet, das wird wohl schwer fallen. Wenn Sie diesen Abschnitt zu Ende gelesen haben und mir einen solchen nennen, bzw. darstellen können, dann bitte ich um Nachricht.

Sie werden die Frage stellen wollen: Wozu wird dann dieses Emotions-Niveau dargestellt, wenn es doch in seiner latenten Form unter uns Menschen gar nicht oder vielleicht viel zu selten anzutreffen ist? – Wir fragen Sie: Was steht dagegen, dass wir uns eine Vorstellung davon machen, zu welchen emotionalen Höhen der menschlichen Befindlichkeit wir uns entwickeln können, zumal situationsabhängig solche emotionalen Befindlichkeiten ja durchaus vorhanden und zu beobachten sind? Warum sollte eine situationsbedingte Emotion nicht über kurz oder lang bei dem einen oder anderen latent werden? Lässt es sich denken, dass dann andere sich nicht von dieser Emotion anstecken lassen?

Bis zu dieser Einführung wurde diese höchste Stufe der Emotionalität nie unter den oben erwähnten Kollegen oder anderswo diskutiert, soweit ich das bis jetzt feststellen konnte. Der Anstoß, eine solche neue Stufe zu konzipieren, stammte aus einem Moment, an den ich mich lebhaft erinnere. Ein Manager, der von mir im Rahmen eines empathischen Kommunikationstrainings zum Thema der emotionalen Befindlichkeiten trainiert worden war und damit an seinem Arbeitsbereich bereits hervorragend zu arbeiten verstand, schaute mich bei einer seiner Coaching-Sitzungen in seiner unnachahmlich heiter-pfiffigen Art an und meinte dann, da müsse es doch oberhalb von Heiterkeit noch etwas geben, es könne doch nicht angehen, dass die menschliche Entwicklung bei dieser emotionalen Befindlichkeit ende; ich sollte doch da mal nachsuchen. Er sagte das so zuversichtlich, so selbstverständlich, so wissend, mit seiner Vermutung richtig zu liegen, dass der Funke auf mich übersprang und ich mich ans Nachspüren machte.

Ich beschreibe einen solchen emotionalen Zustand am besten aus meinem eigenen Erleben, mit den Symbolen, die uns Träume zur Verfügung stellen, wenn wir einmal davon ausgehen, dass bestimmte Träume Zustände beschreiben, die wir im täglichen Leben nicht erfahren können. Unser tägliches Umfeld mit seinem Gewirr von aggressiven, traurigen und positiv gefärbten Emotionen, mit seiner Hektik und Naturfremdheit, ist kaum ein geeigneter Ort für die Entwicklung von Emotionen, aus denen der Mensch eine Belebung seiner besten Fähigkeiten und Eigenschaften erfahren könnte.

Hier also mein Traum: Eines Morgens wachte ich aus einem wunderschönen Traum auf. Darin kam ich in einem Garten zu Bäumen mit dicht an dicht lachsfarben blühenden, zu hängenden Kugeln geformten Blühten. Eine Frau mittleren Alters, kluges Gesicht, Kopftuch, wie eine Bäuerin gekleidet, hielt Wache bei diesen kostbaren Bäumen, damit ihnen niemand etwas tat, nichts abriss. Ich wollte aber gerne eine von diesen dicken, hängenden, lachsfarbenen Blütenkugeln haben und machte ein bittendes Gesicht. Sie schüttelte ihren Kopf mit so klarer, absichtsvoller Ablehnung, dass ich fühlen konnte, wie wichtig es war, diese wunderschöne, lebendige Ästhetik zu bewahren und nicht zu stören. Darauf sah ich auf einem schräg nach oben weisenden glatten und fast frei liegenden, dicken Ast ein Vogelmännchen mit einem Gefieder aus dunkel- und hellblauen Farbtönen vergnügt zwitschernd und pfeifend, mit hoch gestelltem Schwanz auf diesem Ast herunterrutschen, gerade so wie Kinder auf einer Rutsche voller Leben nach unten sausen. Es kam von seinem brütenden Weibchen, das in den Blättern versteckt sein Nest hatte. Das Vogelmännchen machte sich erneut auf den Weg, seinem Weibchen Futter zu finden. – Die Emotion dieses Vogels war so umwerfend frisch und optimistisch, so weit, weit jenseits aller kreatürlichen Besorgtheit, so ansteckend und gewinnend, die Blüten prangten so wunderschön, dass ich lächelnd aufwachte und den ganzen Tag dieses breite, heitere Lächeln um mich war, ja, ich war das Lächeln. Seit dem wiederholt sich immer wieder: Wenn ich in der Nacht meine Nase aus dem Fenster in den Garten strecke und die wunderbare, zart würzig duftende, frische Luft einatme, dann macht sich in mir die Emotion breit, die ich von nun an „Freude und Glückseligkeit“ nenne, die mich fühlen lässt, dass ein Garten glücklich ist, die Tiere in ihm geborgen und heiter sind, dass die ganze Welt mitunter Elysium sein kann. Im Winter reicht schon der Gedanke an meinen Traum und an den sommerlichen Garten hinterm Haus, um einen Anflug jener Emotion herbei zu zaubern. Das Lächeln bestimmter Menschen, Erinnerungen, ja wohl eher verklärte Erinnerungen an Ferien in natürlichen Umgebungen, locken dieses Grundgefühl ans Tageslicht. Ich muss bekennen: Es ist Liebe und Bewunderung für das Leben.

Die Weltliteratur ist voll von Schilderungen, in denen Freude und Glückseligkeit zum Ausdruck kommen. Sie sind Einladungen der Dichter an den Menschen, diese Befindlichkeiten nicht nur nachzufühlen, sondern sie sich nach und nach zu Eigen zu machen, sich ihrer in täglichen Verrichtungen gewärtig zu sein. Etliche Musikstücke von J. S. Bach lassen uns ahnen, dass dieser Komponist von einer solch hohen Emotion durchdrungen war.

Mit dieser bisher höchsten Emotion tritt der Mensch in eine „neue Oktave“ menschlichen Daseins ein. Wie wird er sich mit dieser Ausstattung im täglichen Leben bewegen? Sicherlich gehen ihm die gewöhnlichen und außergewöhnlichen Aktivitäten leichter, unauffälliger, müheloser von der Hand. Er ist sehr beweglich, seine Welt existiert nicht unbedingt als solche, sondern er kreiert sie in allen seinen Handlungen. Er wird sich an nichts mehr verhaftet, sondern unabhängig und frei entscheidend wissen, und in einem hohen Grade mit allen jenen Fähigkeiten gesegnet sein, die Sie in der Ansammlung von „Fähigkeiten“, die in meinem Handbuch zum Selbst-Coaching dargestellt sind, nachlesen können.

Es gibt keine Begrenzung auf der Emotionsleiter nach oben. Wir Menschen sind in der Verbindung von Bewusstsein, Verstand und Körper nur soweit eingegrenzt, wie wir Bewusstsein erkennen und wie wir das Wesen unseres Bewusstsein, das ist Wissen und Liebe (David R. Hawkins), entwickeln und verwirklichen.

Emotionale Befindlichkeit und Arbeitsmotivation

Emotions-Niveau und Erfolg

Begegnungs-Resultate verschiedener Emotionsbereiche

Di-/Stress und Emotion

Teilnahmslosigkeit: Ich bin völlig fertig.

Gram / Kummer: Warum muß einen das Leben der Art beuteln?

Furcht: Noch mal stehe ich so etwas bestimmt nicht durch.

Angst / Besorgnis: Wenn ich das immer wieder erleben muß, dann bin ich bald am Ende.

Hinterhältigkeit: Ich werde mir nichts anmerken lassen, daß ich so fertig bin.

Groll / Unmut: Das werde ich denen nie vergessen, daß die mich immer so schlauchen.

Hass: Ich mache die fertig, wenn sie es noch mal wagen sollten, soviel von mir zu verlangen!

Zorn / Wut: Das gibt einen Zoff der Sonderklasse, wenn die noch mal so viel von mir verlangen!!!

Gegensätzlichkeit: Wenn du mich unter Druck setzt, dann kriegst du das genauso von mir zurück!

Zwiespältigkeit: Wenn ich mich doch bloß schneller wieder erholen könnte.

Zufriedenheit: Erst mal Pause machen; dann geht’s hernach viel besser.

Freundlichkeit: Ich bin heute gut drauf; also vorwärts!

Frohsinn: Her mit der Arbeit! Heute bringt mich nichts um.

Begeisterung: Meine Güte! Soviel schöne Arbeit!

Heiterkeit: Ich möchte wirklich gerne wissen, ob ich heute überhaupt eine Belastungsgrenze habe.

Motivation und Emotion

Teilnahmslosigkeit: Es ist sinnlos, sich anzustrengen.

Gram / Kummer: Wenn man sich ins Zeug legt, gibt es ja doch nur ein trauriges Ergebnis.

Furcht: Wer sich für etwas einsetzt, ist bestimmt lebensmüde.

Angst / Besorgnis: Irgendwer macht einem ja doch das Leben schwer, wenn man Ehrgeiz entwickelt.

Hinterhältigkeit: Die Leute um mich herum dürfen aber nicht merken, wenn ich mich bemühe.

Groll / Unmut: Wenn ich mich für was einsetze, dann bin ich hinterher der Blöde.

Hass: Wag‘ es ja nicht, mir bei meinem Vorhaben in die Quere zu kommen!

Zorn / Wut: Wer mich daran hindert, meine Sache zu tun, den zerreiße ich in der Luft!

Gegensätzlichkeit: Wenn du das kannst, dann kann ich das schon lange.

Zwiespältigkeit: Was mache ich bloß, wenn sich die ganze Anstrengung doch nicht gelohnt hat?

Zufriedenheit: Nicht zu sehr anstrengen; es wird schon was Ordentliches rausschauen.

Freundlichkeit: Wenn ich mich richtig einsetze, dann können wir uns alle am Ergebnis freuen.

Frohsinn: Es macht ja auch wirklich Spaß, sich mit für die anderen ins Zeug zu legen.

Begeisterung: Ich freue mich schon auf die nächste tolle Herausforderung!

Heiterkeit: Was auch immer auf mich zukommt, ich mag es schon jetzt, weil es für mich und andere fürs Wachstum der Seelenmuskulatur taugt.

Macht und Emotion

Teilnahmslosigkeit: Da läßt sich leider gar nichts machen.

Gram / Kummer: Es ist ganz traurig, daß sich da nichts machen lässt.

Furcht: Wie schlimm, wenn sich da nichts machen läßt.

Angst / Besorgnis: Mein Gott, was passiert, wenn ich das nicht machen kann?!

Hinterhältigkeit: Ich lasse die anderen glauben, ich hätte das im Griff.

Groll / Unmut: Die denken, ich ziehe für sie den Karren aus dem Dreck. Nein, mache ich nicht.

Hass: Ich soll für diese Halbhirnies den Deppen machen?! Pustekuchen!

Zorn / Wut: Da soll doch gleich der Blitz reinfahren, wenn die glauben, daß ich den Mist in Ordnung bringe!

Gegensätzlichkeit: Das mache ich nur, wenn für mich was Gleichwertiges rausspringt, verstanden?!

Zwiespältigkeit: Ich könnte mir das ja zutrauen, aber ich weiß nicht so recht.

Zufriedenheit: Erstmal eine ordentliche Brotzeit essen und dann schaffe ich es.

Freundlichkeit: Wenn ich das gut hinbekommen habe, dann ist das auch von Vorteil für die anderen.

Frohsinn: Ich empfinde es als sehr erfreulich, ohne jede Unsicherheit entscheiden und mir das gute Ergebnis vorstellen zu können.

Begeisterung: Ich stelle mir das ganz klar vor, wie die anderen mit mir so mutig zupacken werden, wie ich es selbst gern tue.

Heiterkeit: Wenn die sog. Machthaber fühlten, wie wohlig u. konstruktiv u. gar nicht gefährlich es ist, Macht zu haben, sie würden entmutigt davon laufen.

Motivations-, Erlebnis- & Realitäts-Niveaus

Bezogen auf die einzelnen Emotionen

Teilnahmslosigkeit / Apathie

Emotions-Niveau:

Zurückgezogen, teilnahmslos, in sich gekehrt, gleichgültig, abgestumpft, hoffnungslos, geistesabwesend.

Motivations-Niveau:

Fühlt sich außerstande, etwas in die Hände zu nehmen, da er zu energielos ist. Er hat sich mit seinem leblosen Zustand abgefunden. Seine üblichen Ideen sind: „So ist es eben“, man kann eh‘ nichts ändern“, ja, mei“. Er steht meistens neben“ seinen Aufgaben, nicht mitten drin und nicht
„darüber“. Menschen dieser emotionalen Gestimmtheit wirken auf Nahestehendende und Kollegen herunterziehend, d.h. im Zusammensein mit diesem Emotions-Typ erlöschen Mut, Initiative, Aktivitäten werden langsamer und lustlos. In seiner Gegenwart hat man das Gefühl, man müsse auf ihn besondere Rücksicht nehmen. Er ist ein Klotz am Bein.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Da er sich ruhig und unauffällig verhält und sich aus für ihn sicheren Umgebungen üblicherweise nicht herausbewegt, erlebt er mit abgestumpften Sinnen eine schale, immer gleichartige,
etwas nebelige, undurchsichtige Welt, in der nur sehr selten eine Herausforderung enthalten ist, die ihn aber bei Vorhandensein beunruhigt oder verwirrt, weil er sie nicht genau genug
erkennen kann. Deshalb kann er die Menschen, die sich in guten emotionalen Befindlichkeiten bewegen, nicht verstehen, nicht mitschwingen und steht unbeteiligt daneben. Meistens hat er gelernt, sich „verständig“ zu verhalten, damit er nicht negativ auffällt, vor allem, wenn er sich unter Menschen befindet, die emotional gut ausgestattet sind.

Gram / Kummer

Emotions-Niveau:

Leidend, trauernd, Pein empfindend, sich seelisch gequält fühlend, melancholisch, zum Weinen neigend, trübselig/trübsinnig, sich hängen lassend.

Motivations-Niveau:

Vertreter dieser Emotion sind nicht am Hier und Jetzt interessiert, denn das ist meist bedrohlich für sie. Eigeninitiative ist ihnen fremd. Man muß sie beständig vorwärts bewegen, denn ihre Aufmerksamkeit und ihre Energie ist in der Vergangenheit gefangen. Da sie nahe am Wasser gebaut haben, darf man sie nicht so konsequent zur Ordnung rufen, wie man das bei emotional höher stehenden Menschen selbstverständlich tun kann. Das Leben ist „hart“ für sie, und sie ersuchen uns deshalb um Mit-leid, manchmal ausgesprochen penetrant. Sie stehlen anderen
viel Zeit mit Erzählerchen ,aus der guten alten Zeit“. Energievolle Menschen sehen sie als Krücken an, auf die sie sich selbstverständlich stützen dürfen. Herausforderungen werden gemieden.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Seine Welt erklärt er sich aus den negativen Erfahrungen, die er in der Vergangenheit gemacht hat. Späteres Unglück stammt für ihn aus der Vergangenheit. Da er sich keine positive Sicht des Lebens erarbeit hat, kann er auch nicht getrost in die Zukunft blicken. Sein Denken besteht aus
Cliches und Vorurteilen. Die Dinge in dieser Welt sind für ihn dunkel, bedrohlich. Man darf nichts wagen, denn sonst wird man mit Mißerfolg gestraft. Es werden Schuldige für das eigene Versagen und die schlimmen Zustände in der Welt gesucht und gefunden. Wenn es nicht die „N***r“, Ausländer oder Juden sind, dann „hat Gott versagt“. Sie sind die ersten, die weglaufen, wenn eine bedrohliche Situation gemeistert werden muß.

Furcht / Angst / Besorgnis

Emotions-Niveau:

Beklemmt fühlend, bedrückt fühlend, zum Fliehen geneigt, Ausflüchte suchend, ängstlich, bekümmert, besorgt, leicht erschrocken.

Motivations-Niveau:

Schwierigkeiten werden in dieser Befindlichkeit nicht mehr ausschließlich passiv erlitten, sondern es zeigen sich erste Anzeichen von Herangehen, aber nur, wenn das Risiko besonders klein ist. Wenn Angst das Leben eines Menschen aber beständig beherrscht, dann kann er nicht an einer Sache dran bleiben, zu viel Besorgnis-Erregendes lenkt ihn zu lange andauernd ab. Da ihm seine Nervosität eh‘ schon viel Energie kostet, werden Aufgaben für ihn immer zu einer zu großen Belastung. Menschen, die mit ihm zusammen arbeiten oder leben, tun gut daran, ein Auge auf seine Werke zu werfen, und seinem fast zwanghaften Wunsch nach Übereinstimmung nur gemäßigt und ehrlich entgegen zu kommen.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Er erlebt sein Dasein als eine adrenalingesteuerte Folge von Flucht und Angriff. Die Dinge und Menschen nerven, sie verlangen zuviel von ihm, er fühlt sich immerzu überlastet. Wirklich ist für ihn nur dann etwas mit einiger Sicherheit, wenn ihm andere bestätigen, was er wahrnimmt. Eine Korrektur seiner Sichtweisen ist nur schwer möglich. Er hat keine freien Mental-Kapazitäten, sich auf solch Neues einzulassen. Durch anstrengendes, beständiges Nachfragen und sich Vergewisserns bei anderen, versichert er sich fortwährend seines Vorhandenseins. Auch
verringern sich dadurch kurzzeitig seine Sorgen und er kann der Wirklichkeit einen Moment gelöster entgegensehen.

Hinterhältigkeit

Emotions-Niveau:

Scheinheilig, verschlagen, verhohlen feindselig, versteckt destruktiv, vorspielend, böswillig, heimtückisch, niederträchtig, heimlich-tuerisch, gemein, vortäuschend, verbergend heuchlerisch, fehlleitend, hämisch, listig, fies, betrügerisch, heimlich bösartig, intrigierend, schlitzohrig.

Motivations-Niveau:

Jeder Mensch, der oberhalb der emotionalen Befindlichkeit dieses Typs anzutreffen ist, wird von ihm als „Feind“ angesehen, weil dieser über mehr Energie und Fähigkeiten verfügt und somit den Untergang des Hinterhältigen planen wird. Heimlich zerstört er Werke und Beziehungen dieses eingebildeten „Feindes“ und steht dann scheinheilig-freundlich da und „bedauert“ den Geschädigten. Er läßt andere für sich arbeiten, weil er sich bei Fehlschlägen wieder herausreden kann, und weil er gar nicht genügend Energie und ethische Grundeinstellung hat, etwas wirklich Wertvolles schaffen zu wollen. Er ist der typische „Radfahrer“. Er schmeichelt, schmarotzt und macht sich Freunde, die er bei günstiger Gelegenheit wieder fallen läßt.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Die Welt ist für ihn ein beängstigender Ort, an dem er sich vorsichtig bewegen muß, damit seine wahren Absichten und Pläne nicht entdeckt werden. Er wendet viel Zeit und Energie auf, Ränke zu schmieden, durch die er Konkurrenten aus dem Wege zu schaffen beabsichtigt. Seine schäbigste „Freude“ erlebt er dann, wenn er Menschen miteinander verfeindet hat und er der „lachende Dritte“ ist. – Wenn er sich in gutem Zustand befindet, kann es vorkommen, daß er sich fühlt, als werde er „fremdgesteuert“. Er ist ein Rumpelstilzchen, das beständig fürchtet, bei seinem „Namen“ genannt zu werden, weil dann nämlich sein Spiel aus ist. Dann aber wird er mit Gewinn „krank“ und liegt dem Gemeinwohl auf der Tasche und erlebt diesen Zustand als hämische Genugtuung.

Hass

Emotions-Niveau:

heftig abgeneigt, intensiv unwillig, unnachgiebig feindlich, ohnmächtig kämpfend, rachsüchtig, unversöhnlich, bitter nachtragend, tödlich verletzt fühlend, stark widerwillig, patzig.

Motivations-Niveau:

Auch diese emotionale Befindlichkeit wird aus negativen Erlebnissen gespeist, die der Betreffende in seiner Vergangenheit erlitten, manchmal auch ausgeteilt hat. Er ist überaus empfindlich, wenn er etwas „wegstecken“ muß, d.h. wenn er offensichtlich unterliegt oder im Unrecht ist, wo er doch grundsätzlich „Recht hat“! Seine Rachegelüste schwelen dann unablässig. Manchmal verstrickt er sich so sehr in seine rachsüchtigen Vorstellun-gen, daß er sich zu einer vernünftigen Erfüllung seiner Aufgaben nicht durchringen kann. Er bemüht sich, seinen Hass zu unter-drücken, damit er keine Sanktionen fürchten muß. Aber wenn dann eine Distress-Situation auf ihn zukommt, kann man den blanken Hass aus seinem Gesicht aufblitzen sehen, d.h. er wehrt mit Vehemenz weitere Belastungen ab.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Sein Grunderleben zu seiner Umwelt ist: Wagt es ja nicht, mich hinters Licht zu
führen, mir die Ehre abzuschneiden oder mir einen Vorteil zu nehmen, auf den ich meinen Fuß gesetzt habe! – Seine Welt ist eng, weil er allzu häufig einen Tunnelblick bekommt und blind vor tiefster Abneigung keine anderen Optionen mehr erkennen kann. Er ist der klassische schwarz-weiß-Denker/Fühlende, der die Energie nicht hat, Grau- und Farbtöne zu konzipieren. Wenn er in Nöten ist, lehnt er Hilfe vehement ab. Hilfe zu erhalten macht ihn seiner Ansicht nach schwach. Hilfe ist eine Art Verrat für ihn, denn wirklich helfen will und kann niemand, höchstens sich einen Vorteil auf seine Kosten zu verschaffen.

Groll / Unmut

Emotions-Niveau:

Mißvergnüglich, entrüstet, beleidigt, zurückgesetzt fühlend, neidisch, nachtragend, ärgerlich, unwillig, empört, launisch.

Motivations-Niveau:

Da sich ein Mensch in der latenten Emotion dieser Art vor allem zurückgesetzt fühlt, wobei ein realer Anlaß im Hier und Jetzt gar nicht existieren muß, ist sein Haupt-Augenmerk darauf gerichtet, sich aus vergangenen, negativen Vorkommnissen Rechtfertigungen für seinen unzureichenden Zustand zurecht zu legen. Tatsächlich hat er früher gelitten, wie auch alle Emotions-Typen, die sich tiefer als er befinden. Seine Motivationen stammen also vorwiegend aus den Details dieser Traumata und anderer abträglicher Geschehnisse. Er will sich nicht damit abfinden, benachteiligt zu sein. Er kämpft um Anerkennung und Würdigung. Lassen Menschen seines Umfeldes ihm diese zukommen, ist er leistungsfähig, bleibt aber immer auf die Ermunterung anderer angewiesen.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Wenn Neues auf ihn zukommt, wehrt er es erst einmal ab. Er fühlt sich schnell überfordert. Wenn alle um ihn die gleiche Menge an Aufgaben zu erledigen haben, glaubt er, man habe ihm besonders viel aufgebürdet. Folglich lauten seine resignierenden Hauptsatze: „Immer ich!“, „Mit mir kann man’s ja machen!“, „Die halten mich wohl für blöd.“ Er bemüht sich um realistische Einschätzungen, aber seine mißmutige Sicht des Lebens drängt sich immer wieder vor. Er beneidet andere um ihr so viel besseres Schicksal, ohne wahrzunehmen, was diese dafür leisten, worauf sie verzichten mußten. Er hätte es gern so bequem wie die Pechmarie, möchte aber mit Gold übergossen werden; denn schließlich hat er doch sehr gelitten und ein freundliches Geschick steht ihm einfach zu“.

Gegensätzlichkeit

Emotions-Niveau:

Angriffslustig, offen opponierend, widerstreitend, streitlustig, auf Wiederstand gestimmt, gegenspielend, kämpferisch, offen nachtragend.

Motivations-Niveau:

Der Energie-Pegel dieses Typs ist hoch genug, daß er sich einen konkreten Gegner aufs Korn nehmen kann. Da er immer Recht haben muß, und zwar um jeden Preis, wird der Gegenspieler nieder-argumentiert. Im Arbeitsalltag bedeutet dies, daß die Auseinandersetzung mit widerstreitenden Kollegen wichtiger ist als der volle Einsatz für ein einwandfreies Produkt/ Ergebnis. Im Gegensatz zum „Wütenden“ rastet er nicht aus, was ja ein Akt der Verzweiflung ist, sondern er aktiviert Energiereserven, um mit dem Konkurrenten solange heftig zu streiten und kräftig zu fluchen, bis dieser aufgibt. Er kann nicht verlieren und ist deshalb für Nahestehende eine Quelle der Pein, und es ist anstrengend, mit ihm zu leben oder zu arbeiten.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Er fühlt sich wohl, wenn er andere in die Knie zwingen kann. Deshalb liebt er Kampfsportarten. Aber wehe, wenn er sich übervorteilt fühlt! Dann bricht er einen Streit vom Zaun, den der Gegner lange nicht vergessen wird Er erwartet Widerstand und Kampf und darauf richtet er seine Sicht. Er hält eine solche Einstellung zum Leben für „männlich“ und deshalb richtig. Er verachtet „Weicheier“, weil Sie ihm keinen Anlaß zu echtem Widerstand, höchstens zum Lästern bieten. Er hält sich für intelligent und smart, wenn er erzählt, wie er andere niedermachte. Alt, und schwach geworden wird er zum „Gnöttergreis“ will das Zepter nicht übergeben und findet alles ungerecht.

Zorn / Wut

Emotions-Niveau:

Zerstörerisch, heftig ärgerlich, lautstark empört, entwürdigend heftig, abgrundtief abgeneigt, wutschnaubend, blind vor Zorn, rasend, schonungslos, tief erzürnt, „rot“ sehen, despotisch.

Motivations-Niveau:

Sein Grund-Antrieb ist das Zerstören und Zunichtemachen, das er offen und unüberhörbar betreibt. In höheren Positionen wirbelt er seine Untergebenen durcheinander, mit dem Ziel, diese in Distress und Konkurrenz zu treiben. Auf diese Weise werden sie auf die Furcht-Ebene gedrückt und sind so keine Gefahr mehr für ihn. Seine Unfähigkeit, an einer Sache zu bleiben und effektiv zu sein, soll nicht offenbar werden. Sich zu ärgern, ist sein Lebens-Elexier. Folglich gibt es gar nicht genug Feinde für ihn, die er angiften kann. Glücklicherweise wendet er sich schnell von einem Wut-Objekt/Subjekt zum nächsten, so daß sich sein Umfeld kurzzeitig erholen kann. Durch Erziehung und auch niedrigeren Status müssen sich die meisten „Wüterische“ zusammenreißen.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Er richtet seine Aufmerksamkeit mit Vorliebe auf abstoßende und miese Themen. Seine Sicht der Dinge ist grau bis schwarz. Er hält sich gern in politisch extrem linken und rechten Gruppen auf. Da kann auch der durch kulturelle Einwirkung „gezähmte“ Wut-Typ gefahrlos die „Sau herauslassen“. Wenn er in die Ecke gedrängt ist, wird er zum Rumpelstilzchen, das sich selbst auseinander reißt, weil ja sonst niemand zur Verfügung steht, zerstört zu werden. Tief im Innern und uneingestanden leidet er darunter, daß ihn niemand liebt. Er aber beteuert ihm Nahestehenden, wenn ihm wehleidig zu Mute ist, daß er sie liebt. Nur hat er eben keine Ahnung, daß er seine „Liebe“ mit Besitzen, Zugriff und Verfügen verwechselt.

Zwiespältigkeit

Emotions-Niveau:

Schwankend, unentschlossen, hin und her getrieben, innerlich zerrissen, zaudernd, abwägend, wankelmütig.

Motivations-Niveau:

Dieser Typus will es allen recht machen, auf keinen Fall anstoßen, um sich und anderen kein Unbehagen zu verursachen. Er verwendet viel Sorgfalt darauf, sich zu besinnen und Harmone zu stiften. Sein Antrieb dazu ist seine Abneigung gegen Beunruhigungen und die Befürchtung, man würde ihn zur Rechenschaft ziehen, wenn nicht alles absolut fehlerfrei ist. Er ist der ideale Partner für „lahme Enten“ weil er ihnen Zeit läßt, damit sie nicht ermüden. Er ist eine Geduldsprobe für schnell Arbeitende und Entscheider. Die Dinge in Arbeit und Privatleben müssen für ihn perfekt sein, sonst kann er sich nicht entschließen, sie als abgeschlossen zu erklären. Dabei bemerkt er durchaus, wie er anderen damit auf die Nerven fällt.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Es nervt ihn selbst, daß er so langsam „zu Potte kommt“. Er kann es aber nun mal nicht ertragen, wenn nicht alle Seiten zufrieden sind; und so wägt er hin und her und wird dabei immer nervöser und unzufriedener, vor allem dann, wenn man ihn drängt. Seine Sicht ist: die Welt sollte
perfekt sein, dann müßte man sich an nichts stören. Deshalb entwickelt er gern Illusionen von perfekten Zuständen, erkennt aber durchaus, wie weltfremd er dabei konzipiert, atmet tief durch und widmet sich den ermüdenden Realitäten mit gewohnter Akribie. Mit Hingabe erholt er sich bei Hobbies, die ihm die Möglichkeit geben, sich möglichst nicht entscheiden zu müssen. Andere würden sagen: sein Leben sei ein wenig langweilig, was er nicht so sieht.

Zufriedenheit

Emotions-Niveau:

Befriedigt, einverstanden, bescheiden, Ruhe gönnend, gleichmütig, undynamisch, bedächtig, beschaulich, umgänglich, ausgewogen, gemächlich.

Motivations-Niveau:

Seine Ruhe und Beschaulichkeit ist ihm wichtiger als sich durch hohe Anstrengungen Vorteile zu
erarbeiten. Er kann durchaus ein fleißiger Arbeiter sein, aber bitte nach seinem Tempo und mit den Aufgaben betraut, die ihm gefallen. Er ist passiv intolerant mit den Ansichten und Motivationen anderer Menschen. Es ist ihm zu unbequem, sich mit anderen Menschen in einem allzu empathischen Sinne zu befassen, aber es befriedigt ihn, wenn er helfen kann. Er liebt keine Überraschungen. Er will seine Ruhe haben und er mag mit quirligen Kollegen nicht gern zusammen arbeiten. In seiner Gegenwart hat man das Gefühl, er komme aus einer Zeit großer Anstrengungen und habe nun das Recht auf Erholung.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Außergewöhnliche Ereignisse spielt er herunter und nimmt ihnen die Brisanz. Die Dinge sind für ihn „halb so schlimm“. Initiative ergreift er nur sehr ungern. Neues zu erlernen stört seinen geruhsamen Lebensverlauf. Er möchte gerne mitreden können und mag deshalb gern informiert sein. Er weiß sich als durchaus liebenswert, weil er niemanden überfordert und seinen Mitmenschen stets korrekt und unverbindlich begegnet. Die Welt hätte er am liebsten als immer gleichen Verlauf von vorhersagbaren Ereignissen, und wenn sich dies nicht so gestaltet, dann nimmt er es mit Ruhe und Gleichmütigkeit. Es käme ihm nie in den Sinn, einen Kurs zur Persönlichkeits-Entwicklung zu belegen. Er versteht sich als „fertig“ und „richtig“.

Freundlichkeit

Emotions-Niveau:

Entspannt, umsichtig, abwägend, entgegenkommend, höflich, freundlich, bewahrend, beibehaltend, anständig, vertrauenswürdig, vorsichtig, bedacht.

Motivations-Niveau:

Weil dieser Typ gern mit anderen Menschen zusammen ist, gestaltet er sein Verhalten dementsprechend. Er eckt nicht an, neigt dazu, Autoritäten zu vertrauen und mag auf keinen Fall jemandem weh tun oder zu nahe treten. Er erledigt seine Aufgaben und Pflichten gern, am liebsten zusammen mit einer Arbeitsgruppe, die sich auf seine Stetigkeit und Treue verlassen kann. Da er Errungenes gern bewahren möchte, zoegert er mit der Annahme neuer Ideen und Lebensumständen, die er erst nach reiflichem Überlegen dann doch akzeptiert, wenn sie
zweifelsfrei ein Risiko weitgehend ausschließen. Dieses dreimal Durchdenken stammt aus Erfahrungen, die er mit Menschen machte, denen er wie sich selbst vertraute und damit Schiffbruch erlitt. Er erholt sich davon und gibt nicht auf.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Sein Leben ist nach Sicherheiten ausgerichtet und geordnet. Darin fühlt er sich wohl und
kann freundlich, aber immer comme il faut, seine Zuneigung an alle verteilen, auf die er sich verlassen kann. Er gibt, wenn er nimmt und er nimmt, wenn er gibt. Für ihn gibt es viel zu tun, weil er umsichtigerweise die Arbeit und die Aufgaben sieht, weshalb man ihn gern in Vereinen hat, wo er stets eine Funktion übernehmen wird. Seine Ideen und Konzepte bewegen sich im allgemein Üblichen, denn ihm liegt an der Akzeptanz, und damit Sicherung durch andere. Er ist kein Pionier, aber er kann bei entsprechender Qualifikation gut anleiten und führen. Andere erinnern sich gern an ihn als einen verläßlichen Kameraden und so möchte er auch gesehen werden.

Frohsinn

Emotions-Niveau:

Sehr interessiert, neugierig, fröhlich, freudig, realistisch optimistisch, positiv gestimmt, scherzend, witzig, initiativ, frohgemut.

Motivations-Niveau:

Mit großem Interesse widmet er sich seinen Aufgaben und ist bereit, sich auch Neuerungen zuzuwenden. Er fällt keine voreiligen Entscheidungen und urteilt nicht leichtfertig, weil er Menschen, die damit in Verbindung stehen, zu gern hat, als daß er Schaden für sie in
Kauf nehmen würde. Er ist grundehrlich und achtet andere Menschen mindestens so sehr wie sich selbst. Er läßt sich von Miesmachern nicht demotivieren, sondern bemüht sich, sie von seiner optimistischeren Sicht zu überzeugen. Er ist ein ziemlich schneller, konzentrierter und systematischer Arbeiter. Er erholt sich schnell, wenn er eine Schlappe erlitten hat. Und ein zweites Mal fällt er nicht herein; denn er lernt schnell. Er fördert und unterstützt andere Menschen gern.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Für ihn zählen Tatsachen und vernünftige Argumente, aber er kann auch ganz spontan über die sich selbst gesteckten Grenzen hinwegsehen und etwas wagen. Er begreift sofort, wenn etwas vorteilhaft für ihn und/oder andere ist, und braucht dann keine lange Entscheidungszeit, um zuzugreifen. Fehler gesteht er sich und anderen freimütig ein und weiß, daß er falsch Gelaufenes wieder in Ordnung bringen wird. Er genießt, was er hat, aber er übertreibt nicht damit. Er teilt gern, aber nicht unüberlegt. Kinder und Trainees haben es gut bei ihm, denn er fördert und fordert zugleich und hat ein gutes Gespür für die Belastbarkeit von anderen. Seine Lebensfreude steckt andere an, es sei denn, sie sind unheilbare Sauertöpfe.

Begeisterung

Emotions-Niveau:

Angeregt, energievoll, freudig, erregt, jubelnd, inspirierend, sehr eifrig, sehr anregend, hinreißend, überschäumend.

Motivations-Niveau:

Er liebt Tätigsein und Verantwortungen, und ist so sehr auf die Sache konzentriert und von dieser überzeugt, daß er es nicht nötig hat, sich von anderen Anerkennung zu holen. Auf Ideen anderer ist er nicht angewiesen, denn er ist selbst sehr kreativ, nimmt sie aber gern entgegen, wenn sie die Sache befördern, mit der er befaßt ist, der er sich ja nicht zuförderst seines Ruhmes willens widmet, sondern weil sie dem allgemeinen Wohl dient. Nur die Kollegen, die sich im oberen Drittel der emotionalen Befindlichkeiten angesiedelt haben, lassen sich vom Begeisterten inspirieren und ziehen mit; die darunter Befindlichen wenden sich von diesem überwältigenden „Wirbler“ ab, denn so empfinden sie ihn, Er aber ist derjenige, der die Dinge vorwärts bringt, am Laufen hält und vor allem Neues einführt.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Er fühlt sich in seinem Element, wenn es „rund“ geht. Selten geht ihm etwas schnell genug voran. Dennoch ist er nicht umtriebig und ungeduldig. Er ist nur mit seinen sprudelnden Ideen schneler voran als er und andere das nacharbeiten können. Er ist äußerst belastbar. Seine Beurteilung einer Sachlage ist präzise und erfolgt schnell und zielsicher. Es ist für ihn selbstverständlich, daß man sich auf ihn verläßt. Dazu ist er da. Arbeitet er in einem Umfeld, in dem seine Vorgesetzten auf niederen Emotions-Niveaus leben, weiß er sehr bald, daß er dort fehl am Platze ist und nichts in seinem Sinne ausrichten kann; er geht und hat längst eine bessere Chance für sich ausgekund-schaftet. So eifrig wie er im Schaffen steht, so gerne geniest er. Er kann aber auch ohne Schwierigkeiten Genuß aufschieben.

Heiterkeit

Emotions-Niveau:

Voll tiefer Freude, erfüllt, humorvoll, freudig zugewandt, weise, ausgeglichen, gelassen, glücklich, vollendet zufrieden, sehr gern lebend, witzig.

Motivations-Niveau:

Was er auch immer beabsichtigt, er entscheidet nach dem größten Wohl für die größte Anzahl von Beteiligten und ordnet sich selbst diesem Prinzip unter. Bei ihm finden andere Zuhören, Rat und profunde Hilfe. Er ist der ruhende Pol und sorgt dafür, daß die Dinge auch in unruhigen Zeiten laufen. Er teilt aus Freude, die er den anderen damit bereitet, und auf seine tief empathische Weise fühlt er die Freude der anderen. Es macht ihm nichts aus, wenn er Gefahren oder Nachteile verhindern will, sich bewußt und absichtsvoll auf unteren Emotionen zu tummeln und diese brillant zu gebrauchen, um höhere Ziele durchzusetzen. Er kennt seine Motive, er kennt sich überhaupt und weiß, wie er sich als Mittel und Mittler am besten für das einsetzt, was die Dinge voranbringt.

Erlebnis/Realitäts-Niveau:

Er läßt alles, was auf ihn zukommt, zu segensreichen Erfahrungen werden. Sein Leitmotto: Setzt mir jemand einen Kothaufen vor die Tür – oder ich mir auch selber – ich lasse Rosen drauf wachsen. – Er liebt das Leben unbändig, kann aber leichter als jeder Vertreter des oberen Emotions-Drittels von ihm Abschied nehmen, denn er weiß: irgendwie und gar nicht mal schlecht geht es weiter. Diese Erfahrung hat er in seinem Dasein so häufig gemacht, daß sie ihm zu tiefster Gewißheit geworden ist. In materieller Hinsicht ist er anspruchslos, wenn es die Situation erfordert, ohne einen Mangel zu beklagen; in geistigen Dingen pflegt er hohe Ansprüche, vor allem an sich selbst. Ein wenig scheint er mitunter als nicht von dieser Welt; dennoch gehört er ganz hierher.

Verfahren: Mein Umgang mit meinen Emotionen

Methode:

Dies Verfahren kann in der je einzelnen Richtung oder nach 1), 2), 3), 1)… bearbeitet werden.

Da wir ja nicht nur eine Emotion erlebt haben, kann eine weitere gefunden und genau wie unter A) behandelt werden.

Zu bearbeiten mit: 1), 2), 3), 4), 5), 6), 1) etc.

A) Richtungen

1. Richtung:
Welche Emotion habe ich in meinem Leben empfunden?
Wie habe ich sie bearbeitet und gemeistert?

2. Richtung:
Welche Emotion hat ein anderer in seinem Leben mir gegenüber empfunden?
Wie hat er/sie bearbeitet und gemeistert?

3. Richtung:
Welche Emotion habe ich mir gegenüber in meinem Leben empfunden?
Wie habe ich sie bearbeitet und gemeistert?

B) Emotionen zum Ausdruck bringen:
1) Welche Emotion kann ich zum Ausdruck bringen?
2) Gibt es eine Emotion, die ich nicht äußern muss?
3) Welche Emotion sollte ich zum Ausdruck bringen?
4) In welcher Emotion fühle ich mich am wohlsten?
5) Welche Emotion kennzeichnet mich am besten?
6) Welche Emotion mögen andere an mir?