Paare

Ansätze und Einblicke für mehr Zufriedenheit und bessere Kommunikation in der Partnerschaft.

Verfehlungen

  1. Weil der Mensch im Kerne makellos und sein Streben darauf gerichtet ist, nur das Richtige und Gute zu tun, leidet er, wenn er gegen eine Moral oder das Wohl anderer Menschen oder Lebensformen gehandelt hat.
  2. Er neigt dann dazu, seinen Bewegungsfreiraum einzuschränken, mit der Absicht, anderen nicht noch mehr zu schaden.
  3. Dadurch gerät er in Verstimmungen, Konflikte und Probleme, denn nur Kommunikation kann die Verfehlungs-Situation in Ordnung zu bringen, und er leidet vor allem unter der selbst auferlegten Isolierung; dessen ist er sich aber meist nicht bewusst.
  4. Diese Isolierung führt dazu, dass der Betroffene dazu neigt, sich als Opfer zu sehen; er leidet und er geht davon aus, dass die anderen sein Leiden zu verantworten haben, besonders die, gegen die er sich in Gedanken, im Tun oder im Unterlassen vergangen hat.
  5. Eine nachträgliche Rechtfertigung, weshalb der Betreffende sich nicht mehr an Übereinkünfte gehalten hat, muss bemäntelt werden, da sonst sein Selbstwertgefühl zu Schaden käme.
  6. Dies ist aber bereits zum Zeitpunkt der Plan-Fassung, sich gegen das Interesse des/der anderen zu stellen, zu Schaden gekommen, eben weil der Mensch sich selbst als im Kerne gut und richtig weiß und er sich somit gegen sich selbst vergangen hat.
  7. Aus Gründen der Aufrechterhaltung seines „guten“ Selbstwert-Gefühles, muss jetzt der „Kontrahent“, der, der das eigene Leiden „verschuldet“ hat, auf irgend eine Weise kleiner, unwürdiger, unwichtig u.ä. gemacht werden, damit ein „Recht“ behauptet werden kann, dass ihm „recht geschieht“, wenn man ihn weiter unethisch behandeln wird.
  8. Schließlich leidet der Betreffende so sehr unter seinem unethischen Verhalten, dass er sich selbst perfekt unfähig machen muss, d.h. er wird geistig oder/und körperlich krank und entledigt sich damit nach und nach seiner Fähigkeit, aktiv zu werden.
  9. Leider gibt es aber auch solche perfide sich verhaltenden Individuen – auch diese sind im Kerne noch immer makellos! – die aus der Erkrankung oder der geistigen Unzulänglichkeit „Rechtfertigungs-Profit“ ziehen und es am Ende noch für sie passend und zustehend erachten und es evtl. sogar genießen, wenn die Menschen, gegen die er sich vergangen haben, sie unterstützen und pflegen müssen.
  10. Eine Lösung im Sinne einer geistig/körperlichen/sozialen Erleichterung und Entwicklung in Richtung auf ein erfülltes Leben gibt es für diese Menschen nur, wenn sie sich einer weltlichen Beichte (oder einer ehrlichen inneren Einkehr) unterziehen, wobei die eigene moralische Konzeption entscheidend ist. Moralische Verhaltensweisen, die dem Betreffenden von außen zugetragen werden, haben selten einen großen Wert für die Bewusstseinsbildung, die am besten durch Eigen-Arbeit gelingt. – Eine Ausnahme ist allerdings: Wenn jemand keine oder nur unzureichende ethische und moralische Prinzipien kennt, dann braucht er Hilfe durch kompetente Personen, die ihm vernünftige Hilfsmittel zur Verfügung stellen.
    Scham und die Selbst-Enttäuschung sind in diesem Prozess der ehrlichen Erkenntnisse unausweichlich. Das ist Schmerz, durch den wir gehen müssen und auch können, denn diese Kraft liegt in unserem „Kern“, die sich um so mehr entfaltet, je mehr Belastungen wir aus unserem Verstand entfernen. Meistens aber stellt sich heraus, dass Missverständnisse die Ursache des Fehlverhaltens waren. Das führt zu einer großen Erleichterung.
  11. Jetzt ist es angebracht, sich selbst zu versprechen, eine solche oder ähnliche Handlungen nicht zu wiederholen.
  12. Erleichterung und Versprechen wiederum machen es dem Betreffenden leichter, sich jetzt der Wiedergutmachung zuzuwenden. Diese kann darin bestehen, dem Geschädigten offen und umfassend zu gestehen, was er, der „Täter“ falsch gemacht und an Schwierigkeiten verursacht hat. Wenn es möglich ist, sollte der Betreffende den materiellen Schaden, den er verursacht hat, wieder beheben. Ist das nicht möglich, so kann er kompensierende Mittel oder Handlungen anbieten, die dem Geschädigten Hilfe und Erleichterung bieten.
  13. Manchmal erreichen wir die Menschen nicht mehr (Tod, weit weg verzogen, verschollen), denen wir geschadet haben. Dann empfiehlt es sich, denen im Umfeld etwas Gutes tun, die es am nötigsten haben und es zu würdigen wissen. Damit wird eine Art „Gleichgewichts-Gefühl“ wieder hergestellt, etwas, das dem „Kern“ eigen ist und das zuvor getrübt wurde.