Allgemein

Allgemeines Wissen und dazugehörige Verfahren zu diversen Themen der Persönlichkeitsentwicklung.

Verfahren: Das erspürte Gefühl

Ein Verfahren im Focusing-Stil, um Stress zu überwinden

Die Anregung zu diesem Verfahren erhielt ich von Anne Weiser, die mit mir und meinen Kollegen bereits vor vielen Jahren auf diese Weise sehr erfolgreich gearbeitet hat. Wenn du verwundert sein solltest, dass solche „Kommunikationen“ möglich und erfahrbar sind, dann vergewissere dich unter dem Stichwort „Quanten-Bewusstsein“ und in den Büchern von Federico Faggio, wie die Bewusstseins-Forschung inzwischen vorangekommen ist. Es kann durchaus sein, dass du dich bei der Lektüre in einer erfreulichen Weise neu zu „sortieren“ veranlasst siehst.

1. Einen ruhigen, entspannten, sicheren Raum schaffen:

a. Ist der Raum, in dem ich Selbst-Coaching durchführe, angenehm temperiert? (falls nötig: verändern)

b. Sitze ich angenehm? (falls nötig: verändern)

c. Kann ich mich jetzt körperlich entspannt fühlen? (alles so einrichten, dass Entspannungs-Behinderungen aus dem Raum entfernt sind)

d. Jetzt richte ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Körper, besonders den Rumpfteil des Körpers.

e. Ich stelle mit Achtsamkeit auf meinen Körper die lautlose Frage an ihn: „Was ist zur Zeit das Stressendste für dich?“

f. Ich horche auf die Antwort auf meinen Körper.

g. Ich bestätige die Antwort lautlos in dem Sinne, dass ich verstanden habe, was der Körper mich hat wissen lassen.

h. Ich stelle meinem Körper lautlos die weitere Frage: „Gibt es weiteres, das dich stresst?“

2. Das erspürte Gefühl:

a. Ich wähle unter den Nennungen des Körpers dasjenige aus, das am drängendsten oder am wichtigsten zu bearbeiten ist oder am deutlichsten zu Tage tritt.

b. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf den Körperteil, der das zu Bearbeitende am deutlichsten verspürt.

c. Ich lasse das Gefühl, das da (b.) deutlich wurde, eine Weile auf mich einwirken, bis ich mir gewiss bin, dass ich das Gefühl ausreichend gut erkannt und gespürt habe.

3. Das erspürte Gefühl begrifflich werden lassen

Ich frage:

a. Wie wirkt das Erspürte auf mich?

b. Nimmt es einen bestimmten Raum ein?

c. Hat es eine Gestalt?

d. Zeigt es sich in einer Szene oder wie ein Bild?

e. Sind an dem Erspürten irgend welche Farben wahrnehmbar?

f. Bewegt es sich? (Wie?)

g. Hat es eine Emotion? (falls ja: Welche Emotion hat es?)

h. Mag es mit mir in Kontakt treten/sein?

i. Drückt es einen Wunsch aus?

4. Dem erspürten Gefühl Raum und Arbeit geben:

a. Hat es eine Anregung für mich, besonders bezogen auf den Stress, dem ich mich gerade widme?

b. Braucht es irgend etwas, damit es sich so verändern kann, dass ihm selbst wohl zu Mute ist? Jetzt kannst du eine Verabredung zwischen dir und dem erspürten Gefühl zustande bringen, wobei die „Antworten“ des erspürten Gefühls immer bestätigt werden sollen.

c. Gibt es irgend eine Gegend, einen Raum, einen Ort, wo sich das erspürte Gefühl für eine Weile aufhalten möchte? – Wenn es das möchte, dann weist du es an: ‚Du kannst für eine Weile ziehen.‘ Gleichzeitig gibst du ihm den Hinweis, dass es zurück kommen darf, wenn es will. Es möchte sich aber auch darauf einrichten, „gerufen“ zu werden, wieder „heim zu kommen“.

d. Du fragst das „zurück-gerufene“ erspürte Gefühl, ob es von seinem „Ausflug“ berichten möchte. – Wenn ja: Lass es erzählen und bestätige seine Kommunikation so oft dies nötig ist.

e. Es kann sein, dass das erspürte Gefühl sich nicht zurück rufen lässt, denn es hat sich einfach für immer entfernt. – Wenn das nicht der Fall ist, dann:

e. Frage das erspürte Gefühl, ob es ein eigenes „Leben“ haben/erhalten, d.h. sich ganz von dir lösen möchte? – Wenn ja, dann lass es gehen. Wenn nein: Lass es an dem Ort sein, wo es gerne sein möchte, und versichere ihm, dass es immer gehört werden wird, wenn es Kommunikation braucht.

5. Veränderung des Stress-Empfindens:

a. Wie fühlt sich das eben bearbeitete Stress-Thema jetzt für mich an? – Wenn du eine positive Veränderung feststellen kannst, dann hast du das Thema erfolgreich bearbeitet und beendest die Sitzung.

b. Wenn keine positive Veränderung eingetreten ist: Das Erspürte ab 2.b. erneut aufnehmen und noch einmal überarbeiten, wenn nötig auch ein weiteres Mal, wobei noch zusätzliche, zum Erspürten passende Fragen hinzu gefügt werden können, wenn dies die Veränderung befördert; oder du fährst folgendermaßen fort:

c. Gibt es:

aa. einen weiteren Stress? ___________________________

bb. eine Verstimmung? ___________________________

cc. einen Konflikt? ___________________________

dd. ein Problem ___________________________

ee. eine fehl-gelaufene Kommunikation? ___________________________

ff. etwas, worüber es schwer fällt zu sprechen? ___________________________

Wenn du fühlst, dass eine der Störungen (aa.-ff.) zutrifft, dann gehst du zurück zu 1.e. und machst von da aus weiter, wobei du dir gewärtig bist, dass weitere erspürte Gefühle auftauchen können, die ebenso bearbeitet werden wie das erste erspürte Gefühl.

Wenn du schließlich die derzeit erreichbaren erspürten Gefühle so gut behandelt hast, dass du dich viel wohler und erleichtert fühlst, dann steht dir eine Relax-Pause zu. Denn, nie vergessen: Du bist dir selbst der beste Freund!