Allgemein
Allgemeines Wissen und dazugehörige Verfahren zu diversen Themen der Persönlichkeitsentwicklung.
Daseins-Befindlichkeiten
Inhaltsverzeichnis
Ausgehend von der Erforschung von David R. Hawkins, der den einzelnen Bewusstseins-Stufen den jeweiligen Genuss zumisst, kam mir die Idee, dass diese Daseins-Befindlichkeiten nach ihrer unterschiedlichen Qualität gekennzeichnet werden sollten.
So habe ich die Pyramide der Daseins-Befindlichkeiten beschrieben und zugleich die Hawkin’sche Genuss-Erkenntnis mit eingeflochten. Demnach entspricht eine bestimmte (chronische!) Emotion einer Bewusstseins-Stufe (in den Hawkin’schen Büchern nachzulesen; darf aus copyright-Gründen nicht verwendet werden!) und der entsprechenden Daseins-Befindlichkeit (Genuss).
A) Identität und Daseins-Befindlichkeit Sucht/Verlangen
Wir alle kennen vermutlich süchtige Personen. Der eine kann vom Alkohol, der andere vom Tabak, der nächste von der harten Droge nicht lassen und wieder ein anderer ergibt sich auf völlig unvernünftige Weise dem Spiele. Alle süchtigen Menschen streben unbewusst in Richtung: Schaden, Vernichtung, Tod.
Nun kennen wir bestimmt auch solche Menschen, die gar nichts Süchtiges an sich haben, die sich auf Emotions-Niveaus weit über Zwiespalt befinden. Dennoch fügen sie sich (und anderen!) mit ihrer Sucht Schaden zu.
Was geschieht da mit einem Betroffenen? Wir kommen der Beantwortung dieser Frage auf die Spur, wenn wir vorab uns eines noch einmal ins Gedächtnis rufen: Wir sind menschliche Wesen, bestehen aus Bewusstsein und haben einen Verstand und einen Körper. Unser Bewusstsein ist der „Chef“ in diesem Verband, Verstand und Körper werden von ihm mehr oder minder gut geleitet. Wir haben ferner Verantwortungsbereiche, in denen wir unser Leben gestalten. Indem wir uns mit diesen Verantwortungs-Bereichen identifizieren, erwerben wir Identitäten, z. B. die der Mutter, des Vaters, des Berufstätigen, des Kollegen, des Vereinsmitgliedes etc.
Wir spielen dann also keine Rollen, sondern wir werden mit den Rollen, die unsere Verantwortungsbereiche von uns verlangen, quasi identisch, manchmal so sehr, dass wir nur diese erkennen, wenn wir uns betrachten, und nicht mehr den „Kern“, der wir wirklich sind. „Zur Mitten zu finden“ bedeutet demnach, die verschiedenen Verhaltensweisen, die mit einer bestimmten Identität verbunden ist, beiseite zu schieben, neu zu betrachten und eine passende Gewichtung der Rollen bzw. der Identitäten zu finden, so dass unser „Kern“ wieder erkannt werden kann.
Mit den verschiedenen Identitäten sind unterschiedliche, angepasste Verhaltensweisen verbunden. Manche dieser Verhaltensweisen sind mit Missverständnissen mehr gespickt als ein Igel mit Stacheln. Schau dir nur mal an, durch wie viele verschiedene Erziehungs-„Empfehlungen“ Eltern verwirrt werden und schau dann auch auf die Ergebnisse. Den meisten von uns reicht da schon der Blick auf die eigene Erziehung.
Alle Süchte haben damit zu tun, dass ein Mensch sich zum Zeitpunkt des Süchtig-Werdens „teils-verloren“ hat, d. h. er hat eine oder mehrere Verhaltensweisen, die mit einer bestimmten seiner Identitäten verbunden ist, über sein Bewusstsein, das ja er-selbst ist (!), siegen lassen. Es handelt sich hierbei also um eine „Unterlassungs“-Tat, nämlich der der unterlassenen bewussten Kontrolle über ein Verlangen von Verstand und/oder Körper.
Wenn du mit irgendeiner Sucht zu kämpfen hast, und du erkennen möchtest, was dich im Innersten dazu treibt, wider alle Vernunft und bessere Einsicht, von deinem Suchtmittel nicht abzulassen, dann empfehle ich, dass du dir eine Liste aller deiner Identitäten aufstellst, mit denen du dein Dasein gestaltest. Zu diesen Identitäten gehören z. B. Mann, Frau, Vater, Mutter, Vereinsangehöriger (alle Zugehörigkeiten einzeln aufführen), Sohn, Tochter, Berufsangehöriger (alle Berufe notieren), Nachbar, Schrebergärtner etc. etc.
Aber da gibt es noch einen Identifizierungs-Bereich, den wir meistens verdrängen, und dann haben wir gar keinen bewussten Zugriff mehr auf ihn und können nicht verhindern, dass wir mit einer oder mehreren Identitäten belastet sind, die nur sehr selten Gutes bewirken können. Ich meine hiermit die, freundlich ausgedrückt: falschen Zuweisungen. Es handelt sich um die „Namen“, die wir meistens in unserer Kindheit verpasst bekommen, in einer Zeit sowieso nicht sehr starken Bewusstseins und noch geringerem Selbstwert-Gefühl, z. B.: Nachkömmling, Dummkopf, Esel, die Hässliche, der Große, die Vernünftige, die Geduldige, vom Klammerbeutel Gepuderter, Ungehorsamer, Schlampe, Schlapp-Schwanz, etc., etc.
Je gedrückter und belastender die Situation ist, in der der junge Mensch solche Identitäten zugewiesen bekommt, um so weniger kann er sich gegen sie stellen und umso eher wandern diese „Namen“ und Inhalte ins Unbewusste, von wo aus sie unbemerkt unheilvoll wirksam werden. Wenn dieser Zustand anders nicht zu meistern ist, dann betäubt man ihn u. U. mit einem Suchtmittel und/oder flüchtet in eine falsche bzw. zu stark betonte Identität.
Verfahren
Also: Krame in deinen Erinnerungen und finde solche falsche Zuweisungen und setze sie mit auf die Liste.
Nun überprüfe deine Identitäten-Liste mit der Frage:
Welche Identität braucht am meisten, dass das _____ (Suchtmittel) von mir konsumiert wird?
Wenn mehrere Identitäten dafür in Frage kommen, dann finde die Identität heraus, die am allermeisten den Konsum von _____ (Suchtmittel) verlangt.
Gab/gibt es eine Person/eine Gruppe, die verbunden mit dieser Identität, mich zum Konsumieren von ______ (Suchtmittel) animiert hat?
Finde heraus, um welche Person/Gruppe es sich hierbei handelt/e. Das Gefundene setzt du auf den Präfix einer Stress- oder Blockade-Liste – du hast die Wahl, denn du arbeitest am besten mit der, die du am ehesten magst – und bearbeitest diese bis zu deinem Endergebnis (EE).
Du kannst aber auch das folgende Verfahren anstatt oder in Ergänzung zu dem obigen Verfahren wählen.
1. Richtung:
a. Hat mich jemand ermutigt, ________ (S.) zu nehmen?
b. Hat mich jemand gewarnt, ________ (S.) zu nehmen?
2. Richtung:
a. Habe ich jemanden ermutigt, ________ (S.) zu nehmen?
b. Habe ich jemanden gewarnt, ________ (S.) zu nehmen?
3. Richtung:
a. Habe ich mich selbst ermutigt, ________ (S.) zu nehmen?
b. Habe ich mich selbst gewarnt, ________ (S.) zu nehmen?
Es kann sehr hilfreich sein, wenn du dir vergegenwärtigst, in welcher sozialen und/oder mentalen Situation/Verfassung du dich befunden hast, kurz bevor du das Suchtmittel zu dir nahmst. Wenn du zu der Zeit mit einer bestimmten Stress-Situation belastet warst, dann solltest du dazu eine entsprechende Liste (Stress-/Ent-Blockierung) durchführen. Du kannst aber auch unter den verschiedenen Verfahren, die ich in diesem Handbuch aufgeführt habe, eines finden, das zum Thema des DAVOR noch besser passt. Führe dann das Verfahren deiner Wahl mit deinem DAVOR-Thema zu deinem EE.
Jetzt ist es an der Zeit, dass du dich den falschen Zuwendungen zuwendest und sie „erledigst“:
Du vergegenwärtigst dir einen bestimmten „Namen“ und machst dir klar, dass dies eine falsche Zuweisung war und sagst dir dann hörbar oder unhörbar:
a) ….. („Name“) war eine falsche Zuweisung.
b) Die richtige Zuweisung ist ….. (du setzt den Begriff ein, der für dich anstatt der falschen Zuweisung die richtige ist).
So verfährst du mit allen falschen Zuweisungen.
Hier zwei sich wiederholende Fragen, die du dir solange stellst, bis du eine zufriedenstellende Antwort gefunden hast. – Hier hast du deine Antwort. Sie weist dir den Weg durch die Veränderung.
Was würde ich im Sinne meines besseren Lebens lieber genießen als _____ (S.)?
Was würde ich im Sinne meines besseren Überlebens verändern, um diesen Genuss zu erlangen?
Es ist ja wohl eindeutig, dass du anstelle des Sucht-Genusses keine andere Sucht setzen solltest!
Zu beachten: Mit diesen Verfahren kannst du mentale und soziale Belastungen, die sich aus deiner Sucht ergeben, mildern oder mindern. Selbst mit der erfolgreichen Durchführung dieser Verfahren garantiert dir niemand, dass du die Sucht als solche überwunden hast. Dazu braucht es gegebenenfalls noch medizinischer Unterstützung und vor allem DEINEN Entschluss, dich von der Sucht los zu lösen. Damit entfernst du eine Identität, denn, ob selbst eingestanden oder von anderen zugewiesen, du hast die Identität deiner Sucht (z. B. „Raucher“, „Trinker“) solange du das Suchtmittel konsumierst. Die Identitäts-Lücke, die nach Ablage der Sucht-Identität entsteht, kannst du füllen, und zwar nicht mit irgendeinem Mittel, das als veränderte „Sucht“ anstelle der vorherigen tritt, sondern mit etwas, das wirklich zu einer Qualitäts-Steigerung deines Lebens führt. Du wirst schon was finden. Denn wenn du deine Power, deine Bewusstseins-Qualität, erkannt hast, die notwendig ist, um mit einer Sucht fertig zu werden, dann öffnet sich der Weg deiner menschlichen Entwicklung mehr und mehr.
Egal, wie groß oder klein dein Erfolg mit der Linderung deiner Sucht geworden ist, jetzt hast du eine dich ehrende Übung verdient. Such dir eine aus, am besten die, die du eh‘ am liebsten verwendest, wenn Bedarf dazu da ist.
B) Identität und Daseins-Befindlichkeit oberhalb von Sucht/Verlangen
Eines ist jetzt wohl ganz klar: Menschen, die sich im Bereich unter dem chronischen Emotions-Niveau Zwiespältigkeit befinden, sind mit den obigen Verfahren ganz und gar nicht angesprochen. Sie können diese Verfahren nicht im Selbst-Coaching durchführen, sie brauchen dazu Hilfe von Fachkräften.
Also gilt: Diese Verfahren ist nur für Menschen mit chronisch höheren Emotionen vorgesehen, die in Zeiten verminderter Bewusstseins-Stärke in die Sucht gerieten.
Übung
Und nun mal etwas zu deinem Spaß!
… und auch zum Üben. Denn: Im Sinne sich verbessernder Empathie ist es ganz nützlich, sich auch mal in Identitäten hineinzufühlen/-versetzen, die wir zu den eher ungenießbaren Zeitgenossen rechnen. Empathie zu den lieben, freundlichen, zugewandten Mitmenschen zu haben, ist sicherlich viel leichter.
Versetze dich einmal in den Sucht-Daseins-Zustand eines autoritär-patriarchalischen Staatsoberhauptes (ihrem Bewusstseins-Zustand entsprechend befinden sie sich alle im Suchtbereich „Macht-haben-müssen“; ihre chronische Emotion befindet sich im Angstbereich „Hinterhältigkeit“).
Wie erlebt diese Person ……….?
a. Frauen ?
b. Essen ?
c. Kinder ?
d. Krieg ?
e. Streit ?
f. Macht ?
g. Siegen ?
h. Krankheit ?
i. Altern ?
j. Todesnähe ?
k. Verlust körperlicher Kraft ?
l. Widerspruch ?
m. Schönheit ?
n. Schöpfung ?
o. Liebe ?
Du kannst noch weitere Items hinzu setzen, wenn dir dieses Bewusstseins-Spiel Spaß macht.
Was soll ich sagen/schreiben, wenn du dies alles geschafft hast? Ich umarme dich, lieber Mitmensch!
EINSTIEG
WEITERFÜHRENDE INHALTE
Besuch
Identitäten
Probleme
Resilienz
Sein
Liste: Angenehme Erinnerungen
Verfahren: Dankbarkeit
Verfahren: Das erspürte Gefühl
Verfahren: Daseins-Befindlichkeiten
Verfahren: Intelligenz
Verfahren: Kommunikation
Verfahren: Sich verändern
Verfahren: Überheblichkeit
Verfahren: Überlegenheitsgefühl
Verfahren: Verhaltensmuster