Kinder
Kinder besser verstehen, ihre Entwicklung begleiten und ihnen einen guten Umgang mit Emotionen und Herausforderungen vermitteln.
Mail an zwei junge Mädchen
Ein Einblick, der dem ein oder anderen ebenfalls zu helfen vermag.
Ihr Lieben,
in geschriebener Form kann ich euch nachhaltiger mitteilen, was ich euch wissen lassen möchte:
Eure Mutter hat mir von euren letztlichen Dilemma mit M. erzählt und was sie euch zu bedenken dazu sagte.
Ich war mit diesem Wissen zuerst einmal ziemlich ungehalten. Einerseits habe ich mich über diese bösartige Unverschämtheit von M. aufgeregt, dann habe ich mich intensiv gewundert, dass ihr immer noch so naiv/unwissend/unentschlossen/nachsichtig seid, auf die Machenschaften solcher Typen wie M. reinzufallen. Ihr habt bereits einige Infos zum Thema der autoritären/negativ gestimmten Persönlichkeit von mir erhalten und ich nehme an, dass A. entsprechend von euch informiert wird.
Heute wurde mir bewusst, dass ich in den letzten Jahren häufiger Konflikte, die ich mit dem Bösen, Ungerechten, Miesen, Unverschämten, das mir begegnet ist, hatte und das ich nicht direkt lösen oder beantworten konnte, als Herausforderung betrachtet habe, an dem ich zu wachsen die Chance hatte. Das fühlt sich an, als gäbe es einen befreienden Knacks im Bewusstsein und ich stehe da wie von einer Last befreit und kann wieder frei wahrnehmen und denken/fühlen.
Und diesen Vorgang möchte ich euch an den Vorfällen mit M. einsichtig machen: Wenn uns ein böswilliger Mensch einen Nachteil oder ein Leid antut, dann fühlen wir uns als Opfer. Aber tatsächlich sind wir das nicht. Das Opfer ist derjenige, der in einem negativen Bewusstseins-Zustand ist und meint, nicht anders als schädigend gegen andere handeln zu können. Dazu hat er innerpsychisch Rechtfertigungs-Ideen, die ihm einen gewissen Genuss, ein Gefühl des Überlegen-Seins vermitteln. Da er im Grunde ein Mensch voller Angst aus dem Gefühl ist, unterlegen und benachteiligt zu sein, sucht er nach Gelegenheiten, sich überlegen zu fühlen. Dazu dient ihm jeder Mitmensch, der sich an der Nase herumführen lässt, den man reinlegen und ausnutzen kann, an dem man sehen kann, dass der Schaden, der ihm zugefügt wird, zu negativen Reaktionen des Geschädigten führt. Daran labt er sich; das ist sein Genuss.
Das heißt für ihn: Willkommen in der Gosse, Genosse! Ihr seid auch nicht besser als ich, euch kann es genauso schlimm ergehen wie mir, ihr sollt euch genauso hilflos, allein und unwohl fühlen wie es mir ergeht.
Zu streng, meine Diagnose? Mitnichten! Nach 40 Jahren Forschung und Anwendung zum Thema Emotionen und Motivationen mit entsprechenden Anwendungen in meiner Praxis sind mir nach und nach die Augen aufgegangen und ich habe meine nachsichtigen Bedenken zu dem, was ich tatsächlich wahrnehme, abgelegt.
Ich kann euch gut verstehen, wenn ihr feststellt, dass es oft unangenehm ist, der Realität ins Auge zu sehen. Damit hat jeder Mensch so seine Last, wenn er bestrebt ist, gründlich zu schauen und ehrlich wahrzunehmen. Aber das hilft nun alles nichts. Die Welt ist wie sie ist und wer in ihr bestehen will, muss sie er/kennen lernen wollen.
Nun seid ihr beide in einer bemerkenswert guten politischen Zeit herangewachsen, habt liebende, sorgende, euch fördernde Familien. Jetzt aber ist es Zeit für euch, vor allem, weil ihr in absehbarer Zeit lange Auslands-Aufenthalte erleben werdet, für die man besonders gerüstet sein muss, dass ihr die Eigenschaften, Tugenden, die Einstellung, die ihr von Erziehern, Eltern, Lehrern u.a. Personen übernommen habt, auf ihre Gültigkeit und Praktikabilität überprüft. Es geht dabei auch um das Eigenbild, das ihr von euch selbst habt. Ihr solltet es euch genau anschauen.
Was geschieht mit einem jungen Menschen, wenn er sorglos, geliebt, gefördert, geachtet, wertgeschätzt u.v.a.m. erzogen wurde und gleichzeitig weitestgehend vor den negativen, dunklen Seiten des Lebens, seiner Umwelt bewahrt worden ist? – Er fühlt sich wohl in dieser warmen, wohligen, bequemen Lebens-Hängematte und mag nicht so gerne mit dem verwoben sein, was sich außerhalb dieses geruhsamen Ortes befindet. Und deshalb werdet ihr auch mit solchen Typen wie M. nicht fertig; und diese werden solange belästigen, schädigend, evtl. negativ beeinflussenden auf euch eindringen, bis ihr begriffen habt, wie man sich diesen Herausforderungen richtig und wirksam stellt.
Nun schaut euch mal genau an, wie ihr euch selber seht. Ihr seid mit christlichen Grundsätzen groß geworden, als da sind:
1. liebe deinen Nächsten wie dich selbst,
2. gib‘ mehr als du erhältst,
3. sei nachsichtig und verurteile nicht,
4. niemals angreifen, sondern zurückziehen, wenn jemand aggressiv wird, etc., etc.
Daraus entsteht das Selbstbild eines sehr positiven, sozialen Menschen, in dem man sich sicher und geborgen fühlt.
Ja, schön wär’s! Da gibt es so ein Wort, das meine Mutter öfters zitierte, wenn sie mir, die ich ja nicht so weit weg war davon, ein „Gutmensch“ zu werden, mal wieder die Realität des Lebens klar zu machen versuchte:
„Es kann der Frömmste (gemeint ist heute wohl: der Beste) nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“
Seid ehrlich zu euch selbst. Fühlt ihr euch da nicht ein wenig erhabener, besser, wertvoller denjenigen gegenüber, die nicht so in Wertschätzung und Anerkennung leben wie ihr? Ich denke, diese Einstellung zu sich selbst, auch wenn das nur wenig sein sollte, braucht man nicht; sie hindert sogar.
Unsere Wertschätzung uns selbst gegenüber beruht auf den positiven Fähigkeiten, die wir sicher haben und nach außen tragen. Unsere Selbst-Wertschätzung ist nichts anderes als die erinnernde Wiederholung unseres Geschaffenseins durch den Schöpfer. Das ist die Liebe schlechthin, die bestenfalls in allem wirksam werden soll, was wir sind und tun. Sie hebt uns niemals ab gegen irgend etwas, das neben uns lebt und wirkt. Sie verbindet uns schlechthin mit allem, was geschaffen ist.
So auch mit den M.’s dieser Welt. Leider, leider sind sie nicht imstande, dies zu wissen und werden es somit nie erfahren, es sei denn ein Wunder geschähe. Sie sind nämlich in ihrer Bewusstseins-Stufe von Neid, Hass, Missgunst, Angst und Böswilligkeit verfangen. Sie „wissen“ unbewusst, dass ihr beide in wesentlich besseren und angenehmeren Bewusstsein-Zuständen lebt und beneiden euch, können aber eure guten Zustände nicht erreichen und müssen euch deshalb schädigen (sie wollen nicht, dass es anderen besser geht als ihnen selbst), womit sie bewirken wollen, dass auch ihr in ihren negativen Befindlichkeiten leben müsst. Siehe oben: „Willkommen in der Gosse, Genosse!“ – Googelt mal unter dem Begriff „autoritäre Persönlichkeit“ und ihr werdet mehr dazu erfahren.
Liebe ist nicht eine einzige Befindlichkeit, das wisst ihr. Liebe zeigt sich in mannigfaltigen Formen. Wenn euch eure Eltern z.B. bei Bedarf zurechtweisen, wenn euch jemand mehr zumutet als ihr meint, bewältigen zu können, wenn euch jemand ermuntert, etwas gutes Mutiges zu tun, dann sind das Formen von Liebe, die euch entgegen gebracht werden – und sie sind immer Teil der unendlich umfassenden großen Liebe der Schöpfung. In der steht ihr mittendrin und habt euren Teil zu tun.
Auch an den M.’s dieser Welt, wenn sie euch begegnen.
Was heißt also „Nächstenliebe“ im vorliegen Fall?
Ich schlage euch vor, dass ihr der M. die Gelegenheit gebt, sich wenigstens teilweise euch gegenüber wieder gerecht zu machen, indem ihr
1. von ihr die Summen schriftlich zurückfordert, die sie euch noch schuldet (mit Datum und Zahlungsfrist, genau Angabe der Summen und den Gelegenheiten, als sie sie von euch empfangen hat).
2. Ferner solltet ihr von ihr fordern, dass sie euch nicht mehr mit Hilfsbitten belästigt. Begründung: Sie ist nicht wirklich dankbar dafür, weil sie nicht weiß, was Dankbarkeit ist.
3. Ihr werdet sie beobachten, was sie mit anderen Mitschülerinnen anstellt und diese Mädchen über ihre (M.’s) wahren Motive informieren und warnen. Das ist übrigens kein Mobbing! Verschafft euch entsprechende Infos! Die Unterscheidung ist wichtig!
4. Ihr könnt eure Ethik-/Religionslehrer oder wer sich unter den Lehrern dazu eignen mag, bitten, das Thema der autoritären Persönlichkeit zu behandeln (ist überdies wirklich wichtig, wenn ihr euch anschaut, was die Putins, Trumps, Besos‘, Musks etc. zu ihrem unseligen Tun antreibt!), und zwar mit der Begründung, dass ihr einfach zu wenig dazu wisst und dass ihr das für euer tägliches Leben und die Aufrechterhaltung einer guten Klassengemeinschaft braucht.
5. Wenn M. sich erdreisten sollte, euch mit Lügen und Verdrehungen hinhängen zu wollen, dann könnt ihr ihr schon vorweg klar machen, dass euer allgemeiner Ruf so makellos ist, dass sie da gar nicht gegen anstinken kann.
6. Es reicht übrigens nicht, sich strikt von den M.’s fern zu halten. Das ist nur Befriedigung der Eigenliebe = Selbstschutz, ist nur Mutlosigkeit und man gibt auf diese Weise diesen Typen keine Chance, sich zu ändern.
Ihr Lieben, ihr kennst meinen Hausspruch, der da lautet: “Scheißt mir jemand vor die Tür – oder ich mir selbst – ich lasse Rosen drauf wachsen.“
Mit dieser pro-aktiven Einstellung (die mir aus den seelischen Rippen stinkt, wann immer es nötig ist!) halte ich mir ziemlich erfolgreich die miesen Miststücke, die es ja leider viel häufiger gibt, als wir glauben, vom Hals.
7. Und so dient euch M. zum Erkennen und Lernen. An ihrem Beispiel begreift ihr, wie man Böses erkennt und behandelt. Das solltet ihr ihr sagen.
Es ist nötig, dass ihr jetzt diese Lehre per M. erlebt. Denn jetzt beginnen vermutlich auch jene Zeiten für euch, da die Herausforderungen mit dem anderen Geschlecht auf euch zukommen. Und was man als Frau da an Betrug, Verhöhnung, Herabwürdigung, Ausnutzung etc. erleben kann, das zu schildern ist hier nicht der Platz. Ich warne bloß im Vorhinein und wünsche euch beiden von Herzen, dass eure Sinne, euer Wissen und eure Wahrnehmung immer ausreichend geschärft sind, die Guten von den Miesen zu unterscheiden.