Grundwissen

Was sind eigentlich Emotionen? Für wen ist das Ganze geeignet – und für wen nicht? Hier erfährst du die Grundlagen und Voraussetzungen.

Kommunikation & Verhaltensregeln

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Um zu verdeutlichen, welchen Stellenwert die fachgerechte Kommunikation und das angemessene Verhalten des „Beistands“ (also DU = das Bewusstsein, zu deinem Verstand = deine mentale Ausstattung, d.h. der Ansammlung aller Erfahrungen, die du bisher gemacht hast) zum Erfolg deiner Mental-Arbeit einnimmt, schildere ich dir, was eine Klientin bei mir gelernt hatte und zu welchen Erfolgen sie dabei gelangte.

Nachdem diese Klientin, eine psychologisch arbeitende Heilpraktikerin, an einem Samstag bei mir die Kommunikations- und Beistands-Verhaltensregeln gelernt hatte, gab sie in der folgenden Woche zwei ihrer Klienten Sitzungen mit der gleichen Methode, die sie vor Jahren in ihrer Ausbildung gelernt und immer wieder angewendet hatte. In diesen Sitzungen bemerkte sie, dass ihre Klienten sich tatsächlich anders verhielten als früher. Sie konzentrierten sich viel leichter als das vorher der Fall gewesen war auf das eine Thema, das zur Behandlung anstand. In früheren Sitzungen schweiften sie von einem Problem-Feld zum nächsten ab und landeten meistens in einem Wust von getriggertem Material, konnten keines von den durcheinander gewürfelten Themen zu einem befriedigenden Ende führen und waren selten wohl-gestimmt am Ende der Sitzung, die ja leider auch auf eine bestimmte Sitzungszeit begrenzt war, also eigentlich mitten in der Mental-Arbeit abgebrochen wurde.

Meine Klientin erkannte, wie wichtig und zielführend es ist, wenn man den Klienten mit bestimmter, zielgerichteter Kommunikation bei dem einmal gewählten Thema hält bis dieses zu einem angemessenen Ende bearbeitet wurde.

Außerdem stellte sie fest, dass sie sich selbst viel wohler in ihrer Arbeit gefühlt hatte. Zum einen hatte sie ein gutes Gewissen bezüglich ihres Verhaltens und ihrer gestiegenen wohlwollenden Einstellung zu ihren Klienten. Zum anderen fühlte sie sich nach diesen Sitzungen eher erfrischt als ermüdet, wie das sonst meistens der Fall war, vor allem dann, wenn die Sitzungen nicht so gelungen waren, wie sie sich das vorgestellt hatte. Und das, so ergänzte ich ihren Bericht, ist die beste Voraussetzung, dass sie nicht eines Tages in Mitgefühls-Ermüdung landet und damit riskiert, ihren Beruf nicht mehr gerne oder überhaupt nicht mehr auszuüben.

Es dauerte dann nur noch wenige Trainings-Stunden bis sie die Trauma-Verfahren gelernt und hernach praktisch angewendet hatte. Vielen Leben hat sie so in langen Arbeitsjahren zu neuem Sinn und Energie verholfen.

Ich kann dir also nur wärmsten ans Herz legen: Sei dir selbst dein bester Freund und behandele dich bei deiner Selbst-Coaching-Arbeit so wie du den dir liebsten Menschen behandelst bzw. behandeln möchtest. Wertzuschätzen und Wert geschätzt zu werden fühlen sich unglaublich wohl und befreiend an.

Vielleicht ist es nicht unerheblich für dich, dass du das Jesus-Wort von der Nächsten- und der Eigen-Liebe in die passendere Reihenfolge bringst, nämlich: Lerne dich selbst zu lieben, dann wird es dir immer selbstverständlicher, deinen Nächsten und auch den Übernächsten zu lieben. Das ist die Friedensbotschaft; das ist die wirkliche Essenz nicht nur unserer westlichen Kultur, sondern der ganzen Menschheit, des Lebens überhaupt. Räumen wir also die diese Wahrheit überdeckenden Missverständnisse weg, da wo wir es können: bei uns.

Weltumspannende Anstandsregeln

1. Jeder Mensch ist einzigartig und deshalb sollen seine Äußerungen nicht stellvertretend für ihn interpretiert werden.

2. Die Ideen, Betrachtungen und Überzeugungen eines Menschen sollen nicht stellvertretend für ihn bewertet werden.

3. Wenn dir jemand etwas im Vertrauen sagt, dann sage dies nicht an andere weiter und verwende es auch nicht anderweitig, außer der Betreffende hat dir seine Zustimmung dazu gegeben.

4. Übernimm volle Verantwortung für Situationen, in die andere Personen mit eingeschlossen sind.

5. Achte darauf, dass du verstehst, was andere Menschen dir sagen.

6. Dein Interesse gelte uneingeschränkt anderen Menschen, wenn du mit ihnen in Beziehung trittst.

7. Deine Absicht sei immer, jene Menschen unterstützen zu wollen, mit denen du dich befasst.

8. Im Umgang mit anderen Menschen beachte deren physischen und mentalen Zustand.

9. Beachte, dass Interaktionen mit anderen Menschen an einem passenden Ort und zu angemessener Zeit stattfinden.

10. Handel so vorhersehbar, dass Mitmenschen nicht überrascht sind.

11. Versuche nicht, Menschen zu zwingen, etwas gegen ihren Willen und gegen ihre Ablehnung zu tun.

12. Bleibe stetig an der Aktivität, mit der du dich befasst, besonders, wenn andere Menschen involviert sind.

13. Achte darauf, dass Mitmenschen ihre Handlungsabläufe, mit denen sie gerade befasst sind, beenden können.

Grundsätze achtsamer und ehrlicher Kommunikation

1. Interpretiere die Gedanken/Kommunikation eines anderen nicht, da sich darin häufig eine Abwertung und/oder Sinn-Veränderung verbirgt.

2. Was dir im Vertrauen mitgeteilt wurde, gibst du an andere nicht weiter.

3. Übernimm die Verantwortung für gemeinsame Kommunikation, ohne zu dominieren, und gestatte dem Gesprächspartner, das Gleiche zu tun.

4. Achte darauf, dass du das, was dir mitgeteilt wurde, auch wirklich im Sinne des Mitteilenden verstanden hast.

5. Sei uneingeschränkt und ohne Ablenkung an dem interessiert, was dir dein Gesprächspartner mitteilt.

6. Habe die feste Absicht, dich in einer Kommunikation konstruktiv und zielführend zu verhalten.

7. Diskutiere nicht mit einem Menschen über Wichtiges, wenn dieser nicht in passender physischer oder psychischer Verfassung ist.

8. Kommuniziere möglichst in einem passenden Umfeld und zu angemessener Zeit.

9. Verhalte dich für andere so voraussehbar, dass du diese nicht überraschend verwirrst.

10. Benutze keine rhetorischen Tricks, mit denen du deinen Gesprächspartner in eine Verteidigungs- oder Rechtfertigungs-Position bringst.

11. Versuche nicht, mit jemandem ein Gespräch zu führen, wenn dieser das gar nicht will.

12. Störe die Kommunikation (oder andere Tätigkeiten) eines anderen nicht durch unnötige Kommentare oder Unterbrechungen.

13. Lass möglichst jedes Gespräch so enden, dass dein Partner sich verstanden und zufrieden fühlt.

14. Vor allem: Verachte die Ansichten, Gedanken und Ideen einer anderen Person niemals.

15. Die Wertschätzung für das Anliegen des anderen sei dir wichtig.

Rhetorik-Beispiele

Kommunikation gelingt am besten (auch bei deftiger Wortwahl!): mit unerbittlicher Freundlichkeit und freundlicher Unerbittlichkeit.

Anregungen für einen Klienten, der als Erzieher/Pädadoge bei männlichen Jugendlichen arbeitet und dort Schwierigkeiten mit einem der Zöglinge hat, der sein Umfeld durch „schlaues“ Geschwätz zu beeindrucken versucht.

Rhetorische Kommunikation mit Vielschwätzern

1. Ist schon klar: Du bist der Überschlaumi. – Nun aber zur Sache! Ich sagte…und du hast das (genaue Zeitangabe) erledigt. Jetzt gibt es dazu nicht mehr zu sagen.

2. Es hat sich schon mal einer wegen Rederitis zu Tode gequatscht. Pass‘ auf, dass dir das nicht auch passiert!

3. X-mal das gleiche wiederholt macht es nicht richtiger. Alles klar?!

4. Dein überflüssiges, langes Herumgeschwätze macht deine Bemerkungen nur immer lächerlicher.

5. Wer zum Handeln zu faul ist, der redet lange herum.

6. Wenn du schon so viel daher redest, dann aber auch bitte mit Sinn und Verstand.

7. Wie viel Aufmerksamkeit möchtest du eigentlich von mir haben?

8. Ich habe schon schlauere Argumente gehört als dein Gerede.

9. Je länger du darüber redest, umso unglaubwürdiger wirst du.

10. Na, hast du deine Gedanken jetzt tot genug gekaut?

11. Als der liebe Gott am Anfang der Welt jedem Menschen einen Teelöffel voll Rederitis zu schlucken gab, da hast du gleich eine Suppenkelle voll davon verlangt.

12. Dampfgeplaudert wird morgen. Jetzt machst du…/ist folgendes…. zu tun, und zwar bis… (ztl. genau begrenzen)

13. Halbhirnis reden immer ganz viel, weil auf der anderen Seite des Gehirns der Ausschaltknopf fehlt.

Rhetorische Kommunikation mit Anti-Sozialen

1. Woher nimmst du dir das Recht, dich der Art gegen das zu verhalten, was die ganze Gruppe längst kapiert hat und auch tut?!

2. Du spielst hier nicht den Kasper, basta!

3.Nur der Kaiser von China – und den gibt es schon lange nicht mehr – durfte sich so schlecht benehmen, wie du das tust. Dir steht ein so widerwärtiges Benehmen folglich überhaupt nicht zu.

4. Hast du mal die anderen gefragt, wie die dein schlechtes Benehmen finden? Und falls du gefragt hast, was haben sie dir geantwortet? – (Darauf bestehen, eine Antwort zu erhalten.)

5. Come on! Du bist nicht im Schweinestall geboren, also benimm dich auch nicht tierisch/schweinisch!

6. Unsozial, egoistisch, faul, dreist und nun auch noch unverschämt. Du musst selbst zugeben: du nimmst dir entschieden zu viel heraus.

7. Wenn du dich nicht mitmenschlich benimmst, kannst du nicht mitmenschlich behandelt werden. Zwischen uns ist also für heute Sendepause.

8. Nachdem wir über den Punkt (bestimmtes unsoziales Verhalten) bereits öfters gesprochen haben und du dich immer noch nicht dran hältst, muss ich annehmen, dass es dir noch an Grips fehlt, es zu begreifen, stimmt’s?

9. Wenn du dich morgen genauso schlecht benimmst wie heute, dann wirst du dich morgen genauso schlecht fühlen wie heute. Nur du kannst dies ändern!

10. Hast du eigentlich Vergnügen dabei, wenn du andere mit deinem Verhalten unterdrückst und quälst? Beschreibe doch mal dies Gefühl, wenn du dich so verhältst.

Rhetorische Kommunikation mit Aggressiven

1. Du willst also, dass ich so wütend werde wie du es gerade bist. Na, dann streng* dich mal schön an! Ich habe nämlich gar keine Lust dazu.

2. Jemand hat sich sehr aggressiv geäußert. – Du hast dir das ruhig angehört und sagst dann: „Nochmal bitte das Ganze. Hat sich so schön angehört.“

3. Was du da eben gesagt hast, würdest du das bitte mal in ganz un-aggressivem Ton sagen? Dann bin ich nämlich bereit, es zu verstehen.

4. Wie würde dir das gefallen, wenn ich oder irgendein anderer dich genau so anranzen würde, wie du das eben getan hast?

5. Kläre das mal mit dir selbst ab, weshalb du so aggressiv geworden bist. Eines ist dabei klipp und klar: Ich habe dich nicht dazu herausgefordert!

6. Wenn du möchtest, dass ich dich ernst nehme, dann stell‘ deine Aggressivität ab.

7. Nichts, aber auch gar nichts, jetzt und hier, gibt dir das Recht, aggressiv zu werden!

8. Du weißt doch selbst: wer laut herum schreit, setzt sich selbst ins Unrecht.

9. Niemand hier ist bereit, als Blitzableiter für deine aggressiven Ausfälle herzuhalten. Du selbst isolierst dich dadurch von den anderen und niemand kann dich dann mögen.

10.Deine aggressiven Ausfälle lässt du am besten in der Kloschüssel und spülst ordentlich. Denn dein Rumgebrülle/Toben/Zerstören gehört ins dreckigste Abwasser, sonst nirgendwohin, kapiert?!

11. Hey, du spielst hier nicht den Höllenhund! Die Rolle habe ich längst übernommen; aber du bist noch nicht helle genug, das begriffen zu haben.

12.Ich habe Kampfsportarten gelernt. Möchtest du mal selbst eine Kostprobe zu spüren bekommen?! (Nur im Falle anzuwenden, wenn der Jugendliche andere tätlich angegriffen hat oder andere bedroht.)

13. Wenn’s dir was bringt, dann geh‘ in den Keller und wüte da für dich allein rum. Hier ist absolut kein Platz dafür und es interessiert niemanden, wie du dich gerade fühlst.

14. Ich habe schon als kleiner Junge zu meinem Vater gesagt: ,Nur dumme Leute schreien immer laut herum.‘

15. Wut und Aggression verbrauchen so viel Kraft. Die hast du doch gar nicht übrig.

16. Was würde wohl deine Freundin dazu sagen, wenn sie dich jetzt so erleben würde?

Rhetorik mit kommuniktions-hemmenden Mitmenschen

1. Meine verständige Art bedeutet nicht, dass ich kein Durchblicker bin.

2. Hast du das Gefühl, du müsstest mich besonders nachhaltig beeindrucken, damit ich deine Einstellung/Argumentation/Vorstellung übernehme?

3. Du, ich habe sehr gute Erfahrungen mit mir gemacht, vor allem, weil ich in Freiheit und Eigenverantwortung von klein an trainiert worden bin.

4. Ist dir noch nicht aufgefallen, dass wir uns in deiner Gegenwart nicht so gelöst geben können wie wir das eigentlich sind?

5. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass du zu wenige wirklich offene Fragen stellst. Kannst du mit offener, freier Kommunikation, die dir entgegen gebracht wird, nicht so gut zurechtkommen?

6. Haben wir/ich manchmal zu überraschende Ideen/Gedanken/Vorschläge?

7. Hast du das Gefühl, hier würde irgendetwas aus dem Ruder laufen, wenn du nicht sehr genau aufpasst bzw. abbremst?

8. Wenn du wissen willst, was ich wirklich dazu denke, dann lass‘ mich sicher sein, dass du meine Antwort wirklich und unverhohlen hören willst.

9. Hast du schon mal darüber nachgedacht, mit welcher Emotion deine Kommunikation unterlegt ist?

10. Hast du das Gefühl, dass wir oder einige von uns dir an Wissen und Kompetenz überlegen sein könnten, was sichtbar werden würde, wenn du offen kommunizierst?

11. Du weißt ja: Jeder Mensch hat so seine Geheimnisse. Fürchtest du, dass ich/wir die deinen erfahren könnten, wenn du offen mit mir/uns sprechen würdest?

12. Mit dem gesprochenen Wort wird das Wenigste zum Ausdruck gebracht. Emotionen kann niemand verbergen und die sagen alles.

Verfahren: Erzwungene Kommunikation

Dieses Verfahren kann wiederholend bis zum guten Punkt in den je einzelnen Richtungen bearbeitet werden, oder: 1), 2), 3), 1)…..

Wenn du dieses Verfahren durchgeführt hast und dich unter Mitmenschen bewegst, solltest du eine Veränderung in deinem kommunikativen Verhalten bemerken.

1. Richtung:
Ich denke an eine Zeit, als jemand mir das Gefühl gab, dass ich kommunizieren müsste.

2. Richtung:
Ich denke an eine Zeit, als ich einem anderen das Gefühl vermittelt habe, dass er kommunizieren müsste.

3. Richtung:
Ich denke an eine Zeit, als ich mir selbst das Gefühl vermittelt habe, dass ich kommunizieren müsste.