Grundwissen

Was sind eigentlich Emotionen? Für wen ist das Ganze geeignet – und für wen nicht? Hier erfährst du die Grundlagen und Voraussetzungen.

Menschenbild

nach Henning von der Osten

A. Der Mensch ist grundsätzlich Geist = eine Daseinsform, die ohne materielle und zeitliche Dimensionen existiert.
B. Der Mensch hat sich im Verlaufe der Evolution einen Menschen-spezifischen Verstand an-entwickelt.
C. Dieser Verstand soll ihm, dem Geist = dem Menschen, die Arbeit des Denkens abnehmen, die er selbst wesentlich besser verrichten kann.
D. Das Denken des Verstandes funktioniert auf der Basis von Mechaniken, Automatismen, Fixierungen und dem Reiz-Reaktions-Mechanismus.
E. Der Geist denkt/erlebt auf der Basis der Unabhängigkeit, der Flexibilität, Differenzierung und in Verbindung mit hohen emotionalen Befindlichkeiten.
F. Nur der Geist vermag zu kreieren, zu innovieren und Grenzen zu überschreiten, Grenzen, die ihm der Verstand zu erreichen beabsichtigt.

Menschenbild der positiven Wertschätzung

nach Carl Rogers

Die bildliche Darstellung kennzeichnet die Entwicklung des Menschen von der inkongruenten (nicht deckungsgleichen) zur kongruenten (deckungsgleichen) Person, d.h. von der Person, die Übereinstimmung zwischen ihrer Selbst-Struktur und ihren Erfahrungen hergestellt hat. Die gesunde Selbst-Struktur des Menschen sind jene auf einander bezogenen, vernetzten Teile des Menschen, derer er sich bewusst ist und die er steuern und für sein Leben und das anderer Menschen in Anwendung bringen kann (ethische Grundwerte, Fertigkeiten, Fähigkeiten).

Abbildung entnommen aus „Modelle des Menschen“ – Charles Hampden-Turner (bearbeitet)

„A“ auf dem Schaubild kennzeichnet den nicht-entwickelten, gestörten Menschen, bei dem große Teile der Selbst-Struktur vom Betreffenden selbst als inkompetent, sündig, schmutzig oder abstoßend erachtet werden. Häufig sind diese Negativ-Bewertungen in Verbindung mit Traumata und anderen seelischen Verletzungen zu sehen. Diese Abwertungen und schmerzlichen Erlebnisse hält der Betreffende aber von seinem Bewusstsein fern, was einen hohen Energie-Aufwand braucht. Das Selbst wird in diesem Verlauf immer enger und unbeweglicher. Dadurch werden „C“ = neue, potentielle Erfahrungen vom verengten Selbst (B-Areal) verleugnet und mit vorhandenen Erfahrungen nicht in Verbindung gebracht. Lernen wird zu einer Strapaze. Deshalb richtet sich Rogers Augenmerk auf „B“, dem kongruenten, integren und an Erfahrung reichen Areal, der einzig und allein durch Kommunikation zu entwickeln ist.