Allgemein

Allgemeines Wissen und dazugehörige Verfahren zu diversen Themen der Persönlichkeitsentwicklung.

Probleme

… und wie ich sie lösen kann

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Nicht alles, was landläufig als „Problem“ bezeichnet wird, ist wirklich ein Problem; meistens ist irgend eine undefinierbar verstimmende oder konfliktträchtige Situation gemeint, wenn etwas problematisch oder „schuh-drückend“ erscheint.

Definition von Problem:

Eine Aufgabenstellung oder ein widriger Umstand, für den noch keine Lösung existiert, die gangbar oder realistisch erscheint. Ein Problem beinhaltet widersprechende Entscheidungen, die quasi im Gleich-Gewicht zueinander stehen, sich gegenseitig „bannen“. Daraus wird dann geschlossen, dass die missliche Situation nicht zu verändern sei. Es ist ein Zeitfaktor, der ein Problem entstehen lässt: Zum Zeitpunkt A wurde Entscheidung A getroffen, zum Zeitpunkt B Entscheidung B; u.U. gibt es auch noch C und D etc. Mindestens eine früher einmal getroffene Entscheidung ist dem betreffenden Menschen nicht bewusst, da er sie sonst aufheben und eine neue Entscheidung herbeiführen könnte.

Beispiel:

Eine Ehefrau wird von ihrem Mann misshandelt, worauf diese, ohne dies bewusst wahrzunehmen, die Entscheidung trifft: Das wird er ein Leben lang büßen! – Später steht sie vor dem Problem, dass sie sich eigentlich von ihm trennen müsste, es aber aus unerfindlichen Gründen nicht kann, weil sie sich nicht mehr gewärtig ist, dass sie sich durch die damalige Entscheidung für immer an ihn – und zwar in einem negativen Sinne! – gebunden hat. Diese zeitliche Anordnung der einzelnen Entscheidungen oder Absichten ist dem betreffenden Menschen nicht bekannt. Deshalb setzt er sie alle wie auf einen Punkt ins Hier und Jetzt. Das ist die tiefer liegende Ursache für die Quasi-Unauflöslichkeit eines Problems.

Um an einem Problem arbeiten zu können, ist es zweckmäßig, es einzugrenzen. Ein Problem-Bereich sollte solange eingegrenzt werden, bis er konkreter wird und Konturen bekommt. Es ist z.B. schwer, an Partnerschafts-Problemen allgemein zu arbeiten, aber man kann z.B. beim letzten Partner anfangen. Um ein solches Problem einzugrenzen, kann man wie folgt vorgehen:

Es wird der Lebensbereich benannt, der dem Betreffenden Schwierigkeiten macht.
Dann werden die einzelnen Schwierigkeiten gekennzeichnet, die in diesem Lebensbereich auftauchen.
Dann wird herausgefunden, welche von den genannten die größte Schwierigkeit ist.

Ein Problem weist in der Regel drei Ebenen auf. Oberflächlich betrachtet könnte z.B. die Tatsache, dass jemand zu wenig Geld hat, als das Problem angesehen werden. Dahinter steckt jedoch sicherlich die Unfähigkeit, sich welches zu verschaffen, und wenn man noch tiefer bohrt, entdeckt man vielleicht mangelndes Selbstvertrauen. Die Wurzel des Übels liegt dann also im Selbstvertrauensbereich. Es ist deswegen zweckmäßig, folgende drei Ebenen zu unterscheiden und zu behandeln:

Die Zugriffs-Ebene (z.B. eine gewisse Menge Geld nicht „verkraften“ zu können oder als „Asket“ den materiellen Seiten des Lebens abgeneigt zu sein).

Die Tätigkeits-Ebene (mangelnder Antrieb, sich auf den „Sprung“ zu machen oder „es nicht nötig zu haben, sich die Finger schmutzig zu machen“).

Die Identitäts-Ebene (z.B. mangelndes Selbstvertrauen oder sich aus seinem Status zu definieren, z.B. dem Arbeiterstand, und demzufolge sich von seinesgleichen aus Solidarität nicht unterscheiden zu wollen).

Um das Problem lösen zu können, muss auf allen drei Ebenen gearbeitet werden, damit die genannten Schwierigkeiten möglichst nie mehr auftreten werden.

a) Wenn man z.B. die Einstellung hat: „Geld ist schlecht“, „es zerrinnt mir eh’ unter den Händen“, „Materielles ist letztlich wertlos“, dann bewegt sich kein oder nur wenig Geld in Richtung auf die betreffende Person.

b) Wenn der Antrieb zum Arbeiten bei dem betreffenden Menschen fehlt, wenn er keine Disziplin hat, Arbeiten zu beginnen und bis zum Ende durchzuhalten, wenn ihm nicht klar ist, dass er ein vollendetes Produkt hinstellen muss, um dafür einen Austausch erhalten zu können, dann wird er kein oder nur wenig Geld in den Händen halten.

c) Da sich das Selbstvertrauen (ein wesentlicher Teil seiner IDENTITÄTS-Wahrnehmung) des Menschen u.a. auch aus seiner Fähigkeit ergibt, sich als Erschaffenden von Produkten, Dienstleistungen und sonstigen helfenden Handlungen zu erkennen, traut er sich beispielsweise in Falle seiner mangelhaften Arbeitsergebnissen nicht zu, sich um eine besser bezahlte Arbeitsstelle zu bemühen.

Und so schließt sich der Kreis wieder mit a), d.h. wir erkennen, dass die drei Ebenen zusammenspielen, bisweilen sogar gegenseitig bedingen. Wiedergefundenes Selbstvertrauen bedeutet nicht unbedingt, die Ärmel aufzukrempeln und ans Werk zu gehen; wozu sollte man sich auch ins Zeug legen, wenn man den Wert des Geldes nicht schätzen gelernt hat?!

Wenn die Schwierigkeit mehr auf der Zugriffs-Ebene erscheint, dann befasst du dich mit folgenden Fragen:

1. Verfahren: Verbesserung deines Zugriffs-Zustandes

Welche Einstellungen habe ich zu ____________________?

• Schreib sie alle nieder, die dir beim Überlegen einfallen.

Welche Emotionen habe ich zu ____________________?

• Schreib sie alle nieder, die dir beim Überlegen einfallen.

Welche Empfindungen habe ich mit/zu ____________________?

• Schreib sie alle nieder, die dir beim Überlegen einfallen.

Welche Beschlüsse habe ich zu ____________________ gefasst?

• Schreib sie alle nieder, die dir beim Überlegen einfallen.

Führ dir vor Augen, welche der obigen Angaben die Hauptursache für deinen Mangel an ZUGRIFF zu ____________________ (Schwierigkeit) ist.

Ich erinnere mich an ein Ereignis, als ich diese bestimmten

• Einstellungen ________________________________

• Emotionen ________________________________

• Empfindungen ________________________________

• Beschlüsse ________________________________

hatte/traf.

Finde Zeit // Ort // genauen Ablauf // was du dachtest // wie du fühltest // Farben // Bewegungen // andere Menschen // was die sagten etc. heraus.

• Ich erinnere mich an ein anderes Ereignis, als… (wie oben)

• Ich erinnere mich an das früheste Ereignis, als… (wie oben)

2. Verfahren: Verbesserung deines Tätigkeits-Zustandes

Welche Einstellungen habe ich zu ____________________?

• Schreib sie alle nieder, die dir beim Überlegen einfallen.

Welche Emotionen habe ich zu ____________________?

• Schreib sie alle nieder, die dir beim Überlegen einfallen.

Welche Empfindungen habe ich mit/zu ____________________?

• Schreib sie alle nieder, die dir beim Überlegen einfallen.

Welche Beschlüsse habe ich zu ____________________ gefasst?

• Schreib sie alle nieder, die dir beim Überlegen einfallen.

Führ dir vor Augen, welche der obigen Angaben die Hauptursache für deinen Mangel an ZUGRIFF zu ____________________ (Schwierigkeit) ist.

Ich erinnere mich an ein Ereignis, als ich diese bestimmten

• Einstellungen ________________________________

• Emotionen ________________________________

• Empfindungen ________________________________

• Beschlüsse ________________________________

hatte/traf.

Finde Zeit // Ort // genauen Ablauf // was du dachtest // wie du fühltest // Farben // Bewegungen // andere Menschen // was die sagten etc. heraus.

• Ich erinnere mich an ein anderes Ereignis, als… (wie oben)

• Ich erinnere mich an das früheste Ereignis, als… (wie oben)

3. Verfahren: Verbesserung deines Identitäts-Zustandes

Ich erinnere mich an eine Zeit, als ich mir im Bereich _____ (bestimmte Schwierigkeit) antriebslos vorkam.

Ich erinnere mich an eine andere Zeit, als ich mir im Bereich _____ (bestimmte Schwierigkeit) antriebslos vorkam.

Ich erinnere mich an die früheste Zeit, als ich im Bereich _____ (bestimmte Schwierigkeit) antriebslos vorkam.

Verwende nach dem gleichen Verfahren die emotionalen Zustände:

  1. ängstlich
  2. entmutigt
  3. aufgeregt
  4. zweifelnd
  5. wütend
  6. widerstrebend
  7. abweisend
  8. u.a. Befindlichkeiten, die du von dir kennst.


Beende deine Rückschau dann, und sei es beim ersten Verfahren, wenn dir eine Einsicht oder Erkenntnis klar wird, die mit höchster Aussicht auf Erfolg zur Lösung der bestimmten Schwierigkeit beiträgt oder gar der Schlüssel dazu ist.

Viel Glück, gute Einsichten und frohes Schaffen!