Allgemein

Allgemeines Wissen und dazugehörige Verfahren zu diversen Themen der Persönlichkeitsentwicklung.

Stress & Stress-Bereinigung

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zu Entstressungs- und Entblockierungs-Verfahren

Der Fall, den ich dir nun beschreiben werde, soll dir zeigen, welche Erfolge bei der Behandlung von mentalen Stressen zu erwarten sind.

Zu mir kam eine junge Frau, die mit dem, was sie in ihrer Meditation erreicht hatte, nicht zufrieden war. Sie fühlte sich unsicher und ungeeignet, eine gute Beziehung zu einem Mann zu haben und sie wollte doch so gerne eine richtige Partnerschaft eingehen. Die bisherigen, meist nur sexuellen Begegnungen, fand sie sehr wenig erfüllend und sie entsprachen nicht ihrer Vorstellung.

Sie entdeckte bei einer Erst-Befragung, die ich mit ihr hatte, dass die Person, die sie in ihrem Leben am meisten verstimmt hatte, ihr autoritär-patriarchalischer Vater war, der die ganze Familie drangsalierte und einschränkte. Als wir die Entstressungs-Liste auf ihren Vater machten, landete die Klientin in einigen für sie erstaunlichen Erkenntnissen.

1. Sie hatte sich wie zum Schutz mit ihrer Mutter in einer Opfer-Rolle identifiziert, d. h. sie duldete und litt und verstand sich nur sehr wenig als Frau und wertschätzte sich dementsprechend gering ein. Dabei war sie augenscheinlich eine attraktive, angenehme Frau mit freundlichem Verhalten.

2. Sie fühlte sich in Gegenwart von Männern wenig wert, stellte sich quasi hinten an und war meist schüchtern in engen Begegnungen mit Männern und enttäuscht über sich, wenn sie sich mit den Erfolgen anderer Frauen verglich.

Nachdem wir die Stress-Liste bis zu einem für sie erfolgreichen Ende bearbeitet hatten, sah ich sie eine Weile nicht. Dann meldete sie sich nach etwa zwei Jahren. Sie hatte geheiratet, ein Kind geboren, das prächtig gedieh und in ihrem selbständig ausgeübten Beruf lief alles normal.

Dann sagte sie zu meiner Verblüffung, dass ich das Wichtigste von ihren damaligen Schwierigkeiten gar nicht gewusst habe, weil sie es selbst nicht beachtet und nicht zur Sprache gebracht hatte. Sie hatte Endometriose, die nach unseren Sitzungen verschwand, und sie lieferte mir auch gleich ihre Erkenntnis dazu.

Sie dachte einst: „Wenn Männer so sind wie mein Vater, dann will ich keinen, dann will ich keinen Sex, dann will ich keine Kinder.“

Das hatte sich nun alles gewendet und so konnte sie ihr Leben so führen, wie sie es als Frau richtig empfand. Unser anschließendes Gespräch über psychosomatische Zusammenhänge war dann aufklärend für sie.

Stress und Emotionen

Teilnahmslosigkeit: Ich bin völlig fertig.

Gram/Kummer: Warum muss einen das Leben derart beuteln!?

Furcht: Noch mal stehe ich so was bestimmt nicht durch.

Angst/Besorgnis: Wenn ich das immer wieder durchstehen muss, dann bin ich bald am Ende.

Hinterhältigkeit: Ich werde einfach so tun, als wenn ich völlig fertig bin.

Groll/Unmut: Wenn die mich noch mal so schlauchen, dann sollen die aber was erleben!

Hass: Ich mache die fertig, wenn die es wagen sollten, so viel von mir zu verlangen.

Zorn/Wut: Ich werde einen Aufruhr verursachen, der sich gewaschen hat, wenn die uns so in die Zange nehmen!

Gegensätzlichkeit: Wenn du mich unter Druck setzt, dann bekommst du das genauso von mir zurück.

Zwiespältigkeit: Wenn ich mich doch bloß schneller wieder erholen könnte!

Zufriedenheit: Erst mal Pause machen; dann geht’s hernach viel besser.

Freundlichkeit: Ich bin heute gut drauf; also vorwärts!

Frohsinn: Her mit der Arbeit; heute bringt mich überhaupt nichts um.

Begeisterung: Meine Güte! So viel schöne Arbeit!

Heiterkeit: Heute möchte ich wirklich wissen, ob ich überhaupt Belastungsgrenzen habe!

Stress-Skala

0 = absolut stressfrei

60 = Gefahren-Untergrenze

100 = Zusammenbruchs-Punkt

Skalenwerte und Vergleichsbeispiele

SkalenwertVergleichsbeispiel
100Tödliche Gesamt-Familien-Katastrophe
90Tod des geliebten Lebenspartners
85Nachricht über eigene unheilbare Krankheit
80Zusammenbruch der eigenen Existenz
75Verlust der eigenen Arbeitsstelle
70Scheidung / Trennung vom Partner
68Sex-Probleme
65Verlust eines Rechtsstreites
60Langwierige Krankheit oder Unfall
58Verlust des Führerscheins
53Examens- und Leistungsdruck-Belastung
49Versöhnung nach Krach mit dem Partner
45Streit mit altem Freund
43Pensionierung gegen den eigenen Willen
40Berufs-Probleme
38Tägliche psychische Belastung im Verkehr
33Verschuldung, vorzeitige Kreditkündigung
27Ärger mit Schwiegereltern/Nachbarn
23Wohnungs-Wechsel
19Unerwünschter Verwandten-Besuch
15Urlaubs-Beginn
11Feiertage, Familienfeiern, Weihnachten


Stress-Test

Die folgenden Symptome können Warnsignale für Stress-Belastungen sein, besonders wenn sie gehäuft und öfters auftreten. Beantworte die folgenden Zeilen bitte spontan:

Antwortmöglichkeiten für jede Aussage:

  • Häufig/stark

  • Selten/manchmal

  • Nicht/niemals

Probleme und Symptome

  1. Mein Blutdruck ist zu hoch.

  2. Ich leide an Übelkeit.

  3. Ich fürchte mich vor Krankheiten.

  4. Ich fühle mich hoffnungslos.

  5. Ich habe Alpträume.

  6. Meine Beine / Hände zittern.

  7. Ich wache häufig auf.

  8. Meine Hände / Füße sind kalt.

  9. Ich kann nicht richtig durchatmen.

  10. Ich fühle mich schwach.

  11. Ich habe schweißnasse Hände / Stirn.

  12. Ich habe Herzschmerzen.

  13. Ich kann mich nicht konzentrieren.

  14. Meine Verdauung ist gestört.

  15. Ich leide unter niedrigem Blutdruck.

  16. Privater Ärger lässt mich nicht los.

  17. Beruflicher Ärger lässt mich nicht los.

  18. Ich habe Migräne-Anfälle.

  19. Ich bin innerlich unruhig.

  20. Ich leide unter Magenschmerzen.

  21. Ich möchte immer schlafen.

  22. Mein Herz rast oder stolpert.

  23. Mir steckt ein Kloß im Hals.

  24. Ich spüre ein Druck-Gefühl in der Brust.

  25. Ich bin nervös.

  26. Hitzewallungen überkommen mich.

  27. Weinanfälle überkommen mich.

  28. Ich habe Kopfschmerzen.

  29. Bestimmte Muskeln sind verspannt.

  30. Ängste überfallen mich.

  31. Mir schwindelt.

  32. Rücken oder Kreuz tun mir weh.

  33. Ich kann nicht einschlafen.

  34. Notiere auf einem zusätzlichen Blatt alle Probleme und Konflikte, die dich im beruflichen und privaten Bereich bedrücken.


Stress-Bereinigung

Diese Liste hat zum Ziel, allgemein im Leben auftauchende Verstimmungen bzw. Ärger und andere Beunruhigungen zu behandeln. Diese Liste wird auch verwendet, wenn Störungen gegenwärtig sichtbar werden.

Du nimmst dir jede einzelne Frage vor und fragst dich, ob diese jetzt auf dich zutrifft. Wenn das der Fall ist, schaust du dir die Situation genau an und wenn sich deine Stimmung nicht hebt oder du keine Einsicht/Erkenntnis hast, dann fragst du dich, ob es ein früheres und ähnliches Ereignis (nämlich zu dem passend, was du dir gerade genau vergegenwärtigt hast) gibt, schaust dir das genau an usw., bis du bei deinem Endergebnis (EE) angekommen bist.

Wenn Fragen zu deinem derzeitigen Stress nicht passen, bearbeitest du sie natürlich nicht. Du kannst diese Liste immer wieder verwenden, wann immer es dir nötig erscheint.

 

Fragenkatalog

  1. Hat mich etwas verstimmt?

  2. Gab es einen Verlust?

  3. Gibt es etwas, das nicht mitgeteilt wurde?

  4. Gab es irgendeine schädliche Tat?

  5. Gab es eine unangemessene Bewertung?

  6. Gab es eine Abwertung?

  7. Hat etwas zu lange gedauert?

  8. Gibt es etwas, an das du immer wieder denken musst?

  9. Gab es einen Fehler in einer Kommunikation?

  10. Wurde etwas oder jemand nicht beachtet?

  11. Gibt es etwas oder jemanden, den ich zu umgehen versuche?

  12. Wurde ich nicht angemessen wertgeschätzt?

  13. Gab es ein Missverständnis?

  14. Gab es eine Nichtübereinstimmung?

  15. Wurde eine Zuneigung zurückgewiesen?

  16. Gab es einen plötzlichen Vertrauens-Verlust?

  17. Widerstrebt mir irgendetwas?

  18. Habe ich mich traurig gefühlt?

  19. Gibt es etwas oder jemanden, durch das/den ich mich gestört fühle?

  20. Gibt es etwas oder jemanden, das/den ich nicht leiden kann?

  21. Erscheint dir irgendetwas verwirrend?

  22. Ist etwas oder jemand schwer zu verstehen?

  23. Ist mir oder jemandem etwas aus der Kontrolle geraten?

  24. Habe ich Schwierigkeiten gehabt, mich selbst unter Kontrolle zu halten?

  25. Bin ich unvernünftig gewesen?

  26. Weiß ich nicht, was ich tun soll?

  27. Bin ich über mich selbst verärgert?

  28. Bin ich über andere verärgert?

  29. Fühle ich mich wegen eines Zieles frustriert?

  30. Gibt es ein unlösbares Problem?

  31. Habe ich beschlossen, über irgendetwas nicht zu sprechen?

  32. Fühle ich mich nicht in der Lage, meine wirklichen Gefühle auszudrücken?

  33. Bin ich besorgt, dass aufkommen könnte, was ich getan habe?

  34. Gibt es einen Verlust an Zuneigung?

  35. Fühle ich mich wegen irgendetwas schuldig?

  36. Gibt es etwas, das ich bedauere, getan zu haben?

  37. Sagt mir jemand immer wieder, was ich denken oder tun soll?

  38. Gibt es einen Energie-Raubenden?

  39. Wirkt jemand auf mich ein, dass ich mich schuldig fühlen soll?

  40. Habe ich auf irgendjemanden eingewirkt, damit er sich schuldig fühlt?

  41. Habe ich etwas oder jemanden abgewertet?

  42. Gab es eine falsche Beschuldigung?

  43. Gab es einen Verlust?

  44. Gab es ein Missgeschick?

  45. Bemühe ich mich, an etwas nicht zu denken?

  46. Ist irgendetwas anderes nicht in Ordnung, das auf dieser Liste hätte erfragt werden sollen?